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“EIN TREFFEN MIT EINEM CORONA-SKEPTIKER”

Der Basler Männerarzt Marco Caimi kennt nur noch ein Thema: Corona. Auf Youtube und an Demos will er die Gesellschaft wachrütteln. Ich wollte wissen: Ist er ein Verschwörungstheoretiker oder ein kritischer Bürger?

Joël Hoffmann

Joël HoffmannPubliziert heute um 06:40 Uhr18 Kommentare18

Marco Caimi befasst sich täglich mehrere Stunden mit Corona und wie die Medien darüber berichten.
Marco Caimi befasst sich täglich mehrere Stunden mit Corona und wie die Medien darüber berichten.Foto: Nicole Pont 

Es wäre ein Leichtes, den Basler Männerarzt und Kabarettisten Marco Caimi als Verschwörungstheoretiker, Corona-Clown oder gar Covidioten zu verunglimpfen. Die Munition dafür liefert er schliesslich selber: «Wir lehnen eure Mikrochips unter der Haut ab!» Oder: «Wir lehnen die Masken (…) die als sichtbares Herrschaftsinstrument eingesetzt werden, ab.» Oder: «Mr. Bill Gates (…) Mr. George Soros (…) Frau Merkel (…) Herr Engelberger (…) und an alle anderen skrupellosen Oligarchen und eingeschüchterten Politiker: Wir sagen friedlich und höflich: Nein danke!» Dies und Weiteres sagte Caimi in seiner Rede an der Corona-Skeptiker-Demo vom 29. August in Zürich unter dem Motto «Zurück zur Freiheit».WEITER NACH DER WERBUNGhttps://tpc.googlesyndication.com/safeframe/1-0-37/html/container.html

Doch Caimi ist mehr als diese Aussagen. Er ist ein Beispiel dafür, wie eine Krise die Psyche eines Menschen und der Gesellschaft beeinflussen kann. Er ist ein Beispiel dafür, wie rasch man nach Fehlleistungen von Politik und Medien in den Dunstkreis von Verschwörungstheoretikern gerät. An seiner Person kann man zeigen, dass die Grenze zwischen legitimer Kritik und Hysterie fliessend ist.

Caimi empfängt mich in seiner Praxis an den Neuweilerstrasse. «Darf ich Ihnen die Hand geben», fragt er. Ein Handshake wie vor einem Boxkampf, mit dem wir beide rechnen. Er hat mich in Erwartung eines «sicher auch giftigen» Gesprächs in seinem Youtube-Video angekündigt. Und an der Demo rügte er schliesslich: «Die Medien! Was seid ihr für eine Enttäuschung geworden.» Journalisten würden Menschen, die wie er für Grundrechte eintreten, nicht anhören, sondern beruflich und menschlich diffamieren. Der gepflegte 58-Jährige trägt Hemd, Weste und Bugatti-Sneaker. Wir gehen in sein Behandlungszimmer. Dort hängt ein gigantischer Büffelkopf über den braunen Ledersofas. Der Umgangston bleibt während des ganzen Gesprächs freundlich – auch kritische Nachfragen bringen ihn nicht aus der Ruhe.https://www.youtube.com/embed/e7w4NBx2jxw

Caimi, schweizweit als pointierter Männerarzt bekannt geworden, arbeitete bis zur Corona-Krise zu 60 Prozent in seiner Praxis. Daneben beriet er Unternehmen in Gesundheitsfragen und trat als Kabarettist auf. Doch Corona änderte alles. Seit März beschäftigt er sich täglich fünf bis sechs Stunden mit Recherchen zu Corona, dreht in seiner Praxis Youtube-Videos und verschickt Newsletter. Seinen Videokanal hatte er schon vor der Pandemie, sprach dort etwa über einen möglichen Einmarsch der USA in Venezuela. Doch seit März gibt es nur noch Corona.

«Ich hatte Verständnis für den Lockdown»

«Viele meiner Patienten haben wegen der Pandemie Existenzängste und Schlafstörungen. Ich versuche, sie zu beruhigen, denn Schlaf- und Beruhigungsmittel sind keine gute Lösung», sagt Caimi. Auch er selber kämpfte mit seiner Angst, als das Coronavirus Anfang Jahr die Schweiz erreichte und das Unvorstellbare geschah: die Basler Fasnacht wurde abgesagt. «Man wusste nichts über das Virus, und auch ich hatte Angst. Die leeren Gemüseregale haben mich erschreckt. Ich fragte mich, brechen nun auch die Lieferketten zusammen, und dann wurde die Armee mobilisiert. Dann noch die schlimmen Bilder aus Bergamo, die Massengräber.» Caimi hatte Verständnis für den angeordneten Lockdown. «Das hätte ich wohl auch gemacht.» Auch über die Medien ärgerte er sich zunächst nicht. 

Doch als um Ostern die ersten Wissenschaftler die bundesrätlichen Massnahmen hinterfragten, seien sie von den Medien fertiggemacht worden, so Caimis Beobachtung. «Und dann wollte das Parlament die Session verschieben, also seine Verantwortung nicht wahrnehmen. Das war eine Riesenenttäuschung», sagt er. Nach diesen Vorfällen beruhigte sich Caimi aber wieder parallel zur abflachenden Infektionskurve. Coiffeursalons und Baumärkte öffneten wieder. «Ich dachte, im Juli würde das Leben wieder normal.»

Was dann kam, erschütterte Caimis Vertrauen in die Politik und die Medien nachhaltig: Der Bund ermöglichte jedem, der Symptome hatte, sich gratis zu testen. «Wenn mehr getestet wird, dann gibt es auch mehr falsch-positive Ergebnisse. Dadurch steigen die Fallzahlen, die neue freiheitsbeschränkende Massnahmen zur Folge hatten.» Für Caimi haben die Medien versagt, die sich ohne Einordnung nur noch auf die Fallzahlen konzentriert hätten. «Das ist Schreckung der Bevölkerung», so Caimi. Auch wenn der Arzt erkennt, dass die Medien unterdessen teilweise die Corona-Massnahmen kritischer betrachten, werde noch zu wenig kritisch über die Corona-Regeln debattiert.

Im Dunstkreis der Verschwörungsgläubigen

Bis hierhin konnte ich Caimis Kritik nachvollziehen. Nur: Behördengläubige Journalisten gab es schon immer. Dafür braucht es keinen Bill Gates, der, so Caimi, Medienhäuser «schmiere». Und die kritischen Journalisten sind auch nicht verstummt. 

Während Caimi zu Recht sehr hohe Ansprüche an Journalisten stellt, scheint er diese bei umstrittenen Publizisten, wie dem Schweizer Historiker Daniele Ganser oder dem deutschen Youtuber Ken Jebsen, abzulegen. So glaubt er Ganser, wenn der behauptet, dass die Mainstreammedien letztlich von der Nato gesteuert seien. Und so schaut er häufig Ken Jebsen, der nicht nur «Experte» für Geopolitik, sondern plötzlich auch für Corona ist. Ganser und Jebsen stellen zwar kritische Fragen, suggerieren damit jedoch schon die Antworten. Ihre weitere Gemeinsamkeit: Die Welt wird gesteuert von irgendwelchen dunklen Kräften in den USA. Und damit sind wir im Milieu der Verschwörungstheoretiker, die in unübersichtlichen Zeiten das liefern können, was Politik und Medien in dieser Klarheit oft nicht anbieten können: Orientierung – Gut und Böse.

Der kritische Querdenker Caimi mag an den Corona-Demos in Deutschland und in der Schweiz, trotz unzähligen Belegen, keine Verschwörungtheoretiker, völkische Esotheriker, Impfgegner, Neonazis und Antisemiten erkennen, sondern nur friedliche, normale Leute, die für die Grundrechte einstehen. Dennoch bedient er bei seiner Ansprache in Zürich genau diese Leute: Merkel etwa ist das Feindbild schlechthin der Rechtsextremen, Soros das Symbol des jüdischen Weltlenkers, und Gates ist DAS böse Gesicht der Corona-Pandemie. «Mir geht es einzig um die Grundrechte, die mit den Corona-Massnahmen unnötig beschnitten werden», sagt Caimi. Aber es brauche viele Menschen auf der Strasse, damit die Kritik gehört werde.

Caimis Demo-Rede, die auf der Website seiner Praxis aufgeschaltet ist, liest sich wie eine klassische Verschwörungstheorie. So wird etwa aus seiner sorgenvollen Frage, ob etwa ein möglicher Corona-Impfstoff aus irgendwelchen Gründen zu rasch auf den Markt kommen könnte, die Gewissheit einer bösen Absicht: «Wir lehnen eure ungeprüften Impfstoffe, die ihr in Windeseile ohne Beobachtungszeit durchboxen wollt und für die ihr, mit eigenen Worten, ein Prozent heftige Impfschäden kalkuliert, ab!» 0,1 Prozent davon seien tödlich. Das würde, so Caimi, für Deutschland so viele Tote bedeuten, wie die Stadt Luzern Einwohner hat.

Bill Gates als Bösewicht

Und dieser böse Mann, der diese Impfungen weltweit durchsetzen möchte, sei Bill Gates. Caimi und ich sprechen lange über Gates, der, so Caimi, die Weltgesundheitsorganisation der UNO finanziere. Das sei ein Skandal, so Caimi. Eine Gesundheitsorganisation sollte ausschliesslich von den Staaten finanziert werden. Dennoch prangert er öffentlich nicht die Mängel bei der UNO-Organisation an, sondern Bill Gates. Mehrfach frage ich Caimi, weshalb er darauf komme, dass Gates Böses will. Gates wolle Geld machen, sagt er. Nur: Das wollen alle Pharmafirmen und Investoren, die nach einem Impfstoff forschen. Es ist ein Wettlauf um Milliardengewinne – Kapitalismus eben.

«Ich würde gerne in die Psyche des Ehepaars Gates sehen. Wenn ich am Morgen aufstehe und unzählige Milliarden auf dem Konto habe, möchte ich dann einfach nur noch mehr Geld, oder strebe ich dann nicht eher nach Macht und Kontrolle?», fragt sich Caimi. Jedenfalls sei Gates zuvorderst mit dabei, wenn es um Projekte geht mit Mikrochips unter der Haut, auf die Impfdaten gespeichert würden und mit denen künftig bargeldlos bezahlt werden kann.

Der Männerarzt glaubt nicht, dass unsere Behörden dem gesellschaftlichen Druck standhalten können und einen Impfstoff erst nach eingehender Prüfung freigeben werden. Das Vertrauen in den Staat – bei Caimi ist dieses seit Corna tief erschüttert. Seine Hoffnung setzt er auf die vierte Gewalt. So sagt er am Schluss unseres Gesprächs: «Die Demokratie braucht starke und freie Medien und ihre einstige berufliche Objektivität.» 

ERPRESST UND DAS CORONAVIRUS?

Von Dr. med. Marco Caimi

Die Antwort lautet nein. Denn das Virus ist kein Aktivist, es nicht einmal ein ganzes Lebewesen und die Viren, die wir im PCR-Test «finden», sind RNA-Schnipsel. So was kann aber niemanden erpressen, schon gar nicht ganze Staaten, ja beinahe den ganzen blauen Planeten. Es sind die Herrschenden, die uns ans Gängelband nehmen, nacherziehen, belohnen und vor allem bestrafen und noch mehr ängstigen. Die sich Rechte aneignen, mit denen sie Mühe haben, sie wieder loszulassen. Dass sie unsere elementaren Grundrechte wie mit Panzern überrollen und dadurch Existenzen an den Abgrund bringen, sowohl in der ersten und noch vielmehr in der zweiten und dritten Welt oder gar vernichten, stört sie längst nicht mehr.

Der Publizist und Bestsellerautor René Zeyer schreibt in «Der Ostschweiz» vom 11. September 2020:

Wenn man die Gefährlichkeit der aktuellen Gesundheitslage einigermassen rational einschätzen will, dann hilft zum Beispiel die Statistik der wöchentlichen Todesfälle in der Schweiz. Genauer, der Vergleich pro Kalenderwoche zwischen 2020 und 2019. Um auch über viele Jahre hinweg diese Zahlen vergleichbar zu machen, greift der Statistiker zu Schläuchen. Zu Feldern, die zwischen dem oberen und unteren Rand der statistisch zu erwartenden Werte liegen.

Hört sich komplizierter an, als es ist. Liegen die aktuellen Todesfälle innerhalb dieser Bandbreite, dann kann man von einem völlig normalen Zustand sprechen. Ist das so? Nein, das ist nicht so. Es gibt im April 2020 einen deutlichen Ausreisser nach oben. Also überdurchschnittlich viele Todesfälle, signifikant mehr.

Au weia? Gemach, kein Anlass zur Panik. Diese Übersterblichkeit betrifft ausschliesslich die Altersgruppe 65 und älter. Und: bis Ende März bewegte sich die Wochensterblichkeit in der Schweiz bei den Ü-65-Jährigen am unteren Rand des Bandes. Genau wie seit Anfang Mai. Bis heute übrigens.

Und wie steht es denn mit den Unter-65-Jährigen? Das wäre ja die wirklich bedeutende Angabe. Denn, der Biologie sei’s geklagt, der Ü-65-Jährige neigt leider häufiger dazu, sein Leben zu beenden, als der Unter-65-Jährige. Sollte es hier also einen Ausreisser nach oben geben, eine signifikante Übersterblichkeit, dann wäre das ein klares Indiz, dass wir uns einem Killer-Virus gegenübersehen.

Aber hier kann völlige Entwarnung gegeben werden. Die wöchentliche Anzahl Todesfälle bewegt sich hier seit dem 1. Januar 2020 bis zum 1. September haargenau innerhalb der Bandbreite des statistisch zu Erwartenden. Immer. Vor dem Lockdown, während des Lockdowns, nach dem Lockdown. Bis heute. Zudem ist dieser Schlauch entschieden enger als derjenige für ältere Menschen. Denn bei denen führen zum Beispiel ganz normale Grippewellen immer wieder zu mehr Todesfällen als üblich.»

Warum also diese Panikkommunikation? Ist das noch umsichtige Politik, verantwortungsvolle Staats- und Staatenlenkung? 

Ich bin auf eine Rede von Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt gestossen, gehalten am 5. September 1977. Am gleichen Tag wurde in Köln Arbeitgeber Hans-Martin Schleyer von der RAF entführt. Sein Tross wurde mit Hilfe eines Kinderwagens (!) in Köln-Lindenthal zum Stehen gebracht. Danach wurden ein Fahrer und drei Leibwächter mit insgesamt hundertsieben (107!) Schüssen erschossen, Schleyer entführt. Schmidt sagte u.a. (…) diese blutige Provokation und Erpressung richtet sich gegen uns alle.(…)

Es war eine wohl einzigartige Fernsehansprache in der Nachkriegszeit. Schmidt rief ohne jeden Pathos, ohne den in späteren Jahrzehnten und bis heute üblichen Betroffenheitskitsch die Bürger zur gemeinsamen Verteidigung des Gemeinwesens und Grundgesetzes auf. So nüchtern, authentisch und glaubwürdig konnte das wohl nur ein deutscher Politiker tun, der als Oberleutnant der Wehrmacht den zweiten Weltkrieg mitgemacht hat.

30 Jahre später sagte Schmidt einmal in einem Interview zu dieser Zeit und Rede: »Wir hatten alle die Kriegsscheisse hinter uns. Wir hatten überhaupt genug Scheisse hinter uns und waren abgehärtet. Und wir hatten ein erhebliches Mass an Gelassenheit bei gleichzeitig äusserster Anstrengung der eigenen Nerven und des eigenen Verstandes. Ja, der Krieg war eine grosse Scheisse, aber in der Gefahr nicht den Verstand zu verlieren, das hat man damals gelernt.»

Im Gegensatz zu Merkel und KonsortenInnen, die fast alles, was sie einst zu vertreten behaupteten, in ihren Taten später verwarfen und verwerfen, hat Schmidt schon vor seine Fernsehansprache, aber erst recht danach Wort gehalten und die RAF unnachgiebig bekämpft. Und er musste eine schwere Entscheidung treffen: Den Entführern nicht nachzugeben. Das traurige Resultat ist bekannt (Schleyer wurde ermordet), aber die Erpressungen des deutschen Staates durch die RAF hörten bald auf.

Lassen wir uns von den Promotoren und Huldigern des Virus nicht länger erpressen. Pflegen und stärken wir unser eigenes Immunsystem und nicht das von Moderna oder AstraZeneca genetisch in uns implantierte. Halten wir im nächsten Grippewinter gebührend Abstand, v.a. wenn wir Vorerkrankungen haben und waschen wir gut unsere Hände. Traurig genug, dass man das auch erwachsenen Menschen gebetsmühlenartig sagen muss. Besprechen wir Vor- und Nachteile bewährter Impfungen mit dem Arzt oder der Ärztin unseres Vertrauens und nicht telemedizinisch am Telefon. Wechseln wir nicht in den Panikmodus der Medien und Regierenden, sondern informieren wir uns vielseitig. Und geniessen wir auch das Leben, soziale Kontakte und unsere Liebsten!

Dauernd hört man in den letzten Tagen und Wochen vom BAG, von Berset und von «Experten» im pseudowissenschaftlichen Elfenbeinturm Sätze wie folgender: «Die epidemiologische Lage ist stabil, aber fragil.» Stabil, aber fragil? Zumindest das mit dem Verstand, wie ihn Helmut Schmidt verstanden hat, wäre dringendst zu hinterfragen. Tut fast niemand, denn es grenzt bereits trotz Methode, nein, nicht an Wahnsinn, aber an Verschwörung.

©Marco Caimi

REDE VON DR. MED. MARCO CAIMI ANLÄSSLICH DER «ZURÜCK ZUR FREIHEIT» – KUNDEGEBUNG VOM 29. AUGUST 2020 IN ZÜRICH

HALLO ZÜRICH!

Das FREIHEITSVIRUS IST AUCH IN ZÜRICH AUSGEBROCHEN!

Ich war vor zwei Wochen in Hamburg an der Querdenker-Demo!

Noch etwas können wir von den Hanseaten lernen: In deren VERFASSUNG VON 1270 steht:

Du hast keinen HERRN über und keinen KNECHT UNTER DIR! 

Und darin steht auch: WIR WOLLEN KEINE AUSZEICHNUNGEN VON FREMDEN HERREN ANNEHMEN!

Und genau darum geht es: Mr. Bill Gates, Mr. Tedros Adhanon Gebreyesus, Mr. George Soros, Mr. Jeff Bezos, Frau Merkel, Herr Söder, Frau Rickli, Herr Engelberger, Herr Prof. Klaus Schwab und an alle anderen skrupellosen Oligarchen und eingeschüchteten Politiker:

WIR SAGEN FRIEDLICH UND HÖFLICH: NEIN DANKE!

  • Wir lehnen eure trojanische Kavallerie und Geschenke AB.
  • Wir lehnen, HERR SALATHE jegliche Überwachungs-App ohne wasserdichte gesetzliche Grundlage – AB!
  • Wir lehnen eure ungeprüften Impfstoffe, die Ihr in Windeseile ohne Beobachtungszeit durchboxen wollt und für die Ihr, mit eigenen Worten, 1% heftige Impfschäden kalkuliert – AB! 0,1% tödlich, 8500 in CH, 83’000 in D. Das entspricht einer ganzen Stadt wie St. Gallen oder Luzern.
  • Wir lehnen eure Microchips unter der Haut – AB!
  • Wir lehnen auch ID 2020 und das betrifft auch Sie, Professor Klaus Schwab und Ihr WEF mit dem Great Reset, – AB! Dazu gehört auch die Abschaffung des Bargeldes!
  • Wir lehnen eure Masken, ausser im OP, die gegen Viren komplett nutzlos, im Gegenteil gefährlich sind und von euch Regierenden nur als sichtbares Herrschaftsinstrument eingesetzt werden – AB.
  • Ihr fasst euch mit den Fingern dauernd in und an eure feuchten und kontaminierten Masken in eurem Gesicht und mit den gleichen Fingern greift Ihr zu Obst, Gemüse und an die Einkaufswagen und Türklinken. SOLIDARISCH UND GESUNDHEITLICH  VERANTWORTUNGSVOLL IST, WER KEINE MASKE TRÄGT!
  • Bereits jetzt sehen wir in Ländern, in denen schon länger flächendeckende Maskenpflicht besteht, eine Zunahme von Gesichtsausschlägen, Karies, Zahnfleischschwund, Atemwegserkrankungen und Übersäuerung durch Rückatmung erhöhter CO2-Kozentrationen hinter der Maske.
  • Es gibt sogar Kantone, wie Zürich, die eine Maskenpflicht für gebärende Mütter eingeführt haben. Wer so etwas anordnet, hat entweder noch nie eine Geburt live erlebt oder ist, man möge mir die Ausdrucksweise verzeihen, abgrundtief pervers! Schämt euch!
  • Das Schlimmste ist, dass die sog. Qualitätsmedien das nicht mal mehr gross hinterfragen. Und wisst Ihr warum? Weil sie längst nicht mehr unabhängig sind!
  • Ja, liebe Familie Gates, dass Ihr auch noch Zeitungen und Magazine wie die ZEIT und den SPIEGEL schmiert – lehnen wir AB!

Und damit noch kurz etwas für die einstigen Freunde der Freiheit und des Diskurs: DIE MEDIEN! Was seid Ihr für eine Enttäuschung geworden!

Ihr wart einst die stolze und wichtige 4. Macht im Staat. Napoléon hat gesagt:

ICH FÜRCHTE 3 JOURNALISTEN MEHR ALS 1000 BAJONETTE!

Aber, Journalistinnen und Journalisten, Ihr habt eine Mutation hinter euch, schlimmer, als je ein Virus mutieren kann: Von kritischen, aber stets fairen und objektiven Geistern seid Ihr zu Hofberichterstattern und Hofschranzen der Regierenden und der Oligarchie geworden!

Noch ist es nicht zu spät, aber WIR HABEN ES sowas von SATT, uns von euch beleidigen zu lassen, als Corona-Leugner, als Corona-Ignoranten, als Covididioten, als Verschwörungstheoretiker, noch schlimmer gar als Nazis und Antisemiten!

Ist das euer kritischer Umgang mit Menschen, die Fragen stellen, die Leben wollen nicht nur um des bedingungslosen Überlebens?

MEDIENSCHAFFENDE: ICH MUSS EUCH LEIDER ZURUFEN, DASS IHR NICHT MAL MEHR DEN UNTERSCHIED ZWISCHEN FAKTENORIENTIERTEM BERICHT UND PERS. KOMMENTAR KENNT.

Und nein, es ist nicht nur der BLICK, 20 Minuten oder NAU, nein, auch die NZZ und der Tagesanzeiger, die FaZ und der SPIEGEL, SRF, ARD, ZDF und ORF sind zu einem völlig regierungsunkritischen Journalismus übergetreten nach dem MOTTO:»WESSEN BROT ICH ESS, DESSEN LIED ICH SING!»

Ich kann förmlich hören, wie die grossen Ikonen des Journalismus, RUDOLF AUGSTEIN, der Gründer des SPIEGELS, und FRANK SCHIRRMACHER, der Kopf der FAZ, sich vor Entsetzen und Scham ob eurer bildhaften und gedruckten Ergüsse in ihren Gräbern wälzen. Claas Relotius war nur die Spitze des Eisbergs und ich wünsche mir viele Juan Morenos, der diesen hochdekorierten Betrüger überführt hat, unter euch!

Deshalb, und ich komme zum Schluss, fordere ich euch Journalisten auf, 1. Fragen stellende und für ihre Grundrechte eintretende Menschen AUCH ANZUHÖREN und NICHT EINFACH ABZUURTEILEN, BERUFLICH UND MENSCHLICH ZU DIFFAMIEREN UND DESAVOUIEREN!

Denn es ist, wie es ist: DER GRÖSSTE SCHUFT IM GANZEN LAND IST UND BLEIBT DER DENUNZIANT!

UND 2. FORDERE ICH EUCH AUF, EUREN WERKSTOLZ, EURE BERUFLICHE ETHIK UND WERTE WIEDER ZU SUCHEN UND NEU ZU DEFFINIEREN. UND ICH BIN SICHER, WER SUCHET, DER WIRD FINDEN!

Ich möchte versöhnlich enden:

Es wäre ein erster Schritt zum Dialog, eine erste kleine Brücke, um über diesen reissenden Fluss voll von Panikmeldungen zu gelangen, um sich in die Augen zu sehen und miteinander zu sprechen. 

Diesen Brückenbau traue ich euch nach wie vor zu, liebe Medienschaffende! Wir alle brauchen euch doch in eurer einstigen beruflichen Objektivität! Eine Demokratie, die diesen Namen noch verdient, braucht starke und freie Medien!

Wir alle hier strecken euch die frisch gewaschene und desinfizierte Hand dazu entgegen!

DANKE!

DIE NORMALITÄT MUSS ZURÜCK – Zurecht waren in Berlin Hunderttausende auf der Strasse

Und am 29.8.20 werden noch mehr kommen!

Die Berichterstattung über die Großdemonstration am 1. August in Berlin ist sehr widersprüchlich. Während die einen jauchzend von Teilnehmerzahlen im Millionenbereich sprechen, klammern sich die anderen eisern an ein unhaltbares Narrativ weniger zehntausend Demonstranten. Aber die Höhe der Teilnehmerzahl ist nicht die Frage, die mir aus meinem Umfeld entgegenschwappt. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage nach dem Sinn dieser Demonstration, oft gepaart mit der Empörung darüber: Worum ging es dabei eigentlich? Was brachte diese Menschen dazu, die Corona-Maßnahmen der Regierung so demonstrativ zu missachten? Und ist das nicht asozial? Das ist gleichzeitig die Sicht der Mainstream-Berichte. Doch die Menschen hatten am 1. August in Berlin gute Gründe dafür, ihr Recht auf Versammlungsfreiheit wahrzunehmen. In diesem Artikel werden die Motive erörtert, die hunderttausende Demonstranten auf die Straßen Berlins drängten. 

„Da gefährden diese Vollidioten ihre und anderer Leute Gesundheit, nur weil sie keine Lust haben, sich beim Einkaufen für fünf Minuten den Mund zu bedecken. Wie unverantwortlich!“ 

So einfach legen sich viele Kritiker der Demonstration die Beweggründe der immerhin mehreren hunderttausend Menschen zurecht, die in Berlin auf der Straße demonstrierten. Dass der oben genannte Vorwurf niemanden von der Couch auf die Straße bewegt, dürfte aber doch jedem klar sein. Die Motive der Demonstranten müssen also vielschichtiger ausfallen. Wer meint, mit einem Kommentar wie dem obigen alles gesagt zu haben, ist nicht an Verständigung interessiert und damit automatisch nicht an demokratischer Auseinandersetzung. Es lohnt sich, genauer hinzusehen. 

Der wohl wichtigste Grund, der die Menschen in Berlin zum Demonstrieren bewegte, ist die Unehrlichkeit der Regierung im Zuge der Coronakrise.

Viele Beispiele belegen, dass führende Politiker das Vertrauen der Bürger während der Krise missbrauchen. Schon im Mai nannten Kanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn falsche Infektionszahlen: Statt von 29.000 Infizierten sprachen sie von 40.000. Das ist kein kleiner Rechenfehler, sondern ein grober Schnitzer. Der Fehler wurde im Nachhinein auch offiziell eingeräumt. 

Bald darauf, im April, äußerte Wolfgang Kubicki (FDP) deutliche Zweifel an der Korrektheit der Reproduktionszahl (R-Wert), die das Robert Koch-Institut veröffentlicht. Diese Zahl gibt an, wie viele Menschen eine infizierte Person in einer bestimmten Zeit im Durchschnitt ansteckt. Steigt der Wert über 1, breitet sich die Krankheit weiter aus. Liegt der Wert unter 1, sinkt die Zahl der Neuinfektionen. Und während Bayern, das Bundesland mit den meisten Infektionen, im April einen R-Wert von 0,57 verkündete, stieg der R-Wert bundesweit laut RKI von 0,9 auf 1,0 — kurz vor der Kultusministerkonferenz. 

„Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Der R-Wert des RKI steigt ausgerechnet zur Konferenz der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten, bei der vor weiteren Lockerungen gewarnt werden soll“, kommentierte Kubicki und fasste zusammen, die Zahlen des RKI „vermitteln eher den Eindruck, politisch motivierte Zahlen zu sein als wissenschaftlich fundiert“. Schätzungen des Helmholtz-Zentrums und der TU Ilmenau zum Reproduktionswert wichen deutlich von den Daten des RKI ab. 

Und noch zur Anfangszeit der Corona-Krise behauptete unsere Regierung, dass FFP2- und FFP3-Masken nicht geeignet seien, um die Verbreitung des Virus aufzuhalten — Masken zu tragen, sei unnötig, hieß es. Dieselben Politiker führten bald darauf die allgemeine Maskenpflicht ein — aber erst, nachdem wieder Masken verfügbar waren. Werner Gleißner, Experte für Krisenkommunikation, bezeichnete diese Strategie in einem Interview als „kalkulierte Notlüge“.

Die Wiedereinführung der erweiterten Maskenpflicht in Österreich begründete der dortige Gesundheitsminister Rudolf Anschober übrigens nicht etwa mit gestiegenen Corona-Infektionszahlen, sondern mit Rhinoviren — normalen Erkältungsviren — und dem „virologischen Grundrauschen“. In einem weiteren Interview gab er später zu, dass es bei der Maskenpflicht „natürlich auch um einen psychologischen Effekt“ ginge. Dass die führenden Politiker hierzulande sehr ähnlich denken, kann mit Fug und Recht angenommen werden. 

Im Mai wollte dann ein hochrangiges Mitglied des Bundesinnenministeriums eine Schadensanalyse der Folgen des Lockdowns in Auftrag geben und setzte sich mit dem Arzt Gunter Frank in Verbindung. Dessen erste Frage lautete etwas verblüfft, ob es denn noch keine solche Schadensanalyse gegeben habe. Allein die medizinischen Folgen der Maßnahmen sind bereits äußerst relevant — „über Monate nicht durchgeführte Operationen, Weiterbehandlungen, Früherkennungen oder Pflegeeinschränkungen“. Nein, es hatte noch keine Schadensanalyse gegeben. „Der Mitarbeiter des Bundesministeriums hätte dazu Vorstöße gemacht, aber sei jeweils auf taube Ohren gestoßen und es sei sogar mit Konsequenzen gedroht worden, sollte er nicht dazu schweigen.“ 

Gunter Frank arbeitete zusammen mit anderen Experten — von universitären Institutsleitern bis hin zu Klinikleitern — eine fachlich hochkompetente und belastbare Einschätzung zu den Schäden des Lockdowns aus. Dieser Bericht wurde anschließend vom Innenministerium zurückgehalten, der engagierte Mitarbeiter wurde suspendiert. Frank arbeitete das Geschehen in einem sehr lesenswerten Artikel gründlich auf. 

Fragwürdiger Umgang mit Daten

Um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, soll außerdem fleißig die Corona-App der Bundesregierung genutzt werden, die im Hinblick auf den Datenschutz nicht wasserdicht ist. Und in letzter Zeit häufen sich die Berichte, dass die persönlichen Daten – wie der Name, die Anschrift, die Telefonnummer —, die wir in Restaurants oder Hotels hinterlegen müssen, von der Polizei eingesehen und ausgewertet werden können, um etwaige Augenzeugen zu Straftaten herauszusuchen. Zu Anfang hieß es, diese Daten dürften unter keinen Umständen an Dritte weitergegeben werden. Daran hält sich die Polizei offenbar nicht. Hier werden Einzelstraftaten über das allgemeine Recht auf Datenschutz gestellt. 

Und einige Maßnahmen selbst sind, seien wir mal ehrlich, völlig inkonsistent. Beim Restaurantbesuch bleibt die Maske auf dem Weg zum Tisch vorm Gesicht, am Tisch dann nicht mehr. Beim Friseur müssen die Haare gewaschen werden, obwohl die Kontaktzeit deutlich reduzieren werden könnte, würde das jeder einfach vorher zuhause erledigen. In Bayern wurde zu Beginn der Krise das Sitzen auf Parkbänken verboten — alleine und unter freiem Himmel!

Das alles sind Beispiele von teils absurden Regelungen, von Täuschungen oder sogar bewussten Lügen, die unsere Regierung in jüngster Zeit zu verantworten hat. Aus ihnen ergibt sich jenes Misstrauen, das sich mittlerweile bei vielen Menschen in Deutschland eingestellt hat — selbst unter Politikern, wie an der Kritik Kubickis zu sehen ist. Genau dieses Misstrauen, das Gefühl, an der Nase herumgeführt zu werden, brachte viele Menschen auf die Straßen Berlins. 

Ein weiterer Grund ist der Umgang der Medien mit der Coronakrise — und vor allem der Umgang mit Kritikern der Regierungsmaßnahmen.

Wenngleich Beispiele wie die eben genannten zeigen, dass der Regierung in der Coronakrise nicht blind zu vertrauen ist, tragen alle großen Medienhäuser die Regierungslinie ohne laute Bedenken mit. Obwohl die Letalität von Covid-19 bei insgesamt circa 0,1 bis 0,3 und damit im Bereich einer starken Influenza (Grippe) liegt; obwohl das Sterberisiko für die Allgemeinbevölkerung einer täglichen Autofahrt zur Arbeit entspricht; obwohl bis zu 80 Prozent aller testpositiven Personen symptomlos bleiben — trotz all dieser Tatsachen schüren die meisten Medien weiterhin die Panik vor dem Virus, tragen die Regierungsmaßnahmen mit und verleumden alle Kritiker, die sich hiergegen aussprechen — unter ihnen zahlreiche hochqualifizierte Fachleute

Das soll nun nicht heißen, dass Sars-CoV-2 ungefährlich wäre, denn das ist das Virus mit völliger Sicherheit nicht. Die Verbreitung des Coronavirus ist keine „Test-Epidemie“, wie einige Menschen in Anlehnung an die Schweinegrippe behaupten. Bei bestimmten, meist älteren und vorbelasteten Patienten führt das Virus zu schweren Krankheitsverläufen mit Komplikationen in der Lunge, dem Gefäß- und Nervensystem und weiteren Organen, die teilweise noch monatelang nachwirken können. Es muss daher ein Ziel sein, diese Risikogruppen zu schützen. 

Die unbeachteten Folgen der Maßnahmen

Dennoch muss es auch möglich sein, offen über die Frage zu diskutieren, ob die rigorosen Maßnahmen zu diesem Zweck der Gesamtbevölkerung aufgebürdet werden müssen, wenn einige von ihnen — wie die Einschränkung der Versammlungsfreiheit — sogar gegen das Grundgesetz verstoßen und andere von ihnen die Existenzgrundlage zahlloser Menschen bedrohen. 

Dass tausende prekär Beschäftigte, befristete Angestellte, Restaurantbesitzer, Klein- und Mittelstandsunternehmer, aber auch Eltern, Künstler oder Selbstständige durch die Corona-Maßnahmen nicht nur in ihrem persönlichen Alltag, sondern in ihrer Existenzgrundlage bedroht sind, geht im medialen Hohelied auf die Regierungsmaßnahmen völlig unter. Auch vonseiten der Regierung fühlen sich diese Menschen nicht wahrgenommen, geschweige denn vertreten. Auf der einen Seite stehen tausende Menschen mit brutalen, ehrlichen Existenz- und Abstiegsängsten, auf der anderen einige wenige wohlsituierte Politiker und Medienkonzernmanager, die konsequent die Augen verschließen vor den Problemen der Menschen, die sie nicht ansehen wollen. 

Nicht nur werden diese Menschen nicht gehört, sie werden oftmals auch noch öffentlich diffamiert. Im Falle von Experten wie Wolfgang Wodarg oder Sucharit Bhakdi, die, nachdem sie jahrelang wertvolle und auch wertgeschätzte Arbeit geleistet haben, nun medial an den Pranger gestellt werden, ist diese undemokratische Dynamik besonders gut zu beobachten. 

Auch dagegen gingen die Menschen in Berlin auf die Straße. Die meisten Teilnehmer hatten das Gefühl, dass der Korridor des Sagbaren in einer Frage eingeschränkt wird, die uns alle etwas angeht, und dass wir über die Corona-Pandemie eine offene Debatte brauchen — keinen Gesinnungskrieg. Was wir definitiv nicht brauchen, ist die geifernde Panikmache, das ständige Gerede von allgegenwärtiger Angst und die Hetze gegen Menschen, die sich dagegen aussprechen. 

Und der dritte Aspekt, der die Menschen in Berlin bewegt hat, ist die begründete Sorge vor einem zunehmend autoritären Staat, der seine eigenen Gesetzesmissachtungen mit dem „Wohl der Allgemeinheit“ begründet, wenngleich diese Maßnahmen selbst Leid und Existenznöte erzeugen.

Dass Kanzlerin Merkel und ihrer Partei immer wieder schnippisch die selbst gewählte Vokabel „alternativlos“ als Gegenstück zur demokratischen Problemlösung entgegengehalten wird, ist meines Erachtens kein Zufall — und nicht zu unterschätzen. Es hat schon einen sehr unangenehmen Beigeschmack, wenn politische Entscheidungen in einer Demokratie als „alternativlos“ dargestellt werden. Genau das wird nun jedoch im Zuge der Corona-Pandemie wieder getan. Und immer dann, wenn diese Einseitigkeit politisch verkündet und medial wiederholt wird, kommt notwendiger Fortschritt ins Stocken. Das ist bei der Klima-Krise, die weitaus bedrohlicher ist als Covid-19, nunmehr seit Jahrzehnten der Fall. Dort ist die Kohleindustrie „alternativlos“, bei Corona sind es die Regierungsmaßnahmen. Im ersten Fall ist der Bevölkerung klar, dass ein Wandel stattfinden muss. Und auch der zweite Fall ist nicht so eindeutig, wie er präsentiert wird. 

Zweierlei Maß

Es ist doch sehr auffällig, dass die (zu begrüßenden) Black-Lives-Matter-Demonstrationen gegen Rassismus in ganz Deutschland politisch nicht nur gebilligt, sondern auch gelobt wurden – obwohl dort die Teilnehmer Maskenpflicht und Abstandsregelungen völlig missachteten. Saskia Esken, die halbe SPD-Parteispitze, sprach sich voll des Lobes für den friedlichen Protest gegen Rassismus aus. Doch wenn Kritiker der Regierungsmaßnahmen eine Großdemonstration organisieren und diese Maßnahmen ebenso missachten, gefährden — O-Ton Esken — „tausende Covidioten“ unverantwortlich die Gesellschaft. Das ist nicht nur unsachlich, es ist beleidigend. Saskia Esken, die an der Spitze der SPD steht, nimmt die Sorgen zahlreicher Arbeitnehmer nicht ernst und spuckt ihnen noch ins Gesicht.

Der Fokus scherte noch während der Demonstration mal eben alle Teilnehmer als „Virus-Leugner“ über einen Kamm. Was für eine billige Vereinfachung! Noch Tage nach der Demonstration halten Medien und Politik an der absurd niedrigen Teilnehmerzahl von 17.000 bis 20.000 Demonstranten fest, die sowohl von den Teilnehmern — wir selbst waren live vor Ort — als auch von den Aufnahmen der Demonstration widerlegt wird. In diversen Videosist zu sehen, dass zur Hochzeit der Demonstration über die Außenbildschirme der Polizeiwagen flimmerte: „Achtung! Kundgebungsplatz überfüllt!“

Sehr genau durchgerechnet, wie viele Menschen auf der Straße des 17. Juni Platz finden können, haben die Kollegen beim Magazin multipolar, die allein für die Straße des 17. Juni auf 160.000 bis 320.000 Teilnehmer kommen. „Dass eine solche Menge tatsächlich auf diesem Staßenabschnitt Platz findet, wird bestätigt durch Aussagen des Leiters des Straßen- und Grünflächenamtes Berlin Mitte, Harald Büttner, von 2013, demzufolge 300.000 Besucher auf der Partymeile möglich wären.“ Momentaufnahmen fangen den konstant weiterlaufenden Strom an Demonstranten nicht ein.

Außerdem sind die Busunternehmer Alexander Ehrlich und Thomas Kaden bereit, auch vor Gericht zu bezeugen, dass ihnen für ihre Aktion „Honk for Hope“ bereits gegen Mittag des 1. August 2020 seitens der Polizei der Zugang zum Demonstrationszug mit der Begründung verwehrt wurde, derselbe hätte bereits geschätzte 800.000 Teilnehmer, weitere seien aus Sicherheitsgründen nicht zugelassen. 

Die massenmedial verbreitete Zahl von 20.000 Teilnehmer bei der Demonstration am 1. August 2020 ist falsch. Es waren deutlich mehr. 

Diese Falschberichterstattung ist ein eklatantes Beispiel für die Bereitschaft von Politik und Medien, unliebsame Kritik kleinzureden und unglaubwürdig zu machen. Das steht genau für den Vertrauensverlust, der die Menschen überhaupt erst auf die Straße drängte. Ebenso, wie Trump sich die Besucherzahlen bei seiner Amtseinführung 2016 zurechtlog, verzerren unsere Politiker das Bild einer Realität, die ihnen nicht gefällt. 

Und es ist auch leicht zu erklären, wie es zur Verbreitung dieser Falschzahl kam. Noch während der Demonstration schrieben alle Mainstream-Medien unisono von 17.000 Teilnehmern — weil sie alle denselben Artikel brachten. Ob SpiegelFocusweb.de — unter jedem der Artikel zeichnet dpa verantwortlich. Die Beiträge selbst waren über Passagen hinweg völlig identisch — der einzige Unterschied war die jeweilige Überschrift, eine reißerischer als die andere. Hier brachten alle Medien denselben Artikel, wie es bei dpa-Artikeln oft vorkommt. 

Die Masse der Berichte spiegelt also nicht wider, wie viele Journalisten die jeweiligen Medienhäuser vor Ort hatten, sondern lediglich, dass sich alle nur auf eine Quelle verließen. 

Hier gilt wohl das Prinzip: Wahr ist, was oft genug wiederholt wird. Da macht es auch nichts, wenn das der immer selbe Artikel ist. Somit steht eine einzige Artikel-Schablone gegen hunderte Live-Streams, tausende Tweets und hunderttausende Teilnehmer. Nun ist diese falsche Berichterstattung die Grundlage für Forderungen aus der Politik, die Maßnahmen noch zu verschärfen. 

Erst kürzlich wurde bekannt, dass Gesundheitsämter in mehreren Bundesländern fordern, Kinder müssten bei Ansteckungs-Verdacht zuhause isoliert werden – keine gemeinsamen Mahlzeiten mehr, Maskenpflicht in den eigenen vier Wänden, Isolation der Kinder in anderen Räumen. Eltern sollen ihre Kinder quasi zuhause einsperren. Bei Zuwiderhandlung wurde den Eltern gedroht, ihre Kinder für die Dauer der Quarantäne in Heime „abzusondern“. Das ist schlicht ungeheuerlich. 

Wieder werden die Probleme der Menschen ignoriert, die finanziell nicht abgesichert sind. Nicht jede Familie wohnt in einer Drei-Zimmer-Wohnung! 

Die Corona-Krise wird immer mehr zu einer Grundsatzfrage: Wie viel Macht gestehen wir, der Souverän, den Regierenden zu? 

Absurde Strafen

Dabei sind einige der Bestrafungen bereits völlig unverhältnismäßig. Allein die Gastronomie reicht aus, um das zu verdeutlichen: In meinem Wohnort wurde noch zu Anfang der Krise einem kleinen Imbiss-Lokal eine Strafe von 5.000 Euro angedroht, da die Inhaber nicht gut genug darauf geachtet hätten, dass die Besucher auch den Mindestabstand einhalten — auf einer belebten Straße. Als ich kürzlich ein anderes Restaurant besuchte, erfuhr ich, dass den Gastwirten eine Strafe von bis zu 50.000 Euro droht, wenn sie dabei „erwischt“ werden, dass die Maskenpflicht in ihrem Lokal nicht eingehalten wird — unter freiem Himmel. Und wer aus Datenschutzgründen Fantasienamen wie „Mickey Mouse“ oder „Guy Fawkes“ auf den Datenzetteln einträgt, dem droht ein Bußgeld. Erst werden diese Zettel durch die Polizei veruntreut, und wer sich dann dagegen wehrt, wird auch noch belangt. 

Ich finde diese Strafen unverhältnismäßig, denn wie wirksam etwa die Maskenpflicht vor allem im Freien ist, ist noch immer nicht eindeutig nachgewiesen (1). Wie in der Klimakrise handelt die Politik nicht evidenzbasiert, sondern stellenweise nach Belieben, beziehungsweise nach Vorlieben. Dass die Pharma-Industrie durch Tests, Impfungen und Beratungen ordentlich an der Krise mitverdient, dürfte kein Geheimnis sein. Und dass Pharma-Lobbying in Deutschland ein großes und ernstzunehmendes Problem ist, wird schon daran deutlich, dass ein ehemaliger Pharma-Lobbyist das Amt des Gesundheitsministers bekleidet. Wer den Einfluss der Privatwirtschaft auf die Politik verleugnet, hat leider etwas Grundsätzliches nicht verstanden. 

Verleumdung an der Tagesordnung

Eben habe ich das Impfen angesprochen. Auch das wird medial und politisch ausgeschlachtet: Als „Impfgegner“ wurden viele Demonstranten diffamiert. Nun bin ich kein Impfgegner, im Gegenteil. Für mich steht außer Frage, dass Impfungen essentiell für die Bekämpfung einiger Krankheiten sind, in der Vergangenheit viel Gutes bewirkt haben und auch zukünftig weiter Gutes bewirken werden. Aber das liegt vor allem daran, dass Impfungen in Deutschland — und auch in Europa — strengen Auflagen unterliegen. 

Impfstoffe müssen im Kern zwei Kriterien erfüllen: Sie müssen effektiv sein, und sie müssen sicher sein. 

Effektiv heißt, dass sie tatsächlich vor der Krankheit schützen, gegen die sie entwickelt worden sind. Und sicher heißt, dass im Entwicklungsprozess durch Tests an Tier und Mensch sichergestelltwurde, dass die Impfung keine gravierenden Risiken oder Nebenwirkungen mit sich bringt. 

Während der Coronakrise werden diese Auflagen nun offenbar leichtfertig über Bord geworfen. Amerikanische Firmen wie Biontechwerben damit, schon im kommenden Jahr 1,2 Milliarden Impfstoffdosen verteilen zu können. Dafür erhielten sie von der US-Gesundheitsbehörde den sogenannten „Fast Track“-Status. Das ist eine hochbrisante Entwicklung, denn üblicherweise wird die Entwicklung eines Impfstoffs sehr viel strenger und umfassender kontrolliert, bevor er in den Handel kommt. Der Impfstoff des US-Unternehmens Moderna etwa übersprang die ansonsten üblichen Tierversuche.

Bis ein herkömmlicher Impfstoff unter Beachtung der EU-Auflagen marktreif ist, dauert es im Schnitt fünf Jahre ab dem Entwicklungsstart. Ein Nukleinsäureimpfstoff, bei welchem DNA in die Zellen des Impflings eingebracht wird, ist neu und braucht noch mehr Zeit. Es handelt sich dabei um ein hochriskantes Verfahren, das erst in den Kinderschuhen steckt — Nukleinsäureimpfungen sind für die Anwendung im Menschen noch nicht einmal zugelassen. Viele Risiken können erst Jahre später sichtbar werden. Die Entwicklung und Prüfung eines solchen Verfahrens würde mindestens sieben Jahre dauern. 

Obwohl der Moderna-Impfstoff während der Testphase am Menschen so starke Nebenwirkungen aufweist, dass einige der Probanden ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten, geht die Entwicklung weiter. Robert F. Kennedy Jr. bemerkte dazu: „Jedes andere Medikament (…), das in seiner ursprünglichen Phase-Eins-Studie ein derartiges Profil hätte, wäre ‚bei Ankunft tot‘“. Doch während der Coronakrise werden all die strengen Auflagen, die über Jahre garantiert haben, dass neue Impfstoffe sicher und effektiv sein müssen, einfach beiseitegeschoben. In nur ein oder zwei Jahren Entwicklungszeit kann diese Sicherheit schlicht nicht gewährleistet werden. 

Es ist absolut unverantwortlich, unter diesen Umständen eine allgemeine Impfpflicht zu fordern. 

Manche Politiker plädieren auch dafür, die Maßnahmen solange in Kraft zu lassen, bis ein Impfstoff entwickelt ist. Nicht nur ist das angesichts der Pathogenität von Covid-19 übertrieben. Es würde einen Lockdown von mindestens fünf Jahren bedeuten, vorausgesetzt, dass die bisherigen gesetzlichen Impf-Auflagen weiterhin beachtet werden.

Wenn also bei der nächsten Demonstration wohlfeil von „dummen Impfgegnern“ gesprochen wird, sollte man sich ins Gedächtnis rufen, dass Bedenken bezüglich einer übereilten und möglicherweise zwangsverordneten Corona-Impfung die einzig vernünftige Einstellung sind. 

Fazit

Ich habe in diesem Artikel ausführlich dargelegt, dass die Beweggründe der Demonstranten am 1. August keinesfalls einfältig waren. Nur, weil man sich an der Maske in der Kassenschlange stört, ist dort niemand auf die Straße gegangen. Und es war auch kein Halbwissen, das Hunderttausende einmal mehr auf der Straße des 17. Juni für ihre Rechte hat einstehen lassen. 

Vielen der Demonstranten werden die Argumente bewusst gewesen sein, die in diesem Beitrag aufgelistet und erörtert wurden. Viele sehen sich, wenngleich sie sich selbst hervorragend informiert und Arbeit in ihre Position gesteckt haben, einem reißerischen Journalismus gegenüber, der in diesen Zeiten lieber hetzt als anständig argumentiert. Kritiker der „offiziellen“ Meinung werden gemaßregelt durch einen Regierungs-Goliath, der, von seiner eigenen Herrlichkeit geblendet, nach Gutdünken einschneidend in Millionen Leben eingreift und keine Verantwortung für die Schattenseiten seines Handelns übernehmen will. 

Die Demonstration am 1. August war, verglichen mit diesen schweren Geschützen, eine Steinschleuder. Doch wir wissen, wozu auch sie fähig ist — wenn David weiß, was er tut. 


Quellen und Anmerkungen:

(1) Zur Wirksamkeit der Maskenpflicht folgt ein Ausschnitt aus dem aktuellen Rubikon-Newsletter, den Sie hier abonnieren können: 

Verschiedene Länder diskutieren eine teilweise Maskenpflicht in der Allgemeinbevölkerung oder haben diese bereits eingeführt. In den Updates vom Juni und Juli 2020 wurde indes dargestellt, dass die Evidenz für die Wirksamkeit von Stoffmasken in der Bevölkerung, entgegen der Darstellung in vielen Medien, weiterhin sehr schwach ist.

Bei früheren Grippe-Pandemien hatten Stoffmasken keinen Einflussauf das Infektionsgeschehen. Das oft genannte Maskenland Japan hatte seine letzte Grippe-Epidemie mit über fünf Millionen Erkrankten erst gerade vor einem Jahr, im Januar und Februar 2019. Auch den Ausbruch der Covid-Pandemie in Wuhan konnten die dort verbreiteten Masken nicht aufhalten.

Aufgrund der deutlich geringeren Hospitalisierungs- und Sterberate von Covid-19 (im Vergleich zu den ursprünglichen Annahmen) ist eine Maskenpflicht nicht unbedingt erforderlich, um „die Kurve abzuflachen”.

Im Zusammenhang mit Masken stellt sich auch die Frage, ob das neue Coronavirus durch Aerosole weiträumig übertragen werden kann. Eine echte Aerosol-Übertragung auch im Freien erscheint laut Fachleuten weiterhin unwahrscheinlich — die Verbreitung des Virus würde sonst eine andere Dynamik aufweisen und wäre entgegen der Realität oftmals nicht rückverfolgbar. Doch eine aerosolartige Übertragung in Innenräumen — insbesondere bei einer geschlossenen Luftumwälzung durch Ventilatoren oder bei intensiven Aktivitäten wie Singen und Tanzen – erscheint aufgrund verschiedener Vorfälle zunehmend wahrscheinlich beziehungsweise gesichert.

Bei einer Übertragung durch Aerosole dürften Stoffmasken aufgrund ihrer Porengröße und ungenauen Passform allerdings noch weniger Schutz bieten als bei Tröpfchen.

DAS UNDENKBARE MORGEN

Ab Herbst 2020 werden Maskenmuffel keine Chance mehr haben, dem digitalen Pranger zu entgehen.

von Nicolas Riedl

Diese Geschichte ist fiktional und dennoch sehr gut vorstellbar. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass heute vieles real ist, was vor wenigen Wochen noch als undenkbar galt. Die Dystopie von gestern ist uns mit Corona auf erschreckende Weise nähergerückt. Daher lohnt es, sich schon jetzt Gedanken über die „undenkbaren“ Entwicklungen von morgen zu machen. Nachfolgender Artikel entpringt einer gedanklichen Zeitreise in den vor uns liegenden Oktober und wurde vom Lokalredakteur einer Berliner Tageszeitung verfasst. Er berichtet von einer politischen Kunstaktion, bei der Überwachungskamerabilder von Maskenverweigerern öffentlich ausgestellt werden, um die gesellschaftlichen Ausreißer öffentlichkeitswirksam zu brandmarken. 

Berlin, 14. Oktober 2020. Seit Montag flimmern über die öffentlichen Monitore in Bus, U-Bahn und Tram Aufnahmen von Überwachungskameras, die nur wenige Zentimeter von diesen Bildschirmen entfernt montiert sind. Die Bilder zeigen ein immer gleiches Motiv: unvernünftige Fahrgäste, die sich immer noch weigern eine Maske aufzusetzen. Selbst jetzt, da die Anzeichen für eine zweite Welle immer deutlicher und unbestreitbarer werden. Doch das Konglomerat aus Verschwörungsideologen, Wirrköpfen und rechten Hetzern geriert sich unbelehrbar und faktenresistent. Diese weitverbreitete Realitätsverweigerung der Corona-Leugner gefährdet nach wie vor alle vernünftigen Mitbürger, die auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind. 

Die Aktionskünstler vom „Center für politische Schönheit“ (CPS) wollten diesem verantwortungslosen Treiben nicht länger zusehen und starteten Ende September in Zusammenarbeit mit der Berliner Verkehrsgemeinschaft (BVG) eine gemeinsame Protestaktion. Die BVG ließ der Künstlergruppe mehrere Hundert Stunden Videomaterial von Überwachungskameras der U-Bahn-Linien 7, 8 und 9 zukommen. Mehrere Tage und Nächte verbrachten die Künstler damit, das Material zu sichten, auszuwerten und nach einer ganz spezifischen Gruppe von Fahrgästen Ausschau zu halten — den Maskenverweigerern. 

„In langen Nächten mit ungezählten Tassen Kaffee haben wir dann wirklich eine beachtliche Zahl an MaskenverweigererInnen ausmachen können“, erzählt uns die 23-jährige Gender-Studies-Studierende Máta Invidia vom CPS. „Wir haben die entsprechenden Stellen im Material ausgeschnitten und den Ausschnitt vergrößert, sodass die Gesichter gut zu erkennen sind.“

Daraus entstand die Aktion „#FaceOfShame — Wir geben der Unvernunft ein Gesicht!“ Die Idee dahinter ist sehr simpel: 

„In der aktuellen Situation ist es im Gegensatz zu gewöhnlichen Zeiten ein unsolidarischer und eigentlich schon menschenverachtender Akt, Gesicht zu zeigen. Wir wollen den MaskenverweigererInnen ein klares und unmissverständliches Signal senden: ‚Ihr bleibt nicht anonym!‘ Viele bilden sich ein, sie könnten unbescholten die Öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, ohne eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Nicht in Berlin! Wer Corona leugnet und entsprechend in rücksichtsloser Weise handelt, wird nun zur Rechenschaft gezogen!“, so Máta Invidia.

Bereits im Juni führte der Berliner Senat ein Bußgeld für Maskenverweigerer ein, nachdem der erhoffte Erfolg durch soziale Kontrolle ausblieb. Doch auch das zeigte keine erkennbare Wirkung. Nun wird versucht, die Zügel der sozialen Kontrolle durch „Blaming“ anzuziehen.

Invidia schildert uns weiter mit Genugtuung: 

„Manche können sich das Bußgeld wohl leisten oder weigern sich es zu bezahlen. Aber wenn die VerweigerInnen und alle anderen ihr Gesicht auf den Public-Screens in Bus und Bahn, auf unseren großen Plakaten und den nächtlichen Leinwand-Projektionen an der Bundestagsfassade sehen, dann wird das den Druck auf sie immens erhöhen. Sie sind dann keine in der Masse anonymen ‚RebellInnen‘ mehr, sondern werden nunmehr von weiten Teilen der Öffentlichkeit gesehen.

Wenn es so funktioniert, wie wir uns das erhoffen, erreichen diese Bilder irgendwann auch die ArbeitgeberInnen oder FamilienmitgliederInnen dieser MaskenverweigererInnen, mit hoffentlich den entsprechenden Konsequenzen sozialer Ächtung. Selbsterklärend verfolgen wir mit dieser Aktion auch eine Art Abschreckung. #FaceOfShame ist nicht nur eine Enttarnung bereits aktiver MaskenverweigerInnen, sondern auch eine scharfe Warnung an all jene Spinner und Aluhüte, die bereits darüber nachdenken, sich dem Maske-Abnehmen anzuschließen.“

Auf Social Media stößt diese Aktion auf breiten Zuspruch. Die Bilder der Maskenverweigerer werden zehntausendfach geteilt. Nicht selten werden Hinweise auf die Identität der erfassten VerweigerInnen zu Top-Kommentaren. Auch das East-Side-Hotel in der Mühlenstraße zeigte sich solidarisch und ließ sich auf seiner fensterlosen Fassade acht Bilder mitsamt dem Hashtag #FaceOfShame tapezieren. 

Einige Datenschützer zeigen sich angesichts dieser Aktion besorgt. Das CPS sieht den Aspekt des Datenschutzes relativ gelassen. Nach Invidia gehe es aktuell um die Frage, was jetzt in diesen Zeiten wichtiger sei: der Schutz der Daten oder die Gesundheit der Gesellschaft. In gefährlichen Zeiten gelte es, den Rahmen dessen, was Kunst dürfte, etwas zu überspannen: 

„Für den Schutz von Menschenleben sind wir gerne bereit, den Datenschutz zu touchieren“, erzählt sie grimmig, während sich ein stolzes Lächeln unter ihrer „Team-Drosten“-Alltagsmaske unverkennbar breitmacht …

MASKEN: NUTZEN, ANWENDUNG UND GEFAHREN

Von Andrea Krüger, OP Schwester

Ich habe lange im Krankenhaus auf der Chirurgie und unter anderem auch im OP gearbeitet. Von daher kenne ich die Anwendung der Masken sehr genau. Im Krankenhaus wird mit zertifizierten medizinischen Masken gearbeitet. Selbst diese werden noch unterteilt in die “einfachen” OP Masken die die meisten Menschen kennen, und die FFP2 und FFP3 Masken. Die einfachen OP Masken werden am häufigsten eingesetzt. Sie schützen den Patienten während der OP oder der Wundversorgung/Behandlung das Keime vom Arzt/Pflegepersonal in die Wunden gelangen. Unter Keimen sind hier Bakterien gemeint, keine Viren. Viren gelangen durch die OP Masken hindurch. Beim Tragen dieser OP Masken gibt es strenge hygienische Regeln. Unter anderem sollen diese alle 20 Minuten, spätestens alle 30 Minuten ausgetauscht und entsorgt werden. Dabei auf keinen Fall auf die oder an die Maske fassen, sondern nur am Band nehmen und in den dafür vorgesehenen Behälter geben, um in die Verbrennung gebracht zu werden. Beim starken Schwitzen oder sehr feuchter Atmung bitte öfters austauschen. Auf keinen Fall mit den Fingern an die Maske fassen. Beim Aufsetzen der Maske darauf achten, dass die Innenseite nicht kontaminiert ist, also aus der Verpackung nehmen, direkt OHNEanzufassen aufsetzen! Um Viren abzufangen, werden FFP2 oder FFP3 gebraucht. Die haben die nötigen Filter und Ventile, um Viren abzuhalten. Diese Masken dürfen länger getragen werden, im Maximalfall bis zu 8 Stunden. Für Anwendung gilt gleiches wie bei den OP Masken. Das ganz kurz zu den medizinischen Masken. 

Vom Bürger wird jetzt erwartet, bzw. er wird verpflichtet, eine Maske zu tragen, die nicht zertifiziert ist, eine Maske die man sich möglichst selbst aus Baumwolle oder ähnlichen Stoffen näht – und genug selten wäscht. Diese Stoffe sind beim Tragen über Mund und Nase – der Start unserer Atemwege!!! höchst bedenklich. Die Baumwolle hält keine Viren ab, wie die OP Masken. Wir reden hier doch aber von einem Virus, oder? Es heißt vom Gesetzgeber folgendes: Auch beim Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist der Abstand von 1,5 Meter einzuhalten. Auch auf meine Nachfrage beim Gesundheitsamt, weshalb die Masken getragen werden müssen, bekam ich die Antwort: “Man muß die Masken lediglich als Reminder verstehen, um den Abstand einzuhalten!” Allein schon diese beiden Aussagen bestätigen, dass diese Masken niemanden schützen, nicht den Träger und nicht die Anderen. Jetzt kommen einige und sagen naja, es hält aber die Tröpfchen auf beim Niesen und Husten. Sorry, Leute, ich niese oder huste niemandem ins Gesicht. Ich bevorzuge es, in ein Einmaltaschentuch zu husten oder zu niesen, um dieses dann direkt zu entsorgen- in den Müll. Ungern möchte ich den ausgehusteten Schnodder dann in meiner Maske weiter an meinem Gesicht kleben haben.

Nein, im Ernst, sichtbare Partikel werden sicher von der Maske aufgehalten, aber die unsichtbaren Partikel gehen auch dann da durch – es ist Baumwolle oder anderer Stoff! Und genau in diesen für unser Auge nicht sichtbaren Partikel befinden sich die für uns nicht sichtbaren Viren. Kurz und gut, wir können mit dem Tragen dieser Mund-Nasen-Bedeckung niemanden schützen. Was tun diese Masken aber? Sie belasten die Gesundheit des Trägers!

Die hygienischen Vorgaben beim Tragen dieser Mund-Nasen-Bedeckung sollte genauso eingehalten werden wie bei den einfachen OP Masken. Jetzt sehe ich aber, wie die Menschen da draussen mit dem Stoff umgehen, und ich sehe dort neue Lungenkranke – ganz ohne Corona. Warum? Viren und Bakterien befinden sich ständig um uns herum. Wir können das nicht vermeiden. Wenn wir jetzt ein Stück Stoff im Gesicht haben, sammeln sich da eine Menge Bakterien und Viren an. Teils von aussen, teils von innen durch unsere Atmung. Unsere Atmung ist feucht, dadurch entsteht in dieser Mund-Nasen-Bedeckung ein wunderbar warm/feuchtes Milieu – ein idealer Nährboden damit sich die Bakterien vermehren können – Sekundärinfektionen drohen!!!! Dazu kommt es zu einer erhöhten CO2 Rückatmung, der normale und gesunde Gasaustausch O2/CO2 ist nicht mehr gewährleistet – Kreislaufschwierigkeiten und Kopfschmerzen sind hier die harmlosesten Auswirkungen.

Beim Abnehmen der Maske fassen sehr viele Menschen den Stoff direkt an, somit besteht die Gefahr, dass sie sich dann sogar vermehrt mit Viren, auch mit Corona anstecken können! Ich könnte jetzt noch viel mehr auflisten, aber mache jetzt Schluss. Ich bin nicht unsolidarisch oder asozial. Ich möchte lediglich aufmerksam machen auf diese Gefahren! Ich möchte aufrütteln, damit wir in ein paar Monaten nicht haufenweise Menschen mit Asthma, chronischen Reizhusten oder wirklich schweren Lungenerkrankungen haben – und das ganz ohne CORONA! 

DAS DRECKIGE IMPFVERSPRECHEN GEGEN COVID 19

Von Marco Caimi

(Disclaimer: Ich bin kein Impfgegner, aber auf uns kommt richtig Dreckiges zu.)

Was ist denn ein Impfung? Eine Impfung ist eine Verabreichung fremder Substanzen (i.d.R. abgeschwächte Erreger) an eine grundsätzlich gesunde Person.

Was ist denn ein Impfstoff? Eine Substanz bestehend aus abgeschwächte Erregern, die uns vor einer grösseren und heftigen Infektion mit diesen Erregern schützen soll. Wir sollten durch diese Verabreichung allerdings nicht krank, sondern lediglich infiziert werden. (Etwas, das viele mit dieser Propaganda von neuen «Fallzahlen» auch noch nicht wirklich begriffen haben: Infiziert, also positiv, ist noch lange nicht krank und kein Grund für das Aufrechterhalten dieses ganzen Hokuspokus. Meines Wissens sind selbst Andorra und Luxemburg jetzt auf der Liste der Risikostaaten. Wann folgen wohl die Gemeinden Schwaderloch oder Gretzenbach?) Durch die Impfung durchläuft unser Immunsystem einen Lernprozess und ist im Ernstfall gut gewappnet. Vor einer Impfung sollte, zumindest bei anständigen ÄrztenInnen, immer eine Risikobewertung durchgeführt werden. Gesunde sollten nach dem alten ärztlichen Grundsatz «primum nihil nocere» (zuerst nicht schaden) nicht geschädigt werden.

Auch bei älteren und insbesondere vorerkrankten Menschen führt eine Impfung zu einer Aktivierung des Immunsystems und damit zu einer Auseinandersetzung im Organismus, die im Aufbau resp. Ausbildung einer Immunantwort mündet. Bei jungen Menschen und reinem und gut geprüftem Impfstoff i.d.R. unproblematisch, bei vorerkrankten Menschen wesentlich problematischer und risikoreicher. Entscheidend ist auch immer das Milieu, auf welches eine Impfung trifft. Nehmen wir das Beispiel Bergamo, das uns unter anderem den Lockdown eingebrockt hat. Dort wurden im Januar 2020 fast 40’000 Menschen, davon viele mit Vorerkrankungen gegen Meningokokken (Typ C) geimpft. Meningokokken können zu einer bakteriellen Hirnhautentzündung führen. Die Impfung kann Sinn machen, ist aber risikoreich. Im Januar 20 waren aber schon viele in Norditalien  (wie jedes Jahr!) mit anderen Erregern (Influenza, Rhinoviren, Coronaviren) infiziert. Kommt jetzt noch eine heftige zusätzliche Belastung für das Immunsystem dazu und sind noch andere schwerere Vorerkrankungen vorhanden – siehe oben. Man hat uns das aber nicht erzählt, sondern Särge, Militärlaster und Notfallstationen gezeigt.

Gegen was kann man impfen?

Gegen Bakterien und Viren. Gewisse Erreger mutieren kaum (Masernvirus, Pneumokkoken), andere dauernd (zB Influenza-Viren). Staphylokokkus aureus ist nach wie vor nicht beimpfbar, obwohl in Krankenhäusern ein grosses Problem…

Herstellung von Impfstoffen

Beispiel Influenza, die bekannte Grippeimpfung. In diesem Jahr gab es abgeschwächte Erreger aus den Jahren 2018 und 19. Es ist ein Trugschluss zu glauben, wir würden gegen den aktuellen saisonalen Erreger geimpft. Das ist nicht, weil die Pharmaindustrie so schlecht, sondern weil die Herstellung von abgeschwächten Impfstoffen sehr aufwendig ist. Für die Grippeimpfung werden Unmengen bebrüteter Hühnereier infiziert und aus diesen wird das Virus wieder isoliert, nochmals abgeschwächt und aufgereinigt. Ein solcher Prozess nimmt, anständig ausgeführt, ein bis zwei Jahre in Anspruch (Merkt Ihr schon was?). 

Also: Der Impfschutz gegen Grippe ist nicht null, aber sehr beschränkt.

Zulassung von Impfstoffen

Oberste dafür zuständige Behörde in Europa ist die EMA (European Medical Agency, seit dem Brexit nicht mehr in London, sondern in Amsterdam ansässig). Die EMA wird wesentlich vom deutschen Paul-Ehrlich-Institut unterstützt.

Im wesentlichen sollten bei einer Impfung keine gravierenden Nebenwirkungen auftreten. Akzeptiert wird eine leichte Hautrötung nahe der Einstichstelle und ein kurzzeitig auftretendes leichtes Fieber.

Es gibt drei Arten von Zulassungen:

Die bezugnehmende Zulassung. Beispiel Grippeimpfung. Man kennt die Impfform (Impfstoff) in seinen Grundzügen vom Vorwinter – wesentlich schnellere Zulassung vertretbar und üblich.

Zulassung für neuen Impfstoff: Dauert wesentlich länger mit den diversen prä- und klinischen Phasen (mind. 3-5 Jahre). 

Am Längsten dauert (dachte man zumindest bis vor kurzem….) die Zulassung für einen Impfstoff, der auf einer neuen Impfstrategie beruht (mind. 5-8 Jahre, eher mehr).

Gegen Corona-Viren gibt es keinen Impfstoff. Das liegt daran, dass bis vor kurzem Corona-Viren wegen ihrer Harmlosigkeit für die Pharma-Industrie völlig uninteressant waren. Der Impfstoff ist auch viel schwieriger als Influenza in Hühnereiern zu «ziehen». Es gibt weltweit keine SOPs (standard operating procedures). Daher ist bei mittlerweile einer dreistelligen Anzahl Firmen die Idee aufgekommen, eine völlig neuen Impfstrategie zu verfolgen. Es wird kein abgeschwächtes Virus verwendet, sondern es werden Gen-Schnipsel aus dem Virus geschnitten. Das ist an sich noch nicht neu, das hat man schon beim Ebola-Virus und beim Dengue-Fieber gemacht, diese Genschnipsel aber in ein deutlich weniger krankmachendes Virus gebracht und dem Menschen appliziert, in der Hoffnung, dass das Virus menschliche Zellen befällt und diese die Ebola-Informationen ablesen und das Immunsystem aktivieren. Es ist aber eine Gabe von in sich geschlossenem genetischen Material, das Virus wird abgetötet.

Beim geplanten Corona-Impfstoff (Curevac, BioNtech, Moderna) soll freie mRNA (also freies genetisches Material) über eine Trägersubstanz, einen sogenannten Carrier (z.Bsp. Nanosomen), also Minipartikel, direkt in unsere Zellen gebracht werden und dann von diesen abgelesen werden. Das bedeutet eine gentechnologische Veränderung des Menschen, denn unser Ablesesystem für genetisches Material soll neues und fremdes virusgenetisches Material ablesen.

Was wird NICHT wissen

In welche Zellen geht dieses Material des Virus? Wie lange wird es abgelesen? Wir wissen nicht, wo das neuen Material eingebaut wird. Und wir wissen auch nicht, ob es nicht auch in Keimzellen (Eizelle, Spermien) eingelagert und damit natürlich vererbt wird. Eine solche Impfung, die das Genom verändert, ist noch nie durchgeführt worden. Es gibt weltweit keinen mRNA-Impstoff, eine einsträngige RNA, die besonders geschützt werden muss, denn durch die Evolution hat unser Organismus gelernt, dass freie RNA, wie sie übrigens auch durch eigene Zellschädigung (Zellstress) entstehen kann, sofort durch Enzyme abgebaut wird. Darum muss die mRNA in einen dichten und widerstandsfähigen Transportbehälter gegeben werden, damit die Virus-RNA geschützt in unsere Zellen gelangen kann. Dadurch wird der Mensch gentechnisch verändert. Diese neue genetische Information wird in jedem Fall durch Zellteilung weiter gegeben.

Risiken

Zum Beispiel die Überreaktion des Immunsystems: Allergien, aber auch Autoimmunerkrankungen gegen den eigenen Körper («überall Viren!»).

Im deutschen Ärzteblatt 21/2020 vom 21. Mai war zu lesen, dass die zufällige Insertion von DNA (Umwandlung der mRNA durch das Enzym reverse transcriptase) in das Genom des Wirtes, also des Geimpften, nebst Autoimmunerkrankungen auch zu einer verstärkten Tumorbildung durch Aktivierung von Onkogenen und/oder durch Deaktivierung von Tumorsuppressoren kommen könnte. Aufgeklärte Wissenschaft weiss davon, wenn aber das Ziel, nein, kein Impfzwang, nur ein Impfobligatorium ist, kann das auch mal «zum Wohle aller» verschwiegen werden.

Verunreinigungen

Geschilderte Carrier- oder Transportsysteme führen oft zu Verunreinigungen, immer gefürchtet bei Impfungen. Diese Impf-Verunreinigungen, noch ohne Einfluss von mRNA oder später DNA, verursachen Impfschäden in der Grössenordnung von 5% bei den Geimpften. Impfschäden bedeutet, es kann zu einer Überreaktion des Immunsystems kommen, einem sog. Zytokin-Sturm.

In Zahlen

In der Schweiz sind 8,5 Millionen Impfdosen mit grösster Wahrscheinlichkeit schon bestellt. 5% Impfschäden bedeutet bei einem Impfobligatorium gute 400’000 Impfschäden in der CH. Die Letalität (Todesrate) wird von unabhängigen Experten auf 0,1% geschätzt (sagt auch Bill Gates übrigens!), also gute 8000 Menschen. Entspricht allen Einwohnern von Bettingen, Bottmingen und Burg im Leimental. Bisher starben in der CH vor allem mit und nicht an Corona knapp 1700 Menschen.

Die Rechnung für unsere vielen deutschen Leser: Jens Spahn hat 85’000’000 Millionen Dosen bestellt. 5% macht 4 Millionen Impfschäden, 0,1 % sind 80’000 Tote. Das entspricht einer Kleinstadt wie Bamberg, Konstanz, Luzern oder St.Gallen.

Wofür?

In der Schweiz haben wir, Stand heute, 1500 bekannte Infizierte. Davon erkranken, wie wir unterdessen relativ solid wissen, 1-5% ernsthaft: 15-75…

In Deutschland Stand heute 6000 bekannte Infizierte. 1-5%: 60-300. 

Dass, liebe Freunde, sind Pandemien biblischen Ausmasses.

Dafür lassen wir ganz Luzern über den Jordan resp. die Reus gehen?

Ethik und Moral

Unsere Regierungen und ihre gekauften Hofwissenschaftler agieren selbstherrlich, aristokratisch und masslos. Markus Söder spricht von bleibender Maskenpflicht bis zum Impfstoff, Merkel davon, dass wir noch immer am Anfang der Pandemie stehen. 

Meine Frage an das Paul-Ehrlich-Institut und speziell an den «Immunologen» Prof. Martin Bachmann von der Uni Bern, der schon im April wusste, dass er Ende Jahr (2020) die ganze Schweiz impfen würde: Wie kann man einen solchen dreckigen «Impfstoff» nach 3 Monaten auf Menschen loslassen? Wer hat euch gekauft?

Matthias Egger, soeben zurückgetretener Task-Force-Leiter  wörtlich dieses Wochenende im «Blick»:

«Auch die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus kommt gut voran. Vielleicht steht ein solcher in einigen Monaten zur Verfügung, auch wenn die ersten Corona-Impfstoffe kaum hundertprozentig wirksam sein werden». Wer solches von sich gibt und sich «Wissenschaftler» nennt hat eher das Potential zum Massenmörder. Und die «Qualitätsmedien» drucken das. Und wir glauben das.

AUFWACHEN!

Um Prof. Dr. med. Stefan Hockertz, ehemal . Direktor des Instituts für klein. Toxikologie Hamburg-Eppendorf, zu zitieren: «Dieser Impfstoff gehört dorthin, wo schon Panderix (Impstoff gegen die Schweinegrippe 2009/10, Anmerk. d.V.) gelandet ist: Auf den Müll!»

Kleiner Ausblick

Ging es bisher um Abstände, Reiserestriktionen, Gesichtwindeln, Clubbesuche, 1000 Zuschauer beim Fussball – jetzt geht es dann ans Eingemachte – um unseren Körper: Zwangsimpfung, Impfobligatorium, Impfnachweispflicht. Wer jetzt noch den Behörden und Leit-Medien vertraut, soll bitte nie sagen: «Ich hab doch nicht gewusst….» Hatten wir schon mehrmals.

«Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!»

Bert Brecht

WAS DIE KIRCHE DENKT, MUSS SIE DEM KAISER SAGEN

AKTUELLER DEN JE:

Ansprache von Bundespräsident Moritz Leuenberger beim Schlussakt der “Ökumenischen Konsultation zur sozialen und wirtschaftlichen Zukunft der Schweiz” ïn der Heiliggeistkirche Bern (2001)

Immer wieder habe ich die Kirche zu gesellschaftlicher Einflussnahme, auch zu solcher in die Tagespolitik ermutigt. Wieso eigentlich?


Ist die Kirche denn mehr als einfach einer von vielen Faktoren, welche Gesellschaft und Staatswesen mitbestimmen, prägen und gestalten, mehr als die Medien, die politischen Parteien oder die Wirtschaft?


Ist es denn nicht so, dass all diese Kräfte in einer gegenseitigen Konkurrenz um möglichst starken Einfluss auf die Gesellschaft stehen, das heisst um Macht ringen?


Muss ich nicht feststellen,

  • dass ich im gegenseitigen Verhältnis all dieser Kräfte zueinander (im Gegensatz zu der Parole von “mehr Freiheit – weniger Staat”) stets das Primat der Politik betont habe, weil in der Demokratie oder dem Gemeinsinn die stärkste Legitimation liegt?
  • Muss ich nicht feststellen, dass ich der Wirtschaft abgesprochen habe, auf den Märkten die legitimen Interessen der Schwachen wahrnehmen zu können – dazu gehören künftige Generationen oder die Umwelt;
  • dass ich den Medien kurzatmiges Geschnatter, das Drehen an der Reizspirale von Spektakel und Skandal vorgeworfen habe, ihr die aufklärerische Glaubwürdigkeit abgesprochen und deswegen auch hier das Primat der Politik für die Arbeit in der Demokratie reklamiert habe?
  • Ist es denn nicht so, dass die Aufklärung, die das rationale Fundament meines Denkens darstellt, eine Trennung von Kirche und Staat eingeleitet hat und damit auch wieder der Überzeugung von Jesus entsprach: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers und Gott, was Gottes ist? Sollte ich – aufklärend denken wollend – diese Trennung nicht fortsetzen, statt sie zu verwischen?


Wieso ermutige ich die Kirche dazu, aktiv und korrigierend Einfluss zu nehmen auf die Politik, statt zwischen Kaiser und Kirche strikte zu trennen?
Ich habe einen Verdacht, und diesen muss ich mit mir selber zunächst bereinigen. Den Verdacht nämlich, dass ich mir von der Kirche einfach eine Unterstützung meiner eigenen Positionen in der politischen Auseinandersetzung erhoffe. Dass ich also davon ausgehe, im Kampf um ein CO2 Gesetz müsse die Kirche doch einfach auf meiner Seite stehen; in der Frage der Gentechnologie müsse sich doch die Kirche für gesetzliche Dämme gegenüber ungebremstem und unreflektiertem Treiben engagieren; in der Verkehrspolitik müsse die Kirche doch sicher für eine nachhaltige Verlagerung von der Strasse auf die Schiene sein; und bestimmt kämpfe die Kirche – Ihr Papier beweist es – für die Einbürgerung der zweiten und dritten Ausländergeneration in der Schweiz und für einen UNO-Beitritt.


Das aber darf aus zwei Gründen niemals das Motiv sein, die Kirche politisch anzuspornen. Zum ersten würde ich so in der Kirche ja nur gerade eine Hilfskraft für meine eigene Überzeugung sehen, ein moralisches PR-Büro gleichsam, das sich im Namen des Himmelreiches gegen eine zweite Röhre am Gotthard zu sperren hätte. Dies ist nicht legitim und kann darüber hinaus gefährlich werden, wie die Geschichte zeigt. Denken wir etwa an “Beckett oder die Ehre Gottes” von Jean Anouilh. Gefährlich war es in diesem Falle zunächst für den König, weil der Freund, den er zum Erzbischof machte, sich seiner Politik zu widersetzen begann. Tödlich wurde es schliesslich für den Erzbischof, weil er vom König ermordet wurde.


Vermeiden möchte ich auch einen weiteren Irrtum, dem zu unterliegen Politiker mitunter Gefahr laufen. Es ist der Irrtum, die Kirche solle die Antworten auf schwierige ethische Fragen geben, etwa bei der Sterbehilfe oder bei der Gentechnologie. Dies wären Antworten, die mir die eigenständige Benutzung meines Gewissens, die Arbeit ethischer Reflexion, damit aber auch die aktive Auseinandersetzung mit der politischen Gegenposition abnehmen. Ich könnte dann bloss noch auf die Resultate, die mir die Kirche liefert, verweisen. Die Kirche kann mir diese Arbeit aber nicht abnehmen, und ich darf sie mir auch nicht abnehmen lassen.


Also nochmals: Wieso denn ermuntere ich die Kirche zu politischem Einsatz?


Eine Antwort orte ich darin, dass ich nicht nur Politiker bin, sondern ebenfalls Mitglied der Kirche. Einverstanden, ich bin auch Mitglied einer Partei. Aber das ist nicht dasselbe. Dieser bin ich einmal beigetreten; ich könnte ohne weiteres auch wieder austreten – wie aus jedem Verein. Aber: kann ich aus der Kirche austreten? Formal kann ich es, und ich habe die Zeit erlebt, als dies eine politische Mode gewesen ist. Doch wenn ich mich als Mitglied der Kirche weiss, so meine ich dies nicht formal, nicht als Steuerzahler. Ich meine es grundlegender: Ich glaube nicht, dass ich in der Lage wäre, der Kultur den Rücken zu kehren, in der ich aufgewachsen bin und die seit vielen Jahrhunderten vom Christentum – und vom Judentum! – geprägt ist, unsere ganze Gesellschaft prägt, die mich, mein ganzes Denken, Empfinden und Handeln ausmacht. Ich glaube nicht, dass ich mich als Individuum dieser christlichen Kultur entwinden könnte, wie dies der Existenzialismus meinte.


Ich will damit nicht eine Theorie aufstellen. Aber die Verflechtung von Staat, Gesellschaft und Christentum ist nicht bloss eine institutionelle, sondern auch eine kulturelle Tatsache. So ist es wohl zu erklären, dass ich mich als Teil der Kirche fühle, und dass ich als Teil dieser Kirche von ihr erwarte, dass sie sich gesellschaftlich einbringt, dass sie Verantwortung wahrnimmt.


Als Mitglied der Kirche will ich dann aber durchaus, dass sie zu konkreten Lösungen kommt, beim Bankgeheimnis, bei den Sans-papiers, bei der Organ-Transplantation, bei der Sterbehilfe. Dabei weiss ich durchaus: Da gibt es nie eindeutige und einfache Lösungen, auch wir Christen sind nicht vor Fehlurteilen geschützt und haben kein Wahrheitsmonopol. In Ihrem “Wort der Kirchen” haben Sie – man spürt es dem Papier an – um Bekenntnisse gerungen. Sie haben abgewägt, Sie haben es sich nicht leicht gemacht. Die Kirchen haben ja verschiedene Antworten, bei der Fristenregelung oder der Homosexualität zum Beispiel.


Gerade diese Tatsache, dass es in keiner Kirche – und daher auch nicht in der Ökumene – einfache und unbestrittene Antworten und Lösungen gibt, unterstreicht einmal mehr, wie wichtig der Diskurs als solcher, wie wichtig die Befragung und Schärfung des eigenen Gewissens ist.


Auch wenn nach dem Fall der Berliner Mauer US-Präsident Bill Clinton jubelte: “Alles ist möglich”, so ist das geistige Vakuum, welches entstanden ist, nicht zu übersehen. Wie füllen wir die geistige Leere, die wir nach dem Zusammenbruch des Sozialismus empfinden? Die blosse Bekämpfung der Globalisierung genügt jedenfalls nicht (selbst wenn diese Frage sich zum neuen “Entweder-Oder”, als Nachfolgerin des Links-Rechts-Grabenkrieges, zu entwickeln scheint). 


Trotz aller betrüblichen Bekenntnisse zu Holzschnittpolitik ist es doch so, dass es durchaus ein Bedürfnis der Politik, der Wirtschaft und der Medien gibt, ethische und moralische Fragen zu diskutieren. Und da richten sich manche Augen hilfesuchend auf die Kirche. Wenn nämlich Begriffe wie Gerechtigkeit und Gleichheit nach rein politischen Theorien oder Manifesten, etwa einer liberalen Ordnung oder einer sozialen Marktwirtschaft oder einer sozialen Demokratie, diskutiert werden, wird ja im Grunde genommen doch bloss um die jeweils eigenen Interessen gefeilscht. Diese werden dann ideologisch verbrämt, und wir finden die theoretischen Grundlagen dieses angeblich rationalen Diskurses schon bei Aristoteles, welcher Gerechtigkeit als einen stetigen Tausch verschiedener materieller und immaterieller Güter analysierte. Ein politisches Manifest hilft also heute dem Gesetzgeber, der Gerechtigkeit verantwortungsvoll organisieren will, kaum weiter. Das zeigt uns die Diskussion um Managergehälter oder um Steuerbelastungen verschiedener Gemeinden deutlich.


Zu Fragen der Solidarität und sozialen Gerechtigkeit bieten die katholische und die evangelische Soziallehre einen viel direkteren und einfacheren Zugang. Die grosse Aufgabe, aber auch Schwierigkeit ist es, diese zu vermitteln. Diese Vermittlung darf nicht “ex Cathedra” in religiöser Sprache erfolgen, sondern muss in der weltlichen, politischen Sprache, also mit sachlicher Überzeugungskraft erfolgen. Institutionell sollen sich Kirche und Kaiser nicht vermischen, aber was die Kirche denkt, muss sie dem Kaiser geben.


Mit der ökumenischen Konsultation zur sozialen und wirtschaftlichen Zukunft der Schweiz haben Sie diesen wichtigen Schritt getan.


Ich danke Ihnen dafür,


als Bundespräsident, und als Mitglied der Kirche.

DER GOLDJUNGE CHRISTIAN DROSTEN

Verbirgt sich hinter der Dampfplauderei des Herrn Drosten womöglich anderes als humanistische Philanthropie?

von Erik R. FischJens Wernicke

Die Antworten der Charité auf unsere Pressefragen sind da (1) und lassen die näheren Umstände der Entwicklung und Verbreitung des sogenannten Drosten-Tests immer dubioser erscheinen. Laut Auskunft der Charité hat Prof. Christian Drosten den SARS-CoV-2-Test im Auftrag der Charité in seiner Arbeitszeit entwickelt. Die Urheberrechte liegen gemäß Technologietransferrichtlinie somit bei der Charité. Die Charité will eine mögliche Patent- oder sonstige Schutzfähigkeit noch nicht einmal geprüft haben, weil eine „gewinnorientierte Betrachtungsweise im Zusammenhang mit der Pandemie aus (ihrer) Sicht (…) nicht geboten“ sei. Pikant hierbei: Drosten hat der Charité die abgeschlossene Entwicklung seines Tests, dessen Blaupause er blitzschnell bei der WHO einreichte, entgegen seiner Meldepflicht gemäß Arbeitnehmererfindungsgesetz gar nicht erst angezeigt.

Die Charité lässt entgegen ihres angeblich rein humanitären Ansatzes dann aber zu, dass andere, wie insbesondere die auf Initiative von Prof. Drosten „von Beginn an“ auf reiner Vertrauensbasis — ohne Verschwiegenheitspflicht oder Wettbewerbsverbot — in die Entwicklung des SARS-CoV-2-Tests eingebundene „kleine“ Berliner Firma TIB Molbiol Syntheselabor GmbH mit einem Jahresgewinn vor Corona von circa 7,3 Millionen Euro sich eine goldene Nase verdient. Deren Geschäftsführer Olfert Landt lässt uns wissen, Prof. Drosten und er seien keine Busenfreunde, obgleich die beiden seit nunmehr 17 Jahren für jeden neuen Virus wie Vogelgrippe, Schweinegrippe, MERS, ZIKA et cetera immer als allererste mit einem neuen Test herausgekommen sind.

Ein eingespieltes Doppelpack: Prof. Drosten als wissenschaftliches Sprachrohr seiner renommierten Arbeitgeber Bernhard-Nocht-Institut und Charité, TIB Molbiol als eilfertige Produzentin der jeweiligen Drosten-Testkits. Bei den SARS-CoV-2-Testkits durfte TIB Molbiol der Charité sogar „sendetechnische Unterstützung“ bei Auslieferungen an Empfängerlabore in Thailand, Vietnam, Hongkong leisten, die Prof. Drosten persönlich ausgewählt hatte, also als erste Firma auf der Welt den Drosten-Test kostenlos versenden, ein diagnostisches Goody Bag sozusagen mit einem Empfehlungsschreiben aus dem wissenschaftlichen Olymp. Der Türöffner schlechthin.

Nachbestellungen, so darf man vermuten, erfolgen nicht bei Prof. Drosten sondern direkt bei TIB Molbiol. Dadurch habe TIB Molbiol jedoch, wie die Charité sich beeilt zu versichern, „keinen Wettbewerbsvorteil in Anspruch nehmen können“. Häh, noch nie was vom First-Mover-Vorteil gehört? Geht da was zwischen Prof. Drosten, Charité und TIB Molbiol?

Herr Prof. Drosten, ich habe ein paar Fragen! Ursprünglich war es nur eine einzige Frage, eher ein Ausruf: Wow, wie schaffen Sie es nur, immer an vorderster Front bereit zu stehen, wenn ein neues Virus seinen Weg in die Reihen findet, quasi Gewehr oder vielmehr Kopf bei Fuß, die kleinen grauen Zellen ratternd, in genau dem gleichen Zeitintervall, den unsereiner benötigt, auf dem Sofa vor dem Fernseher sitzend nach seinem Bierglas zu greifen, einen neuen Test aus Ihrer Geisteskanone herausschleudernd, der quasi über Nacht die zielgerichtete Identifizierung des neuen Feindes ermöglicht?!

Dies ist Ihnen ja nicht nur bei SARS und bei MERS gelungen, wie es geradezu sträflich schlampig recherchiert in Ihrem Wikipedia-Eintrag heißt (2). Warum ist hier nicht erwähnt, dass Sie die gleiche heroische Leistung schon viele weitere Male vollbracht haben? Insgesamt mindestens sieben Mal — und das sind möglicherweise nur die einer breiteren Öffentlichkeit bekannten Erfolge!

All den nachstehenden Viren sind Sie mit ihren cleveren Tests seit 2003 immer als erster auf den Leib gerückt: SARS-CoV (2003), Vogelgrippe (2005), Schweinegrippe (2009), Chikungunya Virus (2009), MERS (2012), ZIKA (2016), Gelbfieber Brasilien (2017) und SARS-CoV 2 (2020) (3).

Als ich das erkannte, dachte ich bei mir, dass Sie für diese wissenschaftliche Findigkeit eigentlich jedes Mal und nicht nur wie im Jahr 2005 für den SARS-CoV-Test das Bundesverdienstkreuz am Band (4) verdient hätten. Und zwar aufgewogen mit Ihrem Gewicht in Gold.

Irgendwie bin ich aber dann genau darüber ins Grübeln gekommen, über diese Ihre erfinderischen Leistungen. Ein Patentanwalt, den ich in dieser Angelegenheit aus purer Neugier konsultiert habe, meinte, dass sich in Ihrem WHO-Testprotokoll grundsätzlich dem gewerblichen Rechtsschutz, insbesondere dem Patentrechtsschutz, zugängliches Gedankenwerk zeige. Und tatsächlich wurde zum Beispiel das im Jahr 2003 von Ihnen mitentwickelte SARS-CoV-Testkit unverzüglich für die artus GmbH (5), eine Ausgründung Ihres damaligen Arbeitgebers Bernhard-Nocht-Institut, patentiert (6).

Die Charité teilt uns jetzt mit: 

„Professor Drosten hatte den Auftrag der Charité, den PCR-Test zu entwickeln. Er arbeitete daran während seiner Arbeitszeit an der Charité. Die Testentwicklung wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Europäischen Union finanziert. Diese Mittel waren ausdrücklich für die Entwicklung von Tests neu aufkommender Viren vorgesehen.“

Gemäß Arbeitnehmererfindungsgesetz und der dieses für die Charité näher ausformulierenden Technologietransferrichtlinie liegt das Urheberrecht für Arbeitnehmererfindungen bei der Charité, sodass der Löwenanteil des Verwertungserlöses Ihrer erfinderischen Leistung der Charité zustünde. Als Hochschullehrer wären Sie an der Verwertung durch die Charité mit 30 Prozent beteiligt. Alternativ könnten Sie Ihre Erfindung in Absprache mit Ihrer Arbeitgeberin natürlich auch selbst verwerten, zum Beispiel im Rahmen einer Ausgründung, müssten dann aber eine Lizenzgebühr an die Charité zahlen (7).

Veröffentlichungen vor Stellung eines Patentantrags sind tödlich, weil die Erfindung dann nicht mehr als neu gilt. 

Da muss man sich selbst beim weinseligen Prahlen gegenüber Zechgenossen am Tresen eines Bürstenvertreterhotels noch im Griff haben, sonst kann es schnell aus sein mit dem Erfinderglück.

Vor diesem Hintergrund hatte ich mich gefragt, wie eigentlich der aktuelle Schutzstatus eben der schützbaren und schützenswerten Aspekte ihres jüngsten, so überaus wichtigen Drosten-Tests ist.

Ist rechtzeitig vor der Einreichung des Testprotokolls bei der WHO eine Sicherung der gewerblichen Schutzrechte erfolgt, zum Beispiel durch Stellung eines Patentantrags oder durch Anmeldung eines Gebrauchsmusters, sodass sich all Ihr gedankliches Mühen, all Ihre wissenschaftliche Handwerkskunst auch für Sie persönlich und natürlich Ihre Arbeitgeberin Charité in klingelnder Münze niederschlagen konnte und kann? Und/oder hat sich die Charitédurch eine rechtzeitige Sicherung der gewerblichen Schutzrechte womöglich sogar in die humanitär wertvolle Position gebracht, geldgierigen Synthesefirmen in die Suppe spucken zu können, indem sie diese verpflichtet, die auf Ihrer Blaupause entwickelten Testkits zu besonders günstigen Preisen, womöglich sogar zum Selbstkostenpreis abzugeben?

Aktuell weiß man nicht, ob ein Patentantrag gestellt worden ist, von der Charité oder jemand anderem. Die Charité verneint dies und beim Patentamt ist bislang auch noch nichts zu sehen, allerdings müssen Patente auch erst nach Ablauf von 18 Monaten offengelegt werden.

Auf unsere Frage nach Ihrer Zusammenarbeit, Herr Prof. Drosten, mit der „kleinen“ Berliner Firma TIB Molbiol Syntheselabor GmbH im Rahmen der Testentwicklung schreibt uns die Charité:

„Es gibt keine Abreden; es ist von keiner Seite beabsichtigt, Rechte zu reklamieren oder zu schützen. Die Zusammenarbeit erfolgt von beiden Seiten ausschließlich aus humanitären Gründen.“

Verzicht auf Rechtsschutz aus Humanität? Das wäre ja mal was. Aber die Humanität scheint da doch ziemlich einseitig auf Seiten der Charité zu liegen, wenn man sich die unverhohlene Freude von TIB Molbiol Geschäftsführer Olfert Landt über die millionenfach verkauften SARS-CoV-2-Testkits vor Augen führt. Sein Sohn klebe wegen der schier unglaublichen Anzahl an Bestellungen nunmehr 60 Stunden pro Woche die Etiketten auf die Verpackungen seiner Testkits, lässt uns der Miteinreicher des Drosten-Testprotokolls bei der WHO wissen (8). 

Nun ja, es ist ja auch eine „kleine“ Firma, da darf man sich ja auch einmal ganz von Herzen freuen dürfen, wenn denn endlich der Rubel rollt. Wobei, „klein“ ist natürlich äußerst relativ, die Tempelhofer Firma machte in Vor-Corona-Zeiten bereits einen Umsatz von 16,5 Millionen Euro und mit ihren circa 40 Mitarbeitern einen Gewinn, man höre und staune, von etwa 7,3 Millionen Euro. Sie verfügt über thesaurierte, also einbehaltene Gewinne in der sensationellen Höhe von 55 Millionen Euro. Die „kleine“ Firma war offenbar schon vor Corona eine echte Cash Cow! Für 2020 rechnet Alleingesellschafter Olfert Landt nun mit einer Verzigfachung des Umsatzes (9), vorausgesetzt natürlich, die Corona-Welle schwappt noch etwas weiter vor sich hin. Nicht auszudenken, wie sich der Umsatz entwickeln könnte bei einem — diesmal dann aber richtigen — Corona-Tsunami zum Beispiel zum Herbst!

Mit Olfert Landt arbeiten Sie, Herr Prof. Drosten, ja schon lange zusammen. Nicht nur haben Sie jeden Ihrer Tests in den letzten 17 Jahren mit ihm gemeinsam entwickelt, Sie publizieren auch fleißig mit ihm, mindestens 11 gemeinsame Publikationen sind über die Jahre entstanden. 

Es macht mich irgendwie traurig, dass Olfert Landt es trotz dieser langen und überaus erfolgreichen Zusammenarbeit als nötig erachtet, zu betonen, dass Sie keine Busenfreunde seien und dass er Anfang Januar 2020 nur zufällig in der Charité gewesen sei, als Sie gerade an der Entwicklung des SARS-CoV-2-Tests saßen (10). Gottgewollte Fügung? Oder war das von Olfert Landt nur eine kleine Ausschmückung, um die trockene Story von einer Testentwicklung mit einem alten wissenschaftlichen Weggefährten etwas lebendiger zu gestalten?

„Von Beginn an“, lautet demgegenüber die Antwort der Charité auf unsere Frage: 

„Zu welchem Zeitpunkt und aus welchen Gründen ist die Firma TIB Molbiol beziehungsweise ihr Geschäftsführer Olfert Landt von der Charité oder Herrn Prof. Drosten in die Testentwicklung miteinbezogen worden?“

Das klingt mehr nach gezielter Einbindung eines Profis in einen wichtigen Entwicklungsprozess. So wäre es ja auch zu wünschen gewesen, nach so vielen Jahren der produktiven Zusammenarbeit, dass da nicht nur der Zufall am Werke war.

Aber nochmal zurück zur Patent- oder Rechteschutzfrage: Also die Firma TIB Molbiol macht jetzt Millionen und Sie gehen leer aus. Aber irgendwie geht da doch noch jemand anderer leer aus, ja, genau die Charité nämlich. Hat die denn die sofortige Veröffentlichung abgesegnet, hat sie die freigegeben? Warum kann die denn einfach so auf derartige Vermögenswerte verzichten?

Die Charité ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts und unterliegt gemäß § 10 ihrer Satzung der Verpflichtung zur guten Unternehmensführung (11) und natürlich auch den haushaltsrechtlichen Grundsätzen ordnungsgemäßer Führung ihrer Geschäfte. Wenn die Charité nun einfach ein Haus wegschenken würde, zum Beispiel an Olfert Landt, damit er mit seiner kleinen Firma endlich mal elegant am Puls der Zeit in Berlin-Mitte residieren kann, statt im schläfrigeren Tempelhof zu versauern, vermute ich, dass das zumindest beim Bundesrechnungshof nicht so schrecklich gut ankommen würde. Der Verzicht auf ein millionen- gegebenenfalls milliardenschweres Patent- oder sonstiges Schutzrecht fällt natürlich weniger auf als das Wegschenken eines Hauses, aber inhaltlich ist es das gleiche. Insoweit verstehe ich nicht so ganz, was die Charité uns sagen möchte, wenn sie wie folgt Stellung nimmt:

Frage: 

„Ist der Einreichung des vorgenannten Test-Protokolls bei der WHO vorab zugestimmt worden?“ Antwort: „Die Frage unterstellt einen unzutreffenden Sachverhalt; es erfolgte keine entsprechende Einreichung.“

Frage: 

„Falls eine vorherige Freigabe erfolgte: Wer hat wem diese Freigabe erteilt? Ist vor der Freigabe geprüft worden, ob eine Einreichung/Veröffentlichung eine Patentierung durch die Charité verhindern würde? Ist bei der Entscheidung über die Zustimmung berücksichtigt worden, dass die Charité sich insoweit gegebenenfalls eines großen Vermögenswertes begeben würde? Aus welchen Gründen ist ein Verzicht gegebenenfalls erfolgt?“

Antwort: 

„Hierzu waren die zeitlichen Voraussetzungen nicht gegeben, zumal von dem Verlust eines Vermögenswertes der Charité nicht auszugehen war und ist.“

Weitere Frage: 

„Wurde vorab geprüft, ob ein Verzicht auf ein Patent oder sonstige Rechte am ‚Drosten-Test‘ vereinbar ist mit dem Grundsatz der ‚guten Unternehmensführung‘ gemäß § 10 der Satzung der Charité? Was war das Ergebnis der Prüfung? Wurden weitere haushaltsrechtliche Vorgaben geprüft, die gegebenenfalls einem Verzicht auf ein Patent oder sonstige Rechte entgegenstehen? Wenn ja, welche haushaltsrechtlichen Vorgaben wurden geprüft? Mit welchem Ergebnis?“

Antwort: 

„Die von Ihnen abgefragte gewinnorientierte Betrachtungsweise im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Pandemie war aus Sicht der Charité nicht geboten.“

Na, das überrascht jetzt aber schon ein bisschen. Natürlich musste hier alles schnell gehen und natürlich stand ein humanitärer Aspekt im Vordergrund. Der gleiche Aspekt hat ja aber bei SARS-CoV die artus GmbH, die Bernhard-Nocht-Instituts-Ausgründung, nicht daran gehindert, ein Patent anzumelden. Und Patentinhaberschaft heißt ja, hier sei es nochmal erwähnt, — rein rechtlich betrachtet — nicht automatisch Herauspressen möglichst hoher Erlöse. Patentinhaberschaft bedeutet in erster Linie Kontrolle über die Verwertung der Erfindung. Sie ermöglicht zum Beispiel auch die Auswahl seriöser Lizenzpartner und auch das humanitär motivierte Diktieren niedriger Preise.

Könnte es bei der Charité außerhalb der uns bekannten Technologietransferrichtlinie eine weitere Richtlinie oder eine rechtlich abgesegnete gelebte Praxis geben, dass Erfindungen mit einem humanitären Aspekt nie unter dem Blickwinkel der Gewinnorientierung betrachtet werden dürfen? Allerdings dürfte nahezu jede Erfindung eines Wissenschaftlers im medizinischen Bereich irgendwie humanitäre Aspekte aufweisen. Sollte die Technologietransferrichtlinie der Charité also eigentlich gegenstandslos sein? Es ist kaum vorstellbar, aber wir werden in der Angelegenheit bei der Charité weiter nachhaken.

Die Charité teilt uns vorliegend leider nicht mit, welche konkreten Personen für eine nichtgewinnorientierte Betrachtung der Angelegenheit votiert haben. Allerdings: Die Charité hatte angabegemäß vor Ihrer Blitz-Veröffentlichung bei der WHO gar keine Kenntnis von der abgeschlossenen Testentwicklung und Ihren Veröffentlichungsplänen, weil Sie, Herr Prof. Drosten, entgegen § 5 Abs. 2 Satz 1 und 3 ArbErfG Ihre Diensterfindung gar nicht angezeigt hatten.

Frage: 

„Herr Prof. Drosten hat bei der WHO einen Test zur Evaluierung eingereicht. Wann und in welcher Form hat Herr Prof. Drosten der Charité die Entwicklung dieses Tests angezeigt?“

Antwort: 

„Es erfolgte keine entsprechende Anzeige.“

Aber halt, war das vielleicht gar kein fertiger Test, den Sie da entwickelt haben? Habe ich da etwas falsch verstanden? So könnte man diese Antwort der Charité jedenfalls deuten:

Frage: 

„Hat die Charité in Bezug auf den sogenannten ‚Drosten-Test‘, in Bezug auf einzelne Bestandteile, Primer et cetera, oder sonst damit in Zusammenhang stehende Aspekte Patentschutz, Gebrauchsmusterschutz, Markenschutz oder ein sonstiges Schutzrecht beantragt oder ist an einer solchen Beantragung direkt oder mittelbar beteiligt?“

Antwort: 

„Nein. Herr Professor Drosten hat kein Testkit entwickelt, sondern die entscheidende Information für Labore, um einen Test durchzuführen, in Form eines Verfahrensprotokolls veröffentlicht. Firmen haben daraus Testkits entwickelt. Professor Drosten erzielt hieraus keinerlei Einkünfte.“

Okay, also angeblich kein Testkit. Aber eine Blaupause, eine ganz konkrete Anleitung für die Labore, ist das ja schon. Also ich weiß nicht so recht, das klingt so ein bisschen nach Umgehungstatbestand. Wenn ein Mitarbeiter bei VW die Bauanleitung für einen neuartigen Feinstaubfilter ins Internet stellen und dann der VW-Rechtsabteilung mitteilen würde, dass er da nichts erfunden oder entwickelt, sondern quasi nur ein Verfahrensprotokoll für die Herstellung eines Filters geschrieben habe, vielleicht gar noch aus humanitären Gründen, um die Welt vom Feinstaub zu befreien, dann würde das bei der Rechtsabteilung vermutlich nicht sonderlich gut ankommen. Im Fall vom SARS-CoV-2-Test enthält Ihre Verfahrensanleitung schon alles, was ein Labor wissen muss, um selbst Inhouse-Testkits herstellen und gegebenenfalls sogar an Dritte veräußern zu können.

Die Darstellung, dass Sie es in Ihrer Entwicklung nur zu einem patentrechtlich unbeachtlichen Verfahrensprotokoll gebracht haben könnten, beißt sich auch mit der lediglich sendetechnischen Unterstützung der TIB Molbiol bei der Aussendung an die von Ihnen auserwählten Labore in Thailand, Vietnam und Hongkong — im weiteren Verlauf vielleicht auch noch an andere Orte? Offenbar lag hier ein bereits von Ihnen und Ihrem Team wissenschaftlich und technisch fertig entwickeltes Testkit vor, für das TIB Molbiol dann nur noch aus Praktikabilitätsgründen insbesondere zum Zwecke des Zeitgewinns den Versand übernommen hat.

Die Charité schreibt uns insoweit: 

„Die sendetechnische Unterstützung der Firma TIB Molbiol wurde aus Gründen des Zeitgewinns in Anspruch genommen: Die Reagenzien lagen bei der Firma TIB Molbiol sendefertig vor und konnten mit Hilfe der dort vorhandenen Logistik verschickt werden; die Charité verfügt über keine entsprechende Logistik für die Abfüllung und Verpackung der Reagenzien. Jegliche Informationen zur Herstellung der Reagenzien wurden offengelegt und waren für andere Synthese-Firmen verfügbar, sodass die Firma TIB Molbiol keinen Wettbewerbsvorteil in Anspruch nehmen konnte.“

Hm, anders als die Charité scheint Olfert Landt seine Poleposition selbst aber durchaus als Wettbewerbsvorteil zu sehen. Er hat es nicht nötig, Kundenakquise zu betreiben, er muss keine Anzeigen schalten, seine Firma sei einfach schnell und gründlich, wie uns der Tagesspiegel am 6. März 2020 wissen lässt. 

Zu diesem Zeitpunkt hat TIB Molbiol laut Olfert Landt bereits drei Millionen Tests hergestellt und in mehr als 60 Länder versandt. Die ersten gingen bereits am 10. Januar per Luftpost nach Hongkong. Da war der Beipackzettel noch gar nicht fertig. „Den haben wir per Mail hinterhergeschickt“, wird Olfert Landt zitiert (12). „Schnell und gründlich“ waren ja aber eigentlich vor allem Sie, Herr Prof. Drosten, und bei der TIB Molbiol fragt sich, ob die von ihr laut Charitéerbrachten Leistungen — Lieferung von Spezialreagenzien bei der Entwicklung der Test-Technik, technische Vorvalidierung — nicht ebenso gut von einem der hochprofessionellen Labore der Charitéhätten erbracht werden können. Auf die Antwort der Charité auf unsere Nachfrage bin ich schon jetzt sehr gespannt. 

Vielleicht verbindet Sie, Herr Prof. Drosten, mit Olfert Landt ja auch deshalb keine so enge Freundschaft, weil das für Sie ja immer so unglücklich gelaufen ist, dass Sie den Test entwickeln, ganz schnell und überaus uneigennützig gleich zur Verfügung stellen, beseelt von dem Wunsch zu helfen, und dann ist es immer wieder TIB Molbiol, die sich an Ihren Tests — äh eigentlich ja den Tests des Bernhard-Nocht-Instituts und der Charité — gesund stößt. 

Herr Prof. Drosten, da könnte man ja auch wirklich neidisch werden. Ich an Ihrer Stelle, das gebe ich ganz offen zu, hätte mir nach ein, zwei Mal einer solchen Erfahrung etwas anderes ausgedacht. Ich hätte eine Verwertungsgesellschaft gegründet oder meinen Arbeitgeber getreten, eine solche zu gründen. Und dann hätte ich entweder auf dem ganzen Weg zur Bank gelacht oder den Großteil der Erlöse einem guten Zweck gespendet. 

Offen sind Sie bei der TIB Molbiol nicht beteiligt und ich wünsche mir von Herzen, dass es keine treuhänderischen oder sonstwie gearteten Abreden gibt. Ich schätze Sie in Ihrer Unabhängigkeit und, wie soll man das nennen, Geldferne oder vielleicht auch Naivität, die dazu führt, dass Sie jetzt mindestens acht Mal den gleichen „Fehler” gemacht haben, Ihre Erfindung so rasch auf den Markt zu werfen, dass Sie keine Chance mehr hatten, davon zu profitieren, sondern vielmehr zusehen müssen, wie die Kasse bei einem Ihrer Mitentwickler lautstark klingelt. Irgendwie ist das ja schon schräg für Sie, finde ich. Aber vielleicht bin ich da auch nur zu sehr in den Denkmustern des Old-Normal verhaftet und die rasante Anwendung Ihres Tests auf der ganzen Welt ist Ihnen schon Lohn genug.

Allerdings ist es auch für die Charité ja schon ein sehr schräges Ergebnis, die hat ja mit so allerlei Missständen zu kämpfen. Laut Bericht des Bundesrechnungshofes kann sie jährlich Krankenhausleistungen im Gegenwert von 100 bis 300 Millionen Euro gegenüber den Krankenkassen nicht abrechnen, weil ihre MitarbeiterInnen Behandlungsverläufe nicht korrekt dokumentieren und die Abrechnung von den Kassen daher nicht akzeptiert werden (13). Stattdessen macht die Charité so komische Sachen wie Kostenträger erfinden und über Institute, die es gar nicht gibt, abrechnen (14). 

Zudem pflegt sie ein langjährig eingespieltes, haushaltsrechtlich hoch problematisches System der Querfinanzierung ihres Krankenhausbetriebes aus Forschungsmitteltöpfen des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung, beanstandet vom Bundesrechnungshof und wohlwollend geduldet vom Bundesfinanzministerium (15). Da stellt sie beispielsweise ihren WissenschaftlerInnen auch gerne mal überproportional hohe Stromkosten in Rechnung durch anteiliges Umlegen von Krankenhausstromkosten auf spärlich beleuchtete wissenschaftliche Denkklausen.

Kann man nur hoffen, dass die Charité in all dem buchhalterischen Kuddelmuddel nicht unbemerkt insolvenzbedroht ist, sonst wäre ein Verzicht auf einen üppigen Vermögenswert wie ein Patent für den SARS-CoV-2-Test ja unter Umständen sogar noch als Gläuberbenachteiligung zu werten.


Quellen und Anmerkungen:

(1) http://schlussjetzt.org/Antwortschreiben%20Charite%20auf%20Pressefragen%20Jens%20Wernicke%20vom%2018.06.2020.pdf
(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Drosten#Wissenschaftliche_Laufbahn
(3) http://www.corodok.de/drosten-landt-connection-1/http://www.corodok.de/drosten-landt-connection-2/http://www.corodok.de/drosten-landt-connection-3/
(4) https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Drosten#Ehrungen
(5) http://www.corodok.de/wirtschaftliche-interessen-des-prof-drosten/
(6) https://patents.google.com/patent/DE20315159U1/de
(7) https://technologietransfer.charite.de/fileadmin/user_upload/microsites/sonstige/technologietransfer/RiLiCharité-TT-Fassung_28-01-2016.pdf
(8) https://taz.de/Produzent-von-Corona-Tests/!5671485/
(9) https://www.deutschlandfunk.de/coronakrise-virentester-tib-molbiol-coronatests-fuer-die.1197.de.html?dram:article_id=477239
(10) https://www.sueddeutsche.de/wissen/coronavirus-covid-19-test-jens-spahn-1.4865919?reduced=true
(11) https://www.tagesspiegel.de/berlin/tib-molbiol-berliner-firma-produziert-coronavirus-tests-fuer-die-ganze-welt/25602142.html
(12) https://frauenbeauftragte.charite.de/fileadmin/user_upload/microsites/beauftragte/frauenbeauftragte/Gleichstellung/Gesetze/Satzung_der_Charite_Lesefassung_2019-12-18.pdf
(13) https://www.morgenpost.de/berlin/article216725117/Abrechnungsprobleme-setzen-Charite-finanziell-unter-Druck.html
(14) https://www.morgenpost.de/berlin/article216654635/Erfundene-Charite-Institute-Senat-schaltet-Innenrevison-ein.html
(15) https://www.bundesrechnungshof.de/de/veroeffentlichungen/produkte/beratungsberichte/langfassungen/langfassungen-2019/2019-bericht-risiken-einer-integration-des-berliner-instituts-fuer-gesundheitsforschung-in-die-charite-pdf/view

Die Propaganda-Pandemie

Was wäre aus SARS-CoV-2 ohne seine medialen Superspreader geworden?

von Walter van Rossum

Foto: Corona Borealis Studio/Shutterstock.com

Wuhan dürfte den meisten deutschen Journalisten kaum ein geläufiger Name gewesen sein, doch als in der chinesischen Millionenstadt ein paar wenige Fälle von Lungenentzündung bekannt wurden, begann umgehend der Aufmarsch der medialen Pandemiker. Noch bevor SARS-CoV-2 einen Namen hatte, verbreitete es sich als Gerücht in der Welt. Am 26. Februar gab es 18 Menschen in Deutschland, die positiv getestet waren. Am selben Tag richtete der NDR Christian Drosten, dem Erfinder dieses Tests, eine eigene Sendung von 30 bis 60 Minuten Dauer ein — die tägliche Pandemieshow in 50 Folgen. Was wäre aus SARS-CoV-2 bloß ohne seine Propagandavorhut geworden?

Es ist Dienstag, der 14. Juni 2020. Seit etwa einem Monat haben fast sämtliche Medien in beeindruckender Synchronizität damit begonnen, ihre Berichterstattung über SARS-CoV-2 umzustellen: Das Virus erscheint weniger im Zeichen apokalyptischer Dauererregung, sondern mehr als unangenehmer Umstand, der uns lange begleiten wird und jederzeit wieder sein Haupt erheben kann. Die Bürger tragen den Terror der Pandemie in sich, es bedarf keiner sensationellen Zahlen mehr, um sie den Ansagen des Ausnahmezustands zu unterwerfen. Am 14. Juni 2020 lautet der Stand der Dinge: Seit Ausbruch der Pandemie in Deutschland wurden 186.269 Infizierte gemeldet. 247 Fälle mehr als am Vortag. Ca. 172.200 Infizierte gelten als genesen. 8.787 Tote waren mit dem Virus infiziert. 

Schauen wir uns die Zahlen an jenem Tag näher an: In ganz Deutschland sind demnach heute maximal ca. 5.000 Menschen als „infiziert“ identifiziert. Wie es diesen Infizierten geht, scheint niemanden richtig zu interessieren oder es könnte die Macht der schieren Quantität brechen. Deshalb mit guten Gründen grob geschätzt: Anders als der Begriff „genesen“ impliziert, ist von den positiv Getesteten nur ein Bruchteil symptomatisch erkrankt. Vermutlich werden von diesen 5.000 etwa 3.000 gar keine Symptome zeigen, 1.300 werden an leichten bis mittleren Beschwerden leiden. 700 befinden sich in klinischer Behandlung, und von denen wiederum bedürfen höchstens 150 intensivmedizinischer Betreuung. Am nächsten Tag werden 7 Menschen sterben, bei denen das Virus eine Rolle gespielt haben könnte. Die meisten waren dann mit Sicherheit über 80 Jahre alt und aufgrund verschiedener Vorerkrankungen geschwächt. Zusammengefasst: am 14. Juni leiden von 80 Millionen Einwohnern etwa 500 an einer schweren Grippe, einige Alte werden daran sterben. 

Seit einigen Wochen musste ich erleben, wie tiefsinnige, politisch mutige und kritische Menschen sich dutzendfach den Schrecken der Pandemie ergaben. Selbst jene mittleren Alters und bei bester Gesundheit zittern bei der Vorstellung, selbst an Covid-19 zu erkranken. Auf jeden Relativierungsversuch meinerseits folgen unweigerlich tief beseelte Beschwörungen der „Bilder aus Bergamo“ und der „unfasslichen Leichenberge von New York“. Auf der Straße treffe ich auf mundschutzbewehrte Zeitgenossen, in Supermärkten kurven missmutige Kunden um andere missmutige Kunden — stets auf Abstand bedacht. Noch am 31. März hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) das Tragen von Schutzmasken etwa in Supermärkten für überflüssig gehalten, Fachärzte hatten darauf hingewiesen, dass dieser Mundschutz eher respiratorische Krankheiten hervorruft als verhindert. Doch die wachsamen Mitbürger dulden keinen Zweifel. Worum es eigentlich noch geht, wissen die meisten allerdings nicht. 

Manche orakeln von der zweiten Welle, die laut Professor Lothar H. Wieler, Chef des RKI, bei jeder Pandemie unweigerlich folge. Eine eher improvisierte Behauptung — doch Wieler kann sich sicher sein, dass unsere Qualitätsjournalisten nicht nachfragen. Zugleich verkündete die Kanzlerin in aller Ruhe, notfalls gelte der Ausnahmezustand, bis ein Impfstoff gefunden sei. Der bayerische Corona-Herkules Söder faselt schon mal von ein paar Jahren bis … das weiß er dann auch nicht so genau. Wir befinden uns eben in der Normalisierungsphase des Wahns.

Es gibt eigentlich nur eine Erklärung für die enorme Diskrepanz zwischen den Realitäten von Covid-19 und der kollektiven Erstarrung: Gehirnwäsche unvorstellbaren Ausmaßes. Der Fachbegriff lautet Propaganda. Der Erfinder des modernen Propagandabegriffs heißt Edward Bernays. In seinem Buch „Propaganda“ von 1928 legt er die Karten auf den Tisch: 

„Die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element in der demokratischen Gesellschaft. Wer die ungesehenen Gesellschaftsmechanismen manipuliert, bildet eine unsichtbare Regierung, welche die wahre Herrschermacht unseres Landes ist. Wir werden regiert, unser Verstand geformt, unsere Geschmäcker gebildet, unsere Ideen größtenteils von Männern suggeriert, von denen wir nie gehört haben. Dies ist ein logisches Ergebnis der Art, wie unsere demokratische Gesellschaft organisiert ist.“

Ich verzichte hier auf Spekulationen über irgendwelche Akteure im Hintergrund. Ich kenne sie nicht und glaube, Propaganda bedarf nicht unbedingt eines Organisators. Die Mainstreammedien bilden seit geraumer Zeit eine geschlossene Gesellschaft, der jeder nennenswerte Pluralismus abhandengekommen ist. Es war schon länger zu beobachten, wie das Rudel sich selbst hypnotisierte und als Verwalter letzter Wahrheiten auftrat. Im Rausch der Apokalypse hat es sich nun vollends verhext. Die systematisch einseitigen, bei Bedarf falschen Informationen haben sich zu einer Erzählung verdichtet, die sich quasi autonom fortschreibt. Störendes wird verbannt oder kriminalisiert. 

Ich nenne nur ein Beispiel: Am 14. März unterlief dem RBB in seinem Wissenschaftsmagazin „Die Profis“ eine schwere Panne: In der Radiosendung wurde live die weltweit renommierte Schweizer Virologin Prof. Dr. Karin Mölling interviewt. Die erklärte mit plausiblen Argumenten, dass SARS-CoV-2 kein Killervirus sei und dass das Problem eher in der allgemeinen Panikmache bestehe. Auf seiner Webseite sah sich der Sender danach zu folgendem Kommentar genötigt: 

„Zur Klarstellung: Die radioeins-Redaktion betont, dass die Virologin und emeritierte Professorin und Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Universität Zürich, Prof. Dr. Karin Mölling, hier eine Einzelmeinung vertritt. Die Virologin lässt bei ihren Einschätzungen außer Acht, dass mit den beschlossenen Maßnahmen die Zunahme von exponentiell ansteigenden Infektionen verlangsamt werden und insbesondere besonders gefährdete ältere und chronisch kranke Menschen geschützt werden sollen. Das Aufrechnen von Toten bei Unfällen oder anderen Krankheiten mit den Coronatoten erscheint auch angesichts der massiven Tödlichkeitsraten in unseren Nachbarländern zynisch. Sofern das Interview den Eindruck erweckt hat, dass radioeins die Coronakrise verharmlost, möchten wir uns ausdrücklich dafür entschuldigen.“

Man muss das als Programmdirektive lesen: Die Öffentlich-Rechtlichen befinden sich auf Mission und werden gegen alle abweichenden Ansichten vorgehen. 

Dass die Berichterstattung über SARS-CoV-2 sich zur apokalyptischen Beschwörung aufblasen konnte, beruht auf zwei Faktoren: 1. Jede Einschätzung, jede Beobachtung eines pandemiefähigen neuen Erregers setzt eine hochqualifizierte Expertise voraus. 2. Es gab keine Expertise. Zwar wurde pausenlos die „Neuartigkeit“ des Virus beschworen — und damit zugleich seine Gefährlichkeit „begründet“ —, doch zugleich bedeutete neuartig, dass man nichts über das Virus wissen konnte und also erst aufmerksame Beobachtung erlaubte, sein Verhalten zu entschlüsseln. Das erklärt auch, warum die federführenden Experten sich laufend korrigieren mussten. Die anfängliche Blindheit — so die WHO in ihrem Pandemieplan — sei sogar das größte Problem bei einem Verdacht von Pandemie. Doch unsere Medien haben alles unvermeidlich Tastende oder vorläufig Ungenaue ausgeblendet und ins Faktische übersetzt. Jede Nachfrage hätte die Wucht des Verstörenden gebremst. 

Der erste Hinweis auf „eine mysteriöse Lungenkrankheit in der zentralchinesischen Metropole Wuhan“ findet sich am 31. Dezember 2019 auf Bild-online. Die Gesundheitsbehörden melden 27 Erkrankte. Warum aber ausgerechnet Bild sich für 27 Kranke in Wuhan interessieren könnte, verrät bereits der Titel: „SARS wieder da?“ Zwar wird in dem Bericht mehrfach betont, dass die Experten noch keine Ahnung hätten, womit sie es da zu tun haben, doch im Internet seien Gerüchte aufgetaucht. 

Diese Gerüchte macht sich der Verfasser umgehend zu eigen und erinnert an den Ausbruch des „Severe Acute Respiration Syndrom“ 2002 eben in China. Dabei hätte es sich um eine der gefährlichsten Epidemien der letzten Zeit gehandelt, 8.000 Menschen seien damals erkrankt und ca. 750 Menschen an dem Virus gestorben. In den nächsten Wochen wird jeder Bericht über die „mysteriöse Lungenkrankheit“ in Wuhan den Bezug zu SARS herstellen und an „die erste Pandemie des 21. Jahrhunderts“ erinnern. Konsequent unterschlagen wird dabei, dass es sich auch um den ersten pandemischen Fehlalarm des 21. Jahrhunderts gehandelt hat. Die allermeisten Erkrankten und Toten wurden in China und Hongkong gezählt, dann folgten mit großem Abstand Singapur, Taiwan und Kanada. In Europa starb ein Franzose. Unter allen Infektionskrankheiten, die zur Pandemie hochgestuft wurden, war sie die mit Abstand harmloseste. 

Zu einer „der gefährlichsten Epidemien der letzten Zeit“ wurde sie ausschließlich durch eine bis dahin beispiellose mediale Aufregung. Beispielhaft wurde diese Pandemie allerdings durch die enormen wirtschaftlichen und sozialen Folgekosten. In den USA erkrankten zwar nur 27 Personen an dem Virus, keiner starb, doch die Harvard University ermittelte in einer Studie, dass SARS 93 Prozent der Amerikaner ein Begriff war. Seit SARS nehmen Medien in jedem Pandemieereignis eine zentrale, um nicht zu sagen führende Rolle ein.

Am 4. Januar 2020 spekuliert SZ-online über ein „neuartiges Coronavirus“. Obwohl alle Artikel deutscher Medien in diesen Tagen einräumen, dass noch niemand weiß, wie die Krankheit übertragen wird und welcher Virus verantwortlich ist, wird ungerührt die Erinnerung an SARS ins Feld geführt — „eine der gefährlichsten Infektionswellen der jüngeren Zeit“ (Tagesspiegel 8. Januar 2020). Die Süddeutsche meldet am 9. Januar, dass China seine Kontrollen ausdehnt. Doch weiterhin bleibt unklar, womit man es zu tun hat. Erstmals betritt Christian Drosten, Chefvirologe der Charité in Berlin, die Arena. Seine Karriere gründet auf der „Entdeckung“ des SARS-Erregers 2002/03. Allerdings hält er sich mit Spekulationen über das Virus zurück. Dieser, wie alle anderen Beiträge zum Thema, meldet nur einen leichten Anstieg der Erkrankten auf 59 (FAZ 10. Januar 2020) Der Tagespiegel hatte bereits 16 Erkrankte in Hongkong gemeldet und dass die dortigen Behörden äußerst alarmiert seien — „dem Wüten“ von SARS eingedenk. Auch in Singapur könne es einen Fall geben. Damit nehme die neue Krankheit ziemlich genau die Route wie seinerzeit SARS. 

Die Süddeutsche erweitert am 9.Januar das Geschehen um einen prickelnden politischen Aspekt: 

„Denn die Erinnerung an SARS ist nicht nur wegen ihrer Opfer unangenehm, sondern auch wegen Chinas damaligem Umgang mit der Seuche.“

China habe die Krankheit erst spät gemeldet, deshalb habe sie sich auch im Ausland ausbreiten können. Mit anderen Worten: Man muss damit rechnen, dass China das wahre Ausmaß der Katastrophe auch diesmal verschweigt. Fast wörtlich tauchen umgehend ähnliche Überlegungen in der Berliner Zeitung, dem Tagespiegel und in der FAZ auf. Mit anderen Worten: Bevor noch irgendein Sachverständiger etwas weiß, trainieren unsere Qualitätsmedien bereits den ganz großen Pandemiealarm. 

Am 10. Januar berichtet die Neue Züricher Zeitung, das Erbgut des Erregers sei entschlüsselt. Doch wie gefährlich das Virus sein mag, wisse man immer noch nicht. Die Virologen sehen zurzeit keine Gefahr für Europa. In der FAZ Sonntagsausgabe heißt es: 

„Diese neue Kaiserkrone scheint nicht hochgefährlich zu sein, aber Viren respektieren niemals Ländergrenzen.“

Am 18. Januar erfahren wir durch Bild online von einem Quantensprung. Jetzt sollen bereits 1.729 Menschen Symptome zeigen. Zwei seien gestorben. Entsprechend besorgter müssen sich also die Experten geben als noch vor einer Woche. Doch es gibt keine 1.729 Kranke, es gibt nur 200 positiv Getestete. Immer wahrscheinlicher werde, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragen wird. In den USA und Thailand werden bereits Flugzeuge aus Wuhan besonders kontrolliert. Das RKI schätzt die Risiken für Deutschland weiterhin als sehr gering ein. SZ-online (20. Januar) berichtet von 200 Infizierten in China und 3 Toten. Die chinesische Führung soll sich beunruhigt zeigen.

Am 21. Januar lesen wir in der Berliner Zeitung von einem kleinen Durchbruch: Drosten und Co haben im Schnellverfahren einen Test für das Virus entwickelt. 

„Niemand musste dazu im Schutzanzug vor einer Sterilbank sitzen und Virusproben pipettieren — die Arbeit fand im Wesentlichen am Computer statt.“

Nachdem die Chinesen die Sequenz des „neuen Wuhan-Virus veröffentlicht hatten, brauchten die Charité-Forscher nur ein Wochenende, um „einen zuverlässigen Test“ zu entwickeln. 

Inzwischen stellt eine Berliner Biotech-Firma Test-Kits her: 

„Der Test lässt sich mit den geeigneten Laborgeräten in Kliniken überall auf der Welt einsetzen. Kommt er mit dem Wuhan-Virus in Berührung, fängt die Probe nach rund einer Stunde gewissermaßen an zu leuchten.“

Die Charité verschickt den neuen Test, der, wie Drosten erklärt, „zuverlässig“ helfen könne, Verdachtsfälle aufzuklären. Zu diesem Zeitpunkt weiß der Virologe noch nicht einmal, wie das Virus übertragen wird. Erst am Abend dieses Tages wird bekannt, dass es sich um eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung handelt. 

Mit Sicherheit ist der Autor des Artikels vom Leuchten des Test-Kits infiziert. Vielleicht schreibt er auch nur am Charité-Epos fort, das die ARD in bislang zwei Staffeln erfolgreich serienreif gestaltet hat — allerdings wesentlich kritischer als der Autor der BZ. Sven Siebert ist Diplombiologe und arbeitet seit 25 Jahren als Journalist. Verheiratet ist er mit der Sportjournalistin Jessy Wellmer, die für den RBB die Corona-Sondersendungen nach der Tagesschaumoderiert. Im vergangenen Jahr hat Siebert zusammen mit Dr. Thomas Schmitz bei HarperCollins ein Buch veröffentlicht: „Klartext: Impfen! — Ein Aufklärungsbuch zum Schutz unserer Gesundheit“. 

Dr. Thomas Schmitz ist übrigens Oberarzt und Dozent an der Berliner Universitätsklinik Charité. Mit anderen Worten: Man darf davon ausgehen, dass Sven Siebert nicht nur Wissenschaftsjournalist ist, sondern auch über gewisse Kenntnisse in Sachen Virologie verfügt. Wenn ein solcher Mann mit „leuchtenden“ Worten davon schwärmt, dass ein Test-Kit mal kurz an einem Wochenende am Computer entwickelt wurde, um jetzt seinen Siegeszug in der Welt anzutreten, verschlägt es einem die Sprache. Selbstverständlich müssen solche Tests normalerweise aus guten Gründen sehr aufwendige Zulassungsverfahren durchlaufen, bevor sie auf die Menschheit losgelassen werden. Es ist schlicht unmöglich, einen solchen Test binnen weniger Tage zu evaluieren. Das weiß Siebert. Hier bricht sich Bahn, was in den folgenden Wochen und Monaten zur Methode wird: Im Glanz der Sensation verzichten Journalisten auf jegliche kritische Beobachtung. Als aber bereits wenig später etliche Wissenschaftler ernste Zweifel an der Qualität und Tauglichkeit des Tests äußern, würdigt man sie keines Berichts oder noch schlimmer: man stempelt sie mithilfe komplett ahnungsloser Faktenchecker als Spinner ab. 

Was die sogenannten Qualitätsmedien vormachen, wird weltweit Modell: Die bald überall sprießenden Anbieter von SARS-CoV-2-Tests können sich selbst zertifizieren. Bei einem Pandemiegeschehen, das wesentlich auf Grundlage von Tests beurteilt wird, müsste sich das bald als katastrophal herausstellen. Im Netz wurden solche Probleme fast von Anfang an sehr genau und komplex diskutiert, vom medialen Mainstream hingegen komplett ignoriert. Ein Beispiel für eine akribische Problemanalyse: ein Artikel in Multipolar.

Ende Mai 2020 veröffentlicht das RWI — Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung eine kritische Darstellung von Antikörper-Tests und ihren Grenzen. Fazit: 

„Mitte März hat der Generaldirektor der WHO empfohlen: ‚Testen, testen, testen.‘ Aber solange wir nicht wissen, wie verlässlich die Tests sind, kann Testen bei Nicht-Risiko-Gruppen zu vielen falschen Ergebnissen und einem trügerischen Gefühl von Immunität führen. Also empfehlen wir: Nicht nur testen, testen, testen, sondern die Tests testen!“

Wenn man an die globalen Folgen solcher Tests denkt, muss einem Angst und bange werden.

Am 21. Januar erobert Corona einen Platz auf Seite 1 der FAZ. Es wird politisch: Neue Zahlen aus China. Der chinesische Staatschef wird Leiter des Krisenstabes. Die Berliner Zeitung berichtet am 22. Januar unter der Überschrift „Alarmstufe C“, das Virus könne sich auch in Deutschland ausbreiten, doch das RKI schätzt die Gefahr als gering ein. Unklar bleibe noch, ob es sich bei SARS-CoV-2 um eine begrenzte Übertragung von Mensch zu Mensch handle. 

An die Spitze der medialen Dramaturgie setzt sich dann der Spiegelmit seiner Ausgabe vom 1. Februar 2020. Auf dem Titelblatt starrt ein Asiate im roten Schutzanzug durch eine Gasmaske auf ein Handy. Darunter: 

„Corona-Virus. Made in China. Wenn die Globalisierung zur tödlichen Gefahr wird.“

Die dazugehörige Titelgeschichte setzt Maßstäbe: Alarmismus in Bestform, fehlende Kenntnisse werden durch apokalyptische Phantasmen ersetzt. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Europa genau 28 festgestellte Infektionen. 

Bereits am 20. Januar steigt erstmals die Tagesschau ein und zwei Stunden später in den Tagesthemen wird Corona die Hauptmeldung. Die öffentlich-rechtlichen Medien insgesamt machen ab jetzt Corona zu ihrer dramatischen Herzensangelegenheit. Ab Mitte März folgt bei der ARD beinahe täglich ein Sonderbericht in Sachen Corona nach der Tagesschau von 15 bis 45 Minuten Länge. Die Dritten Programme senden pausenlos Corona-Lokales. Keine Talkshow, die nicht im allerkleinsten Corona-Kreis Schreckliches zu berichten weiß. Im Folgenden beziehe ich mich hauptsächlich auf Tagesschau und Tagesthemen. Die Tagesschau mag zwar den Informationswert eines Fix-&-Foxi-Heftchens haben, wie bereits Dieter Hildebrandt vor Jahrzehnten richtig bemerkte, doch sie hat den unschätzbaren Vorteil, den Geisteszustand der parlamentarischen Mitte als Norm zu verbreiten. Außerdem werden von jetzt an Bilder die Wahrnehmung beherrschen.

Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) attestiert den Mainstreammedien mehrfach großartige Arbeit: 

„Der klassische Journalismus, der sich bewährten Tugenden seiner Zunft zumindest verpflichtet fühlt und im Wahnsinn der sich überschlagenden Ereignisse zu ordnen, erklären und diskutieren versucht, erlebt eine Renaissance. ‚Menschen brauchen sauberes Wasser zum Überleben, und Demokratien brauchen saubere Informationen.‘”

So heißt es in einem Online-Beitrag des Netzwerks RND, das der Branche, mit der es ganz und gar verwoben ist, ein fabelhaftes Zeugnis ausstellt. Man feiert das Ende des Misstrauens und die Überwindung der „Lügenpresse“-Stimmung. 

„Die Tagesschau als Monolith der Sachlichkeit verzeichnet Einschaltrekorde. Statt um die zehn Millionen Zuschauer schalten um 20 Uhr jetzt bis zu 17 Millionen ein.“

Der Chefredakteur der Tagesschau wird zitiert mit den Worten „Wir achten darauf, dass wir keine Panik verbreiten.“ Das glatte Gegenteil trifft zu: Tagesschau und Co haben alles unternommen, Ängste zu schüren, sie haben prinzipiell auf Apokalypse gesetzt und dementsprechend jede kritische Information, Relativierungen aller Art, jede Diskussion systematisch unterdrückt. Bedenkenlos haben sie hochproblematische Daten hochtoupiert und massiven Druck ausgeübt. 

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck durfte gelegentlich bei Markus Lanz im ZDF auftreten und seine moderaten Vorbehalte gegen die radikalen Maßnahmen formulieren. Doch als er schließlich in seiner sogenannten Heinsberg-Studie genau das gemacht hat, was das RKI bis heute verweigert, nämlich den zahlreichen Unbekannten des Virus systematisch zu Leibe zu rücken, wird er fast unisono ausgebuht. In einem Interview mit der Osnabrücker (!) Zeitungerklärt er am 10. Juni: 

„Ein Vorgang, den ich als geradezu grotesk empfand. Wir hatten das erste Mal weltweit Daten, wo wir in einem Superspreading-Event die Dunkelziffer identifiziert hatten und auch sagen konnten, wie viele Menschen asymptomatisch infiziert waren. Wir hatten das erste Mal Daten für Deutschland. (…) Und dann wurde auch noch gesagt, die Daten seien nicht so relevant, weil sie ja das Bauchgefühl bestätigen würden. (…) Zu meiner Überraschung sind auch und gerade Wissenschaftsjournalisten darauf angesprungen, von der Tagesschau über die Zeit bis zur Süddeutschen Zeitung. (…) Ich weiß nicht, woran es lag. Es war eine unglückliche Gemengelage zwischen Politik, journalistischen Fehden und Angst.“

Nachdem am 20. Januar Tagesschau und Tagesthemen das Terrain geentert haben, regieren die Bilder. In den Tagesthemen erinnert Caren Miosga unverzüglich an die SARS-Pandemie, die Tausend (!) Opfer weltweit gefordert habe. Die Zahl der Ansteckungen steige rasant. Es seien 200 Fälle gemeldet und 2 Tote bestätigt. Und noch bevor man sich fragt, warum 200 kranke und 2 tote Chinesen so viel Nachrichtenwert haben sollen, kommen schon die Bilder aus Wuhan, Bilder aus einem Katastrophengebiet, in dem eine Biobombe hochgegangen zu sein scheint. Zwei Tage später wird Corona wieder zum Aufmacher. Es werden 500 Infizierte aus China gemeldet und 12 Tote. 

Auftritt von Christian Drosten, Chefvirologe der Charité: Er sieht noch keinen Grund zur Beunruhigung. Auch das RKI erklärt: Gefahr gering. Überlagert von bedrohlichen Bildern. 

Am 23. Januar meldet die Tagesschau, dass China mehrere Millionenstädte abriegelt. Ein WHO-Funktionär lobt die chinesischen Maßnahmen, sie gingen weit über das hinaus, was seine Behörde empfohlen habe. Das sei beispiellos. 

Am 25. Januar nimmt sich die Tagesschau 4,5 Minuten Zeit, um unter anderem zu vermelden: Corona sei in Europa angekommen — drei Fälle in Frankreich. In China seien jetzt 1.400 Fälle bekannt und dazu dramatische Aufnahmen aus Peking, das soeben zum Notstandsgebiet erklärt wurde. Notfallkliniken werden aus dem Boden gestampft. Wie stets begleiten apokalyptische Bilder die Nachrichten. Vermummte Menschen, hektische Ambulanzen, Militärlaster, Helfer in schweren Schutzanzügen stapfen unförmig durchs Bild. Mir ist nicht bekannt, dass je einer der aufgeregten Reporter versucht hätte zu klären, warum die Chinesen derart massiv auf das neue Virus reagiert hätten. Doch die ARD-Reporterin Tamara Anthony weiß von einem bösen Verdacht: In den sozialen Netzwerken mache sich der Verdacht breit, dass die chinesische Regierung die Wahrheit, das ganze Ausmaß der Epidemie vertusche. 

Die neue Superquelle: irgendwas aus den sozialen Netzwerken. 

Fertig ist das Supersensationsgebräu: Ein neuartiges Virus, das mit gefakten Erinnerungen an SARS aufgeladen wird und das sich anschickt, vom totalitär verdunkelten China aus die Welt heimzusuchen. Diese Erregungsbombe wird man in den nächsten Wochen pausenlos zünden. 

Manchmal sieht es so aus, als ob das Virus ziemlich genau der Spur gefolgt sei, die Medien weltweit präpariert hatten, um zu jener Pandemie zu werden, die einen Realitätskollaps mit unvorstellbaren Folgen produziert hat. Ich höre die empörten Schreie: Und die Toten von Bergamo, die 28.000 Toten Spanier, die Sarggebirge in New York — alles Zeitungsenten? Ich frage nur zurück: wie viele Menschen weltweit sind nachgewiesenermaßen an Covid-19 gestorben? Erst nach Wochen, in denen die Zahl der Toten längst das Maß der Wahrheit geworden war, stellte man stilschweigend auf eine vorsichtigere Sprachregelung um und sprach fortan von Toten im Zusammenhang mit SARS-CoV-2. 

Im Übrigen bezweifle ich keineswegs, dass ein todbringender Virus sich in der Welt ausgebreitet hat. Ich bezweifle allerdings, dass die gegen ihn gerichteten Maßnahmen auch nur annähernd verhältnismäßig gewesen waren und sind. Ich vermute eher, dass diese Maßnahmen der permanenten medialen Panikmache zu verdanken sind. 

Um Verhältnismäßigkeit zu illustrieren: In den letzten zehn Jahren rollten vier Influenzaepidemien über Deutschland, bei denen jeweils zwischen 20.000 und 25.000 Menschen verstarben. Hunderttausende waren hospitalisiert. Das hat kaum mehr als ein paar Zeitungsmeldungen provoziert. Nach wie vor sind nur 15 Prozent des Krankenhauspersonals gegen Influenzaviren geimpft. Jahr für Jahr sterben nach offiziellen Angaben ca. 20.000 Menschen an Krankenhauskeimen. Ein Problem, das sich mit (metaphorischen) 0,0005 Prozent der jetzt fälligen Kosten für den Lockdown relativ leicht ausmerzen ließe. Für unsere Medien offenbar Sterberoutine. 

Schauen wir uns mal an, wie das aussieht, wenn eine Pandemie aus der Ferne winkt: Wie gesagt, ab 20. Januar nehmen Tagesschau und Tagesthemen Kurs auf Corona. Obwohl zu diesem Zeitpunkt „nur“ 382 Infizierte und zwei Tote in Fernost bekannt sind, machen die Tagesthemen Corona zum ausführlichen Aufmacher der Sendung. Ab diesem Tag hören wir auf beiden Formaten bis heute täglich von dem „neuartigen Virus“. 

Bereits in diesem frühen Stadium wird Corona verblüffend oft zum Aufmacher. In Tagesschau und Tagesthemen am 22., 23., 28., 29. und 30. Januar. Am 29. Januar gibt es zusätzlich eine Ausgabe Tagesthemen extra. Im Februar geht es fast so weiter: Am 1., 26., 27. und 28. Februar machen Tagesschau und Tagesthemen jeweils groß mit Corona auf. Am 2. und 13. Februar macht die Tagesschau Corona zur Schlagzeile Nummer 1. Und bei den Tagesthemen am 4., 12., und 16. Februar. Um nur mal die Relationen herzustellen: Am 1. Februar gibt es außerhalb Chinas weniger als 200 Fälle, die mit SARS-CoV-2 infiziert sein sollen. Am 15. Februar zählt man in Europa knapp 50 Infizierte und an diesem Tag auch den ersten Toten. Wohlgemerkt, die Experten des RKI haben noch am 26. Februar „keinen Grund zur Panik“ gesehen. Nachdem Medien Corona eine riesige Schneise gebahnt hatten, brauchten in Italien nur noch die Zahlen zu explodieren, damit die Panik die Regie übernehmen konnte. 

Bei Corona haben es die Medien relativ bald geschafft, Politik, Experten und ein verstörtes Publikum vor sich herzutreiben. Die Dramaturgie der Medien folgt einer Art Kriegsberichterstattung: Die Einschläge kommen immer näher, und es werden immer mehr. Täglich wird die Zahl der „Neuerkrankten“ in den verschiedenen Ländern gemeldet. Mit geradezu exakter Ignoranz werden positiv Getestete als Infizierte beziehungsweise Erkrankte gezählt. Beinahe ebenso systematisch wird unterschlagen, dass es sich bei fast sämtlichen Toten um Menschen über 80 Jahre handelt, die außerdem meist mehrere Vorschädigungen aufwiesen. Medizinische Aufklärung über das Virus existiert nur in Form von Gerüchten — selbstredend: immer die dunkelsten. Etwas getröstet wird das Ganze durch menschelnde Reportagen. 

Das ist tatsächlich ein Problem: das Wissen. Und die Experten des Wissens fahren offensichtlich auch nur auf Sicht. Noch am 2. März erklärt Christian Drosten auf einer Pressekonferenz des Bundesgesundheitsministeriums: 

„Das Risiko für die Gesellschaft ist gestiegen, die Gefahr für den Einzelnen ist aber weiterhin nicht groß.“

Erst mit dem sprunghaften Anstieg der Zahlen in Europa wechseln sie ihren Kurs. Die von der Regierung konsultierten Experten haben sich binnen weniger Wochen von beruhigenden Onkeln zu Zuchtmeistern der Pandemie gewandelt. Sie wussten zwar nicht mehr, aber der Druck der Umstände hat sie zu einer Art imperativen Wissen verführt. 

Die Situation schrie förmlich nach Maßnahmen, nach radikalen Maßnahmen, um nicht zu sagen: nach Krieg. 

Wie kann man zu derart drastischen Maßnahmen raten, wenn man nur ein paar Hypothesen in der Hand hat? Medien und Politik verlangten unmissverständlich nach Gewissheiten. Frühzeitig hat das RKI alle verfügbaren Informationen zu Covid-19 auf seiner Webseite veröffentlicht, die angeblich laufend aktualisiert wurden. Noch heute lesen sich diese Erläuterungen wie eine Ansammlung hilfloser Vermutungen. Ob es um Letalität oder den berüchtigten Verbreitungsparameter „R“ geht — Vieles ist schlicht falsch, etliche Zahlen deutlich übertrieben. Journalisten fragen grundsätzlich nicht nach. Sie verschärfen das Dilemma der Expertise. 

Insofern beunruhigt sie offensichtlich auch nicht, dass das RKI wenig Interesse an einer genaueren Datenlage bekundet. Als der Hamburger Pathologe Klaus Püschel ankündigt, einige der Covid-19-Toten zu obduzieren, erhebt das RKI Bedenken wegen der Infektionsgefahr. Als Püschel nach den Obduktionen erklärt, Corona sei für die meisten Menschen eher nicht sehr gefährlich, beben Politik, Medien und die regierungsnahen Virologen vor Entrüstung. 

Die Evidenz der Pandemie wurde von zwei Kurven bestimmt: einerseits die Zahl der Fälle der neu Infizierten pro Tag und andererseits die Zahl der Toten pro Tag. Später bevorzugte man eine kumulative Zählung. Laien lassen sich dadurch besser erschrecken: 180.000 Fälle und fast 9.000 Tote. In Relation gesetzt, sieht das anders aus: 225.000 Menschen sind in den letzten drei Monaten in Deutschland gestorben, bis zur 12. Kalenderwoche wurden 180.000 real erkrankte und nicht bloß positiv Getestete Influenzafälle dem RKI gemeldet. Noch perfider werden die kumulativen Listen durch die Rubrik „Genesen“, die impliziert, dass alle Infizierten krank gewesen seien. Wie viele Menschen ernstlich erkrankt waren, scheint geheime Kommandosache. Jedenfalls illustrierten die Kurven der Neuinfizierten und Toten brav, was Land auf, Land ab verkündet wurde: Die Zahlen steigen exponentiell. Am 16. März verhängte die Bundesregierung erste stark einschränkende Maßnahmen.

Ein Lockdown lag in der Luft. Der aber setzte stramm exponentiell steigende Fallzahlen voraus. Also verdreifachte man ab der 12. Kalenderwoche — beginnend mit dem 16. März — die Zahl der Tests. Würden also nach etwa 10 Tagen die Fallzahlen steil ansteigen, läge das an der Verdreifachung der Tests. Nun geschah aber Unerwartetes: Am 20. März wurden 4.528 Fälle gemeldet, doch am nächsten Tag sank die Zahl auf ca. 2.500, ebenso am nächsten Tag, erst am 26. März wurde die bisherige Höchstmarke vom 20. März wieder übertroffen — nämlich mit 6.615 Fällen, am nächsten Tag wurde mit 6.933 der höchste Wert an „Neuinfizierten“ pro Tag gezählt. Danach sanken die Zahlen stetig. 

Allerdings versäumte man dem Publikum mitzuteilen, dass die abrupte Steigerung am 26. März und den folgenden Tagen von der Verdreifachung der Tests bewirkt wurde. Es gab also bereits seit dem 20. März einen Abbruch der exponentiellen Steigerung. Doch auch wenn die Ausweitung der Tests die Zahlen wieder ansteigen ließ, so hätten sie doch — um exponentiell zu sein — weit über 12.000 liegen müssen, drei Mal höher als die Zahlen 10 bis 12 Tage zuvor. Mit anderen Worten: Bereits bei Einleitung des Lockdowns waren die Fallzahlen deutlich gesunken. Genau das bestätigt auch die Arbeitsgemeinschaft Influenza des RKI: 

„Seit dem Ende der Grippewelle mit der 12. KW 2020 (beginnend mit dem 16. März) gingen sowohl die ARE-(akute Atemwegserkrankungen) als auch die ILI-(ARE mit Fieber) Raten abrupt zurück auf ein deutlich niedrigeres Niveau, als zu dieser Zeit in den Vorjahren beobachtet wurde.“

Man muss sich nun deutlich vor Augen führen, dass den Experten klar war, woher die pünktlich explodierenden Zahlen kamen, den politischen Entscheidungsträgern darf man dies getrost unterstellen. Journalisten sollten in der Regel gründlich prüfen, was sie worüber berichten, doch Wissenschaftsjournalisten mussten wissen, wie die Zahlen funktionieren. Mit anderen Worten, das Publikum ist auf breiter Front vorsätzlich getäuscht worden. 

Das war und ist allgemeiner Usus bei der Coronaberichterstattung. Die meisten Journalisten müssten natürlich wissen, dass die Zahl der positiv Getesteten nichts über die Ausmaße der Epidemie aussagt. Erst im Zusammenhang mit dem „Durchseuchungsgrad“ einer Population in Relation zur Zahl der Tests ergeben sich Grundlagen einer validen Einschätzung der Epidemie. Das RKI weigert sich bis heute, eine sogenannte Sentinel-Analyse durchzuführen, vereinfacht gesagt: eine aussagekräftige Stichprobe. Es wurden uns immer neue Kriterien verkauft, die angeblich den Stand der Dinge wiedergeben. Etwa der berüchtigte Reproduktionsfaktor „R“. Überall lässt sich nachlesen, dass der R-Wert stets auf groben Schätzungen beruht und sich erst im Nachhinein validieren lässt. Doch unaufhörlich hat man uns „R“ als eine Art Goldstandard zur Lagebeurteilung verkauft. 

Spurenelemente von Meinungspluralismus wurden konsequent sterilisiert. Weltweit äußern sich nach und nach teils hochrenommierte Mediziner und Virologen zur herrschenden Einschätzung der Pandemie. Ihre Stimmen finden sich ausschließlich im Internet. 

In Deutschland gehört Wolfgang Wodarg zu den Ersten, die Bedenken anmelden. Wodarg, Arzt und Leiter eines Gesundheitsamtes, war für die SPD einige Jahre im Bundestag und einige Jahre im Europaparlament Abgeordneter. Der Gesundheitspolitiker galt bis Corona als ausgezeichneter Kopf — kritisch und unabhängig. Am 10. März veröffentlichte er ein Video, in dem er seine erheblichen Zweifel an der aktuellen Corona-Politik präzise benannte. Umgehend wurde er zu einer Art gefährlichem Irren erklärt. Ich habe mindestens 15 Widerlegungen seiner Thesen gelesen. Wer bis dahin noch arglos gewesen sein mag, dem müssten spätestens bei diesen Reaktionen auf Wodarg erhebliche Zweifel gekommen sein. 

Harald Lesch ist nicht nur Professor der Physik, sondern vor allem bekannt als TV-Naturwissenschaftler, der regelmäßig im Fernsehen die Welt erklärt. In einem Video vom 20. März zeigt er Leuten wie Wodarg mal, wie richtige Wissenschaft geht. Soeben wurde der Lockdown beschlossen, angeblich um den Zusammenbruch unseres Gesundheitswesens zu verhindern. In Windeseile rechnet der Mann seinem andächtigen Publikum vor — über 5 Millionen Menschen haben sich binnen weniger Tage diesen Unsinn begeistert zu Gemüte geführt —, dass es ohne Lockdown in spätestens 12 Tagen so weit wäre. Dann nämlich, wenn die Zahl der täglich Neuinfizierten 40.000 erreicht hätte. Ende des Monats also. Wie bei den meisten Ausbrüchen von Wissenschaft dieser Art genügt es, ein paar Tage zu warten, dann erledigen sie sich von selbst. Bei Professor Lesch brauchte man nicht zu warten, man konnte ihm dabei zusehen, wie er mit vagen Gerüchten und ein paar frei erfundenen Zahlen seine Ergebnisse frisiert

Einige Tage später ist eine Koryphäe der ARD als Faktenchecker beziehungsweise -finder unterwegs. Auch Patrick Gensing bietet den Relativierern Paroli, also Leuten wie zum Beispiel Wodarg, die erklärt hatten, SARS-CoV-2 ließe sich durchaus mit einer Influenzawelle vergleichen. Um nur ein Beispiel für den Geist der Faktenfinder zu zitieren: Der Tagesschau-Wahrheitsbeauftragte erklärt kurzerhand, es habe in den letzten Jahren nur eine nennenswerte Influenzaepidemie gegeben, nämlich 2017/18. Doch die 25.000 Toten wären bloß geschätzt und überdies die absolute Ausnahme gewesen. Ein paar Hundert Tote wären sonst die Regel. Irgendwie scheint dem Mann entgangen zu sein, dass fast sämtliche Zahlen im Zusammenhang mit Corona auf höchst invaliden Schätzungen beruhen. Allerdings basieren die Influenza-Schätzungen des RKI auf sehr genauen Daten und Zahlenreihen. Und wenn es um die Behauptung geht, mit einer Ausnahme wären Influenzaepidemien in den letzten Jahren ganz harmlos verlaufen, fragt man sich, ob man selbst bei der Tagesschau so dumm sein darf oder nicht vielmehr: sein muss. 

Zwei Beispiele nur dafür, wie aus schiefen Rechenmodellen Tatsachen gemacht werden. Außerordentlich dunkle Daten werden so geschliffen, bis sie ins Narrativ einer menschheitsbedrohenden Pandemie passen. Unter Anleitung des Innenministeriums? Ende März wurde ein vertrauliches Papier des Innenministeriums publik : „Wie wir Covid-19 unter Kontrolle bekommen“ — nämlich mit Plänen zur psychologischen Kriegsführung gegen die eigene Bevölkerung, verschiedenen Szenarien des Grauens zur Ausbreitung der Pandemie und mit fiesen Strategien der Eindämmung. Was die psychologische Kriegsführung betrifft, handelt es sich um eine „umfassende Mobilisierungskampagne“: Devise: 

„Es kommt etwas sehr Bedrohliches auf uns zu, wir haben die Gefahr aber erkannt und handeln entschieden und überlegt. Wir brauchen ein Zusammenkommen und Wirken von allen Kräften in der Gesellschaft. Dann werden wir die Gefahr noch abwenden.“

Ferner soll der Bevölkerung das Worst-Case-Szenario vermittelt werden, demzufolge mit dem Tod von fast 1,2 Millionen Menschen zu rechnen sei. 

Dem Publikum sei unbedingt einzutrichtern, was exponentielles Wachstum bedeutet. Schließlich gibt es noch eine Unterweisung in eine Art Struwwelpeter-Pädagogik. Man führe drastisch den Erstickungstod vor Augen; Kinder hätten lebenslange Schuldgefühle, wenn sie sich anstecken, weil sie sich die Hände nicht gewaschen hätten, und dann einen Elternteil anstecken, der „qualvoll zu Hause stirbt“. Schließlich müsse verbreitet werden, auch wer überlebt, trage noch jahrelang an den Folgen oder stirbt gar an einem Rückfall. Eine unverzeihliche Beamtenlüge. 

Fast alle Variablen der Modelle, mit denen die Ausbreitung der Krankheit errechnet werden, sind entweder falsch oder unbegründete Schätzungen. Zum Beispiel gehen die Autoren von einer Fallsterblichkeit von einem Prozent aus, während selbst das RKI nur 0,57 Prozent ermittelt hat, bei seiner Heinsberg-Studie kommt das Team von Hendrik Streeck auf 0,37 Prozent. Globale Auswertungen geben 0,2 Prozent an. Falls der Lockdown auf diesen Daten beruht, muss man von einer politischen Katastrophe sprechen. Andererseits empfiehlt das Papier eiskalt, falls die Fallsterblichkeit unter 1 Prozent sinkt, die Ausweitung der Tests mit dem Faktor Tote mal 100. Offenbar weiß man im Innenministerium, wie man erwünschte Zahlen herstellt. 

Jeder ernsthafte und unabhängige Journalist hätte dieses Papier veröffentlicht, ja veröffentlichen müssen. Doch was passiert? Das RND, jenes Redaktionsnetzwerk, das den deutschen Qualitätsmedien insgesamt großes Lob für ihre Corona-Arbeit gespendet hat, kannte das Papier und erwähnt es beiläufig, als handle es sich um Vorschläge zur Verbesserung von Parkuhren. Andere Kollegen verbreiten rasch die Horrorzahlen weiter. Allerdings sollte man nicht glauben, das vertrauliche Papier diente als Betriebsanleitung für die Mainstreampresse. Die übererfüllte seit geraumer Zeit das Propagandapensum, das dem Innenministerium vorschwebte. Nehmen wir als Beispiel die Ausgabe der Tagesthemenvom 19. März.

Deutschland sei auf Bewährung, eröffnet Caren Miosga die Sendung, und wenn es sich nicht am Riemen reiße, folge die Bewährungsstrafe. Ausgangssperre liegt in der Luft. Eine Reihe von Statements von der Straße lässt es so aussehen, als erwarte oder erhoffe man eine Verschärfung. Noch versucht es die Politik mit Geboten, in den nächsten Tagen werden Verbote notwendig sein, dekretiert ein Psychologe. In Freiburg sei es jetzt soweit, der Bürgermeister verhängt für 14 Tage eine Ausgangssperre. Im Interview kann er sich gleich erklären: Die meisten Bürger hätten darauf gehofft. Alle Parteien einig. Ohne mit der Wimper zu zucken, akzeptiert Miosga die sagenhaft dämliche Begründung: Die Nachbarländer hätten den Notstand erklärt — und eben auch die Grenzen geschlossen. Auch eine Frage über die Rechtsgrundlage dieser Maßnahme entfällt. Sofort im Anschluss nimmt Caren Miosga sich den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet zur Brust. Warum wehren Sie sich gegen Ausgangssperren? Die Nachbarländer haben doch auch Ausgangssperren verhängt. Mehrfaches Nachfragen: Wann ist es endlich so weit? Schließlich schwingt Miosga unverhohlen die Keule der Schuld. NRW hatte von Anfang an die meisten Infizierten. 

„Sie hätten doch wissen müssen, wie die exponentiellen Kurven hochschnellen. Wie selbstkritisch denken Sie heute darüber?“

Mit anderen Worten: Können Sie es verantworten, dass weiterhin Menschen sterben, nur weil Sie von Zuständigkeiten faseln, von längst ergriffenen Maßnahmen und weil Ihnen die heiligen Grundrechte anscheinend lieber sind? Caren Miosga ist von ihrer Mission förmlich besessen, ihre Gewissheiten unerschütterlich. 

Dann folgt mal endlich was Positives: Südkorea. Das Land habe Corona so gut wie hinter sich, weil es vor scharfen Maßnahmen wie beispielsweise der Totalüberwachung nicht zurückgeschreckt sei. Vor allem habe Südkorea getestet, getestet und getestet. 

Kurzum, Deutschland ist zu lax. Selbst nach über vier Wochen Corona-Hype scheint unseren Journalisten der sonderbare Umstand entgangen zu sein, dass es sich bei dieser Pandemie um die vermutlich erste handelt, bei der man das Virus meistens suchen muss, es zeigt sich nicht zuverlässig durch Symptome. Das heißt zunächst, dass Dunkelziffern enorme Schatten auf sämtliche erhobenen Daten werfen. Sodann — auch wenn man den wunderlichen Begriff der asymptomatisch Erkrankten erfunden hat — müsste es eigentlich erstaunen, dass dieses so neuartige und gefährliche Virus vom überwiegenden Teil der „Infizierten“ — das heißt positiv Getesteten — gar nicht bemerkt wird. Wie kann das sein? Oder gibt es schon längst eine gewisse Grundimmunität? Wer so fragt, rüttelt am Pathos der Apokalypse. Wenigstens hätte man Hendrik Streeck in dem dann folgenden Interview solche Fragen stellen dürfen. Immerhin in diesem Interview fällt der bemerkenswerteste Satz der ganzen Sendung. Streeck sagt, er sei Wissenschaftler und insofern könne er keine Prognosen abgeben. Klar, dass Caren Miosga mit Nachfragen die Stabilität ihrer Gewissheiten nicht gefährden wollte. 

Über Durchblick verfügt auch Fritz Frey, der an diesem Tag den Kommentar aufsagt. 

„Jetzt muss alles getan werden, um die Zahlen der Infizierten nicht exponentiell steigen zu lassen, einfacher gesagt: um Leben zu retten. (…) Ausgangssperre so schnell wie möglich.“

So geht das Tag um Tag: Die öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendungen üben massiven Druck aus, verhindern Aufklärung, schüren Panik. Das just nach jenem Tag, dem 19. März, das exponentielle Wachstum beginnt, sich zu verlangsamen, und weiter sinkt trotz der enormen Ausweitung der Testtätigkeit und ohne dass die ergriffenen Maßnahmen dabei eine Rolle gespielt hätten, das verschweigt man lieber den Zuschauern. 

Seit die Zahlen sich im Sinkflug befinden, sorgen die Corona-Medien dafür, dass das Thema heiß, ganz heiß bleibt. Aufmerksam entdeckt man immer neue „Hotspots“ im Rest der Welt, Südafrika, Peru, Brasilien. In Deutschland wird nach den allmählichen Lockerungen jeder kleine Ausbruch riesenhaft wahrgenommen. Pausenlos sorgen Medien dafür, dass Lockerungen nicht zu locker gesehen werden. Das Land lebt im Banne einer zweiten Welle, die RKI-Präsident Wieler quasi naturgesetzlich angekündigt hatte. Was hatte man eigentlich erwartet vom Ausgang des Kampfes, nein: des Krieges gegen das Virus? Sollte es irgendwann sterben, schlafen, mutieren oder einfach aufgeben? Oder wollen die Medien ihren schönsten Fund einfach nicht aus der Hand geben? Jedenfalls weiß Mitte Juni offenbar kein Mensch, wie es weitergehen soll. Ein von sich selbst überwältigter Journalismus hilft, diese sagenhafte Leerstelle mit immer neuen Meldungen zu verdecken. 

Es werden Fortschritte bei der Entwicklung eines Impfstoffes gemeldet, zwei deutsche Firmen sind vorne dabei, bei dem vermutlich lukrativsten Geschäft der Welt. Bei der sogenannten Schweinegrippe 2009 hatte man sich mit großen Mengen an Impfstoff eingedeckt. Der Spiegel schrieb im September 2010 unter der Überschrift „Das Geschäft mit den Viren“: 

„Doch ein Kampf um Leben und Tod fand im Marienhospital nicht statt. ‚Die Krankheitsverläufe waren milder als bei der normalen Influenza; wir haben die Leute nach Hause geschickt und ihnen gesagt, sie sollen sich ins Bett legen‘, berichtet der Mediziner. ‚Das Virus, über das so viel Aufheben gemacht wird, ist vollkommen banal.‘ (…) Was den Klinikchef so irritiert, ist der Gegensatz zwischen seiner täglichen Erfahrung als Mediziner und der Aufregung um die Schweinegrippe bei den staatlichen Gesundheitswächtern. Nachdem Deutschland bereits für eine halbe Milliarde Euro Impfstoff gegen den Erreger bestellt hat, sollen nun sogar noch einmal Millionen Dosen nachbestellt werden — für weitere rund 500 Millionen Euro.“

Dummerweise hatte das Zeug erhebliche Nebenwirkungen und der größte Teil verschwand in Lagerhallen, wartend auf das Datum seiner Mindesthaltbarkeit. Und obwohl man die Nebenwirkungen kannte, hatte man noch so viele Dosen wie möglich verabreicht. Es gibt ein noch heute sehenswertes Interview, das Monitor im Dezember 2009 mit Michael Kochen, dem Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin, geführt hat und das von der ARD ausgestrahlt wurde — Überschrift: „Horrorszenarien — die Schweinegrippe und die Medien“.

Dass Viren mutieren, weiß man in Fachkreisen, dass der Impfstoff dann nichts mehr taugt, weiß man auch. Eine coronabesoffene Gesellschaft findet den Ausgang nicht mehr. Gestern habe ich die 50. Ausgabe eines Podcast gesehen, den der NDR seit dem 26. Februar verbreitet: „Corona update mit Christian Drosten“. Ein sagenhaftes Gemisch von improvisierter Expertise, Politik und Kalenderweisheiten. Wer die 50 Folgen analysiert, weiß wahrscheinlich, warum es kommen musste, wie es gekommen ist. 

Doch seit Anfang Mai macht sich eine gewisse Unruhe bemerkbar, der Unmut über die Maßnahmen steigt und man kann einfach nicht verhindern, dass aus dem dämonischen Netz von Zeit zu Zeit kritische Stimmen ins Fleisch der medial kontrollierten „Realität“ pieken. Bereits am 19. März hatten die Tagesthemen einen Beitrag über verschwörungstheoretische Spinner von ganz rechts gebracht. Seit Anfang Mai bestehen die Nachrichtensendungen öfters zu großen Teilen aus Berichten über die gefährlichen Spinner, die am offiziellen Credo zweifeln. 

Investigativer Journalismus hat unvermeidlich mit Verschwörungen zu tun und produziert also Verschwörungstheorien. 

Machenschaften der Energiekonzerne, subversive Seilschaften in den Parteien, islamistische Konspirationen, mafiose Intrigen von Siemens, betrieblich organisierte Puffbesuche bei VW, systematischer Umsatzsteuerbetrug. Es gibt Verschwörungen, also muss es auch Verschwörungstheorien geben. Da Verlautbarungsjournalisten ablehnen, die Welt zu interpretieren, halten sie jede kritische Wahrnehmung für eine Verschwörungstheorie und dabei tun sie so, als handle es sich bei Verschwörungstheorien um eine Textsorte, der man auf Anhieb die krankhaften oder abwegigen Motive ablesen könnte. 

Es gibt gute und es gibt schlechte Verschwörungstheorien. Das ist alles. In der Regel ist es heute so: Wenn von Verschwörungstheorien die Rede ist, errichtet man eine Demarkationslinie zwischen Drinnen und Draußen. Wer darf mitreden und wer nicht? Was gilt noch als zumutbare Überlegung und was nicht? Doch die Demarkationslinie basiert nicht auf Argumenten, sondern funktioniert über pathologische Zuschreibungen. Als Beispiel für eine plausible Verschwörungstheorie zitiere ich eine Geschichte aus dem Spiegel (10/2010) — Titel: „Schweinegrippe — Die Pandemie, die keine war“. 

„Der Infekt des mexikanischen Jungen verlief glimpflich — ebenso wie bei den allermeisten der Millionen Menschen weltweit, die sich in den folgenden Monaten anstecken sollten. Und deshalb wäre das neue Virus wohl unbeachtet geblieben, gäbe es die moderne molekulare Medizin nicht, mit ihren Genanalysen, Antikörpertests und Referenzlabors. Die Schweinegrippe hätte die Welt erobert, und kein Arzt hätte etwas davon gemerkt. Doch es kam anders. Denn es gibt sie, die Hightechmedizin und die Impfstoffindustrie. Ebola, Sars, Vogelgrippe: Systematisch haben Seuchenwächter, Medien, Ärzte und Pharmalobby die Welt mit düsteren Katastrophenszenarien eingestimmt auf die Gefahr neuer, bedrohlicher Infektionskrankheiten. Und keiner von diesen wird mehr Aufmerksamkeit gewidmet als der Influenza: Verteilt auf 102 Länder lauern Forscher in mehr als 130 Labors weltweit auf neue Grippe-Erreger. Karrieren, ganze Institutionen und sehr viel Geld hängen daran. ‚Manchmal kommt es mir vor, als hätten manche geradezu Sehnsucht nach einer Pandemie‘, konstatiert der Grippe-Experte Tom Jefferson von der internationalen Cochrane Collaboration. ‚Alles, was es jetzt brauchte, um diese Maschinerie in Gang zu bringen, war ein kleines mutiertes Virus.‘“

Diese Verschwörungstheorie aus dem Jahre 2010 könnten wir fast vollständig übernehmen, um die Karriere von SARS-CoV-2 etliche Jahre später zu beschreiben. Natürlich hatte auch der Schweinegrippeerreger H1N1 viele Menschen dahingerafft — vor allem auch jüngere und gesunde. Schätzungen sprechen von 150.000 bis 575.000 Toten. In Deutschland wurden über 200.000 Fälle bestätigt, 300 Menschen starben. In der Regel jedoch verlief die Erkrankung harmlos. 

Doch in Summe gilt: Diese Pandemie fand in Deutschland nicht statt, kein Lockdown, keine Beeinträchtigung der Grundrechte. Man hat bloß das Gesundheitssystem vergeblich in Alarmzustand versetzt und sinnlose Impfdosen gekauft. Die Schweinegrippe wäre nicht bemerkt worden, ohne die Agenturen und Interessengruppen, die ihre Karriere intensiv befördert haben. Also denen, die einen unbekannten oder den Subtyp eines bekannten Erregers entdeckten und denen, die es verstanden aus den Mysterien des Unbekannten die Dämonen des Bösen zu zaubern. Bemerkenswert übrigens an dem Spiegel-Aufsatz von 2010 bleibt, dass er auf die Rolle der Medien bei dem Pandemiespektakel kritisch und sogar selbstkritisch hinweist. 

Zehn Jahre später setzt dasselbe Blatt (Spiegel, 20/2020) sage und schreibe zehn Autoren darauf an, Theorien, wie sie der Spiegel 2010 noch plausibel entwickelte, als lächerliche Verschwörungstheorien darzustellen. Sie errichten eine komplett argumentationsfreie Trennwand zwischen dem, was sein darf, und dem, was nicht. 

Die Zitadelle des Mainstreams ballert auf alles, was dem pandämonischen Totalitarismus unserer Tage entgegensteht.

Das fabelhafte Rechercheteam hat drei Zentralorgane gefährlichen Wahns ausgemacht: 

„Neben dem Querfront-Magazin Rubikon sind das die zwei deutschsprachigen Ableger eines staatlichen russischen Medienunternehmens, RT Deutsch und Sputnik.“

Rubikon als Querfrontorgan zu bezeichnen ist eine glatte Lüge. Man zitiert einfach ein paar Pegidatypen, die auch ihre Probleme mit der Coronapolitik haben, fertig ist die Querfront. Infamie oder Hilflosigkeit? Beides. Welche Schuld hat Rubikon noch auf sich geladen? 

„Das Magazin Rubikon ist eine Art Hausmedium der Protestler. ‚Hygienedemo‘-Mitgründer Lenz verbreitet hier von Anfang an seine Thesen. Rubikon wurde 2017 gegründet und veröffentlicht immer wieder verschwörungsideologische Beiträge. Im Beirat sitzen auch Journalisten, die für Weltnetz.tv und RT Deutsch arbeiten. Rubikon sucht außerdem Kontakt zu Fake-News-Verbreitern wie Ken Jebsen, der mit seinem YouTube-Kanal KenFM momentan massiv von der Coronakrise profitiert.“

Nicht zu vergessen, irgendwie noch mit dabei der „prorussische Journalist Ulrich Gellermann“. So sehen grausam schlechte Verschwörungstheorien aus: kein Argument, kein Beleg, nicht einmal eine aufregende Verschwörung, ein paar unanständige Behauptungen und die hastige Montage grotesker Zusammenhänge. 

Was eint dieses Kartell der Irren? Auf ganzen vier Seiten des dünnen Magazins findet man keinen einzigen Satz über Absichten oder Thesen dieser Finsterlinge. Das sagt alles: zehn Autoren und kein Thema. Wenn ich den Kollegen mal in aller Kürze soufflieren darf: Wir haben auf der Grundlage akribischer Analysen und mithilfe weltweit anerkannter Experten versucht, die bestehende dünne Datenlage zu überprüfen, gegebenenfalls zu ergänzen und meist zu korrigieren. 

Wir haben wenigstens in Ansätzen versucht, jenen Pluralismus wiederherzustellen, den zu unterdrücken die Mainstreammedien zum Teil ihrer peinlich heroischen Mission gemacht haben. 

Heute leben wir im Wartesaal der Apokalypse. Medien sorgen dafür, dass wir bei schlechter Laune bleiben. Vielleicht wollen sie sogar den Zustand so lange wie möglich erhalten. 

Wer weiß schon, wann sie noch mal so ernst genommen werden? Vielleicht ahnen sie aber auch bereits, welches ungeheure Unheil das journalistische Pandemiemanagement mitzuverantworten hat.