Autor: Marco Caimi

GOTT GIBT’S DEN SEINEN IM SCHLAF. WIRKLICH?

«Wer schlecht und wenig schläft, weiss, woher das Wort ‘Morgengrauen’ kommt.»

Robert Lembke

Liebe Freunde

Die Zeit der Sommerferien. Da spielt ja auch mal das Ausschlafen hoffentlich eine Rolle. Damit auch die Moleküle unseres Körpers wieder mal vermehrt Ruhe finden. Denn wir bestehen aus einer zellulären Molekularstruktur. Das ist unsere Basis. Die Wissenschaft davon heisst Molekularmedizin, davon spricht aber fast niemand, schon eher von der Molekularküche, die aber auch schon wieder verschwunden ist. Gott sei Dank. Die Molekularmedizin beschreibt den Zustand und die Funktion unserer Zellen und stellt sie zum Beispiel mittels der Blutanalyse dar.

Aber zurück zum Schlaf: Es gibt Menschen, die tagsüber durchaus sehr gestresst sind, trotzdem abends abschalten und sogar gut schlafen können. Dadurch funktioniert auch die Regeneration. Die Chance, dass Wohlbefinden und Gesundheit generell gut erhalten bleiben ist viel grösser als bei schlechtem, oberflächlichen Schlaf. Der Terminkalender wirkt bei durchzechten Nächten  zudem noch voller, als er schon ist…

Andere leiden unter Schlafstörungen. Das Gedankenkarussel hört nicht auf zu drehen, in der Freizeit, aber vor allem nachts, wenn es dunkel im Zimmer ist und  die Ablenkung fehlt. Nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern des Karolinska-Institutes in Stockholm/Schweden ist nicht der Stress Grund für ein Burnout, sondern Schlafmangel in Kombination mit Stress und Sinnkrise.

Warum aber finden Menschen zu gutem Schlaf und andere nicht, trotz vergleichbarer Verantwortung und Arbeitsmenge? Oft hätten gerade aufgewühlte, unruhige und nervöse Menschen Entspannung nötig, sind aber nicht mehr in der Lage, sich zu entspannen. Die bekommen dann autogenes Training oder Meditation empfohlen. Klappt vielleicht kurzfristig in einem teuren Ressort, aber nicht im Alltag. Bis deren rechter Arm schwer ist, haben sie schon wieder tausend dunkle Gedanken gewälzt.

Warum ist das so. ASICS könnte die Antwort sein. Nein, jetzt nicht gleich von diesem Text in solchen Sport-Schuhen davon laufen. ASICS, das fast unausprechliche Wort, bedeutet anima sana in corpore sano. Erst der Körper, dann der Geist. Zellen und Moleküle müssen in Ordnung sein, erst dann kann das Gehirn, dieser dauernde Störefried, auf Entspannung, auf Nachtruhe, auf Sendeschluss umschalten. Stichworte Magnesiumhaushalt, Magnesium, früher genannt das Salz der inneren Ruhe. Noch Fragen? Früher spürte mann/frau eben noch was. Stichwort Eiweiss und Aminosäuren, für die Hormonbildung, zum Beispiel Wachstumshormon, die stärkste regenerierende Substanz des menschlichen Körpers. Stichwort Cortisol, das chronische Stresshormon. Stichwort Serotonin, das Hormon der Übersicht, der Souveränität, des Abstandes. Kennen Sie dies Werte? Eben. Der funktionierende Organismus ist Voraussetzung auch für Schlaf und Entspannung.

Viele unterschätzen solche Befunde und Messungen. Teilweise zurecht. Noch viel entscheidender als die Messung ist die Interpretation, die hohe Kunst  Deutung IhrerWerte. Das Wissen um IhreSollwerte in Ihreraktuellen Lebenssituation mit all IhrenAufgaben, die an Sie gestellt werden. Nicht die IST-Werte. Das sind Durchschnittswerte, die bei kranken Populationen erhoben werden. Oder wollen Sie die gleichen Werte wie Ihr Nachbar haben?

Sollwerte muss man wollen. Eine wichtige Entscheidung oder anders gesagt: Ihr Körper soll so «gebaut» sein, dass der Geist Lust hat, darin zu wohnen.

Der nächste CAIMI-Report (mit einer weiteren Geschichte hinter der Geschichte)

Schon wieder ein Geburtstag: SÜDAFRIKA – die Demokratie ist dieses Jahr 25jährig geworden: 1994 gab es die ersten freien Wahlen, Nelson Mandela zum Staatspräsidenten gewählt. 1991 fiel die Apartheid definitv. Wie hat sich das Land unterdessen entwickelt? Wo sind die Risiken, die Chancen? Was macht die Faszination dieses Landes aus? Wie gross ist die Kriminalität und wer ist vor allem davon betroffen?

In eigener, aktueller Sache: Gestern hatten wir auf der südafrikanischen Botschaft in Bern einen Vorstellungstermin für eine permanente Aufenthaltsbewilligung in Südafrika. (Für alle, die sich jetzt freuen, dass wir endlich abhauen: Das Verfahren in Pretoria dauert 2- 4 Jahre…)

https://youtu.be/SofZh0haq8ALINK CAIMI-REPORT

Nicht vergessen: Auf «Abonnieren» klicken. Ist kostenlos. Danke. Ist nicht sooooo schwierig, aber ein kleines Dankeschön an uns und unsere Recherche-Arbeit. Geht doch, oder?

Herzlichst und ein tolles Wochenende mit hoffentlich viel Schlaf 👍🏽!

Marco Caimi

MACHT UND OHNMACHT DER SCHÖNHEIT

„Das Gesicht ist der Spiegel der Seele“

Tu Fu, chin. Lyriker, 712-770

Schönheit ist ein Mythos und eine Obsession zugleich. Seit Jahrhunderten betreibt der Mensch mit Salben, Wässerchen, Puder, Spritzen, Korsetts und Operationen eine technische Optimierung seines Körpers. Lange Zeit betraf allerdings das öffentlich verhandelte Schönheitsideal nur ein Geschlecht: Die Frau. Aber die Männer holen auf. The times they are a changing…Gut so. Die Neandertaler haben ihre Zeit gehabt. 

Was ist Schönheit?

Was aber ist Schönheit? Ist es nicht einfach ein Spiel des Zeigens, Entblössens und Verbergens, des Vertuschens und Akzentuierens, eine „unproduktive Vorausgabung“, wie es George Bataille es nannte, die das zu suggerieren versucht, was noch niemand definieren konnte – was eben Schönheit ist? Ist Schönheit auf den ersten Blick erkennbar oder braucht es ein näheres Hinsehen? «Das, was man da auf den ersten Blick sieht», schrieb der Philosoph und Kultursoziologe Nicolaus Sombart, «ist gewissermassen nur eine optische Täuschung, ein ‹trompe-l’œil›.»

Als schön wird etwas empfunden, das symmetrisch und in den Proportionen ausgewogen ist, aber schon hier beginnen die Probleme, denn die absolute Symmetrie ist wiederum unästhetisch, jede Schönheit braucht den kleinen Makel. Je präziser der Versuch einer Beschreibung des Schönen, desto poetischer und metaphorischer wird er, bis die Definition am Ende das zu Definierende enthält: Schön ist, was gefällt.  Leider wird etwas oft übergangen, wenn es um Schönheit geht: Schön ist vor allem, wenn sich jemand schön fühlt.

Dietmar Kamper und Christoph Wulf schreiben 1989 in „Der Schein des Schönen“ kapitulierend: „Der Versuch, sich der Schönheit zu bemächtigen, vernichtet sie. Sie bildet eine nicht auf anderes reduzierbare Welt, ist ohne Nutzen und spielt mit den erotischen Wünschen am Rande des Chaos und der Hoffnung auf Unvergänglichkeit.» 

Für solche Schönheitsprosa, die mythologisierend das Unfassbare heraufbeschwört, hatte der Psychoanalytiker Sigmund Freud bereits 1930 nur Spott übrig: «Die Wissenschaft der Ästhetik untersucht die Bedingungen, unter denen das Schöne empfunden wird; über Natur und Herkunft der Schönheit hat sie keine Aufklärung geben können; wie gebräuchlich wird die Ergebnislosigkeit durch einen Aufwand an volltönenden, inhaltsarmen Worten verhüllt.»

Zusammenhänge zwischen Schönheit, Selbstwahrnehmung und Psyche

Heute dürfte sich Freud im Grabe wälzen, denn: Gerade die Psychologie und Psychiatrie scheint sich nun der Bedeutung des Aussehens (und damit, bei aller Subjektivität) der Schönheit endlich bewusst zu werden: Es geht um Selbstwahrnehmung und damit gekoppelt Selbstvertrauen. Die aus dem Zusammengehen von Selbstwahrnehmung und Selbstvertrauen geborene Tochter ist die Ausstrahlung und diese wiederum die Schwester des Charismas. Hand aufs Herz: Begegnen wir nicht lieber charismatischen Menschen als grummligen Miesepetern und Misanthropen?

Ob wir einen guten oder schlechten Tag haben, ob wir uns sicher oder unsicher, glücklich oder unglücklich, traurig oder froh fühlen, steht in unserem Gesicht geschrieben. Wie auf einer Visitenkarte ist in ihm vermerkt, wer wir sind, auch in einem Umfeld, in dem wir persönliche Informationen wie unser Alter nicht immer preisgeben wollen. Der demographische Wandel und die damit einhergehenden Ansprüche, bis in das fortgeschrittene Alter frisch und wach auszusehen, rechtfertigen den Anspruch an eine ästhetische Sprechstunde. 

Mit ein Grund, warum wir uns zunehmend mit dieser Thematik in den letzten Jahren und Monaten beschäftigt und auch eine Zusatzausbildung in ästhetischer Medizin absolviert haben. Daraus ist innerhalb der Männerpraxis die Abteilung BC-Aesthetics entstanden. (BC für Bürgin & Caimi) Ein langer Weg, aber mit viel Spass und Freude beschritten und die Erfahrungen noch im letzten Jahr machen richtig Spass!

Ganz wenig schafft viel 

Minimale Veränderungen der Mimik können bereits deutliche Auswirkungen auf Stimmung und Antrieb haben. Insbesondere Männer leiden nicht selten an einer ausgeprägten Zornesfalte, wirken dadurch streng, missmutig oder gar feindselig-abweisend, wie einst Hausmeister Krause im Mehrfamilienhaus oder Schulhaus-Hauswart Rüdisühli auf dem Pausenplatz. Da weder Krause noch Rüdisühli böse Menschen sind, wirkt ihre Fremdwahrnehmung rückkoppend auf sie selbst. Irgendwann sind sie Gefangene ihrer strengen, kontrollierenden und stets zurechtweisenden Rolle, ansonsten sie das Gefühl haben, nicht (mehr) ernst genommen zu werden.

Mit einer minimalen Menge an Botulinum-Toxin kann die Zornesfalte maximal entschärft werden. Handelt es sich um einen älteren Menschen, wirkt es hingegen lachhaft, wenn man auch die Stirnfalten wegspritzt, denn diese gehören zur Vita und Geschichte des Gesichtes und dieses soll nicht zu einer mimikbefreiten Maske mutieren.

Selbst bei leichten oder mittelgradigen Depressionen oder depressiven Verstimmungen führen solch punktuelle, feine und reduzierte Massnahmen zu deutlichen Stimmungsaufhellungen und Antriebssteigerungen, oft ohne zusätzliche Psychopharmaka. Studien haben ergeben, dass durch

minimale Eingriffe Selbstbild, Selbstvertrauen und Stimmung sich erheblich bessern können. Man spricht vom sog. „Facial-Feedback“.

Auch das Gesicht dehydriert

Gleiches gilt für schmale, strichförmige Lippen, tiefe Nasolabialfalten oder Augenrinnen (bei Frauen auch Krähenfüsschen). Hier arbeitet man aber nicht mit Botulinum-Toxin, sondern mit sog. Fillern, also Hyaluronsäure. Hyaluronsäure kommt im Körper natürlicherweise vor. Deshalb führt sie äusserst selten zu allergischen Reaktionen. Sie entspricht dem Schutz der oberen Hautschichten und arbeitet, vereinfacht gesagt, wie ein Schwamm. Das farblose Gel bindet nach der Injektion in geringen Mengen Wasser und führt dadurch zu einer strafferen und elastischeren Haut, u.a. auch dadurch, dass wieder mehr Kollagen gebildet wird. Dieser Effekt kann, je nach Hauttyp, Alter und Vorschädigung, bis zu 24 Monate anhalten. Bei den Lippen reicht nicht selten eine leichte Definition der Lippenkonturen oder der Lippenfältchen oberhalb des Lippenrotes ohne jegliche Vermehrung des Lippenvolumens zu einem frischeren und freundlicheren Aussehen.

Wenn es nächtens knirscht…

Nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus) kann durch eine minimale Menge Botulinum-Toxin, injiziiert in den grössten Kaumuskel (M. Masseter) erheblich bessern und beispielsweise diese wenig schlaffreundlichen Schienen überflüssig machen.

Schmerzen?

Behandlungen im Rahmen der ästhetischen Medizin sind praktisch schmerzfrei. Man arbeitet mit ultradünnen Nadeln, deren Einstich kaum gespürt wird. Eine Ausnahme stellt die Mundregion dar (Lippenkonturen, Lippen). Da verwenden wir eine lokalanästhesierende Salbe in Eigenrezeptur (Emla ist kaum wirksam), die, 20 Minuten vorher aufgetragen, den Schmerz auf ein absolutes Minimum reduziert.

Reduced to the max!

„Die Zeit mag Wunden heilen, aber sie ist eine miserable Kosmetikerin“

Mark Twain

„Less ist sometimes more!“ (weniger ist oft mehr) sagte einst der grosse Architekt Mies van der Rohe. Was für die Architektur richtig ist, gilt erst recht für jegliche ästhetisch-medizinische Massnahme. Wir streben stets Verbesserung an, keine Veränderung und schon gar keine Verfremdung. Schlauchbootlippen mögen auf gewisse Männer einen erotischen Impact haben – à la bonne heure. Sie haben aber nichts mit gewissenhafter ästhetischer Medizin zu tun und halten im Gegenteil Menschen davon ab, die ohne die Persönlichkeit verändernden Medikamente davon erheblich profitieren könnten.

Jedes Gesicht hat seine eigene Vita und Geschichte. Nur unter diesem Aspekt ist eine altersadäquate Schönheit und Frische zu definieren.

© BC Aesthetics, Dr. med. Marco Caimi und Daniela Bürgin (bc-aesthetics.ch)

GROUNDING DER MÄNNLICHEN FRUCHTBARKEIT

„Zuerst schuf der liebe Gott den Mann, dann die Frau. Dann tat ihm der Mann leid und er gab ihm den Tabak.“

Mark Twain

Mysteriöse Dinge passieren seit einigen Jahrzehnten beim Mann: Er wird immer unfruchtbarer. In der Tat findet ein dramatischer Rückgang bei den Anzahl Spermien pro Probe statt.

Schon immer hatten die Männer ein höheres Sterblichkeitsrisiko als Frauen, gesundheitlich, Waffen betreffend, im Strassenverkehr, bei „Mutproben“. Männer gewinnen in Sachen Sterblichkeit jede Altersklasse: Männliche Babys sterben häufiger als weibliche, kleine Jungs auch als kleine Mädchen, Teenager, junge Menschen, Menschen in der Lebensmitte. Männer sind rundum Sterbe-Champions….

Offenbar genügt das aber noch nicht, die Spezies Mann will definitiv nichts mehr mit der Menschheit zu tun haben und plant beschleunigt deren Rückzug vom Planet der Menschenaffen: Im Sommer 2018 hat eine Forschergruppe der Hebrew University und von der Mount Sinai Medical School eine Studie veröffentlicht, die besagt,  dass die Spermienanzahl in Proben in den USA, Europa, Australien und Neuseeland um mehr als 50% gefallen ist – in den letzten 40 Jahren. Klartext Jungs: Wir sind nicht mal mehr halb so fruchtbar wie unsere hashtag- und gendermainstream-verschonten Grossväter!

Es handelt sich um eine sogenannte Meta-Analyse, die 185 Studien berücksichtigt, darin enthalten 43’000 Spermienproben. Die genauen Zahlen: 99 Millionen Spermien pro Milliliter 1973 zu 47 Millionen 2011 – mit Trend zur beschleunigten Abnahme. Werden 40 weitere Jahre genügen, uns zum Fruchtbarkeits-Grounding, auch „Sperm count Zero“ genannt, zu führen?

Aber es geht nicht nur um Fruchtbarkeit, denn diese sinkenden Spermienzahlen sind nur the canary in the coal mine (Kanarienvögel wurden im Kohlebergbau unter Tag gehalten, da sie sehr sensitiv gegen gefährliche Gase sind. Ging es den Vögelchen schlecht oder starben sie gar, war es höchste Zeit, den Schacht gen Tag zu verlassen): Es ist längst bekannt, dass Männer mit tiefer Spermienzahl häufiger Diabetes, Herzkreislauf-Erkrankungen aber auch Krebs bekommen.

Wir haben es wie beim Stoffwechsel-Syndrom mit einem Symptomkomplex zu tun. Man spricht vom  TDS (Testicular Dysgenesis Syndrom), welches folgende Merkmale enthalten kann:

Hypospadia (Abnormale Lokalisierung des Harnröhrenendes)

Hodenhochstand

Tiefe Anzahl Spermien

Schlechte Spermienqualität

Hodenkrebs

Was generiert eine tiefe Spermienzahl?

Natürlich die alten Bekannten und üblichen Verdächtigen: Übergewicht, Bewegungsmangel, negativer Stress, Rauchen, Bluthochdruck. Es wäre aber zu einfach, es bei dem zu belassen: Wir haben eine industrielle Revolution hinter uns (und stecken mitten in einer neuen). Wir haben eine Erdölindustrie. Wir haben eine chemische Industrie. Und wir haben viel Plastik aus all dem gemacht. Kurz gesagt: Menschen (Männer sollen ja, zumindest für den Moment noch auch zu dieser Spezies gehören) sind diversen Umwelteinflüssen, insbesondere über feste Nahrung und Trinkwasser ausgesetzt und nehmen darin enthaltene Substanzen auf, die u.a. auch unsere Hormone beeinflussen, vor allem Östrogene und Testosteron. Wenn eine chemische Substanz Einfluss auf menschliche Hormone hat, wird sie als endokriner „Disruptor“ bezeichnet.

An vorderster Front Weichmacher, wie sie für die Herstellung von Plastik benötigt werden: Phthalate und Bisphenol A (BPA). Diese Substanzen machen nicht selten mehr als 50% der Gesamtmasse aus. Das grosse Problem ist, dass diese Substanzen fast überall enthalten sind, nicht nur in Pastik, sondern auch in Geliermitteln für Tabletten, Emulgatoren, Bindemitteln, Detergentien, Haarsparys, Nagellackentfernern, Sex Toys.

Vererbbar

Ein übergewichtiger Mann vererbt seinem Sohn keine tiefe Spermienzahl. Ist der Körper des Vaters aber reichhaltig geflutet von endokrinen Disruptoren,  kann sein Sohn bereits eine tiefere Spermienzahl übernehmen (Veränderung der Genexpression).

Kann etwas dagegen getan werden?

Viel mehr als Alibiübungen wurden bisher nicht durchgeführt. Ein chemisches Agens wurde durch ein anderes ersetzt, teilweise mit noch schlechteren Effekten, wie beispielsweise die Substitution von Bisphenol A durch Bisphenol S.

Die chemische (und die nicht weit entfernte) Nahrungsindustrie haben sich bisher erfolgreich resistent gezeigt, auf die enormen Kickbacks zu verzichten, die diese Produkte nach sich ziehen. Die Argumentation lehnt sich an die Kommunikation der Tabak- und später Zuckerindustrie an. Auch dafür finden sich immer wieder Gallionsfiguren, wie beispielsweise Elizabeth Warden, ihres Zeichens Präsidentin des American Council on Science and Health (!!!), die regelmässig von der Plastik- und Ölindustrie bezuschusst wird, u.a. von DuPont und Chevron. Ein Schelm, wer sich…

Zu viel Körperfett und dieser ganze Weichmacherschrott wandelt Testosteron in Östrogen um. Es ist deshalb durchaus von Vorteil, wenn man sein Körperfett (vor allem das Viszerale, also dasjenige um den „Ranzen“ herum) und seinen Testosteron-Wert kennt.

Männer können sich auf Fussball konzentrieren!

Es gibt Hoffnung: Eine neue Technology verspricht sie uns – die IVG (In vitro Gametogenesis) Damit wandelt man embryonale Stammzellen in Sperma und Spermien um. Bereits 2016 haben japanische Forscher (ausnahmsweise mal nicht an Walen) Baby-Mäuse „kreiert“ – mittels der IVG. Die Stammzellen wurden von ausgewachsenen weiblichen Mäusen entnommen. Die männliche Rolle dabei? Gar keine mehr. Die Männer am Ground Zero der Evolution. 

Was aber dann mit all den Hashtags? Und vor allem den eigenartigen, sich selbst feiernden Genderlehrstühlen an den Unis? Der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht.

© Dr. med. Marco Caimi, maennerpraxis.ch

TESTOSTERON – EINE WUNDERTÜTE?

„Je länger der Zyniker lebt, desto mehr beschleicht ihn das Gefühl, Liebe wäre eine hormonelle Entgleisung.“

Wolfgang J. Reus

Das Hormon Testosteron wird zu 90-95% beim Mann  im Hoden und bei der Frau im Eierstock gebildet. 5-10% stammen aus der Nebennierenrinde. Mann und Frau haben sowohl männliche als auch weibliche Hormone, wenn auch in unterschiedlicher Menge.

Was sind die Wirkungen von Testosteron?

Das Hormon Testosteron wirkt in allen unseren Lebensphasen und praktisch allen unseren Organen. Selbst die Stimmung wird positiv beeinflusst. Im Einzelnen:

Beide Geschlechter:

Stoffwechsel:

Verbesserung des Fettstoffwechsels (Cholesterin, freie Fette)

Verbesserung des Zuckerstoffwechsels (Erhöhung der Zuckertoleranz, Anti-Diabetes-Faktor)

Blut:

Bildung roter Blutkörperchen

Knochen:

Knochenaufbau

Erhöhung der Knochendichte

Muskeln:

Erhalt und Aufbau der Muskeln

Sexualität:

(Steigerung der) Libido

Erhöhte sexuelle Aktivität

Erektionsfähigkeit

Zentralnervensystem/Gehirn:

Positiver Einfluss auf Stimmung und Psyche

Mehr Antrieb

Weniger subjektive Müdigkeit

Körperliche Leistungsfähigkeit:

Steigerung der Leistung

Verbesserung des Sauerstoff-Haushaltes

Vorwiegend beim Mann:

Geschlechtsorgane:

Ausbildung der männlichen Geschlechtsorgane

Haut und Haare:

Bartwuchs

Männliche Körperbehaarung

Wie wirkt sich ein Testosteron-Mangel (Hypogonadismus) aus?

Wie aus obenstehendem ersichtlich wird, hat ein Mangel an Testosteron, der bei den Wechseljahren des Mannes, der sog Andropause (die schleichender verläuft als die weibliche Menopause) eintreten kann, nicht nur auf die Sexualität eine Auswirkung. Insbesondere kann es zu einer Ausbildung des sog. Stoffwechselsyndroms = metabolisches Syndrom) kommen. Das ist ein Komplex aus folgenden Krankheitsbildern, die einzeln oder in toto auftreten können:

Bluthochdruck

Übergewicht

Diabetes Typ II

Fettstoffwechsel-Störung(en) (sog. Dyslipidämien)

Die amerikanische Medizin-Literatur spricht vom „Deadly Quartet“.

Gute oder angehobene Testosteron-Werte verbessern insbesondere die Zuckertoleranz , die diversen Cholesterin-Fraktionen und die freien Fette. Die Risiken schlechter diesbezüglicher Werte auf insbesondere das Herz-Kreislauf-System sind  hinlänglich bekannt, inklusive das Risiko thrombo-embolischer Ereignisse. Mulligan et al. zeigten in einer prospektiven Studie an 2165 Männern > 45 Jahren folgende Häufigkeiten bei Testosteron-Mangel auf:

Dyslipidämien: 40%

Bluthochdruck: 42%

Diabetes II: 50%

Adipositas: 52%

(Mulligan T. et al. Int. J Clin Pract 2006;60:762-769)

Ebenso fördert ein Testosteronmangel eine schnellere altersbedingte Rückbildung der Muskeln und der Knochendichte (Stichwort: Osteoporose), Konzentrationsschwäche, Müdigkeitsgefühle, Schweissausbrüche/Hitzewallungen und depressive Verstimmungen mit Abnahme der geistigen Aktivität und insbesondere Lebensfreude.

Warum sollte insbesondere der Mann seinen Bauchumfang kennen?

Der Bauchumfang ist kein Mass für die Menge an Bauchmuskeln, sondern für die Menge an Fett im Bauchraum. Diverse Studien haben gezeigt: Je grösser der Bauchumfang beim Mann, desto niedriger ist in der Regel sein Testosteron-Spiegel. Männer mit einem Bauchumfang über 102 cm haben mit hoher Wahrscheinlichkeit einen zu tiefen Testosteron-Spiegel.

Ein dicker Bauch ist nicht sexy, auch nicht besonders gemütlich. Wer das behauptet, betreibt Selbstbeweihräucherung. Aber das Bauchfett ist vor allem eine „Hormonfabrik“. Es produziert Substanzen, die zu Entzündungen an den Gefässen führen und diese verengen können. Deshalb messen wir in der Männerpraxis nicht nur das gesamte Körperfett, sondern auch das Bauchfett (=viszerales Fett). 

Hinterlistige Fettzellen

Die Fettzellen treten in doppelter Hinsicht negativ auf:

Sie produzieren einerseits unkontrolliert das Sättigungshormon Leptin. Dadurch verringert sich seine Wirkung als Essbremse. Es kommt zu einer übermässigen Nahrungsaufnahme, da das Sättigungsgefühl nicht einsetzt.

Andererseits gibt es in den Fettzellen das Enzym Aromatase. Dieser Schlingel wandelt Testosteron in Östrogen um, das heisst, fette Männer verweiblichen, was bestenfalls im Sinne von radikalisieren #Hashtag-Feministinnen sein kann. Schon mal gewundert, warum so richtig übergewichtige Männer Brüste haben? Alles klar jetzt?

FRAUEN SPECIAL:

Alles bisher gesagte trifft im Prinzip auch auf Frauen zu, da es auch bei der Frau eine anabole (aufbauende und erhaltende) Wirkung entfaltet:

Herz-Kreislauf, Stoffwechsel, Knochendichte, Muskulatur, Psyche/Stimmung, Sexualität.

Trotzdem wird Testosteron heute noch häufig als lediglich männliches Hormon angesehen. Obwohl Testosteron bei der Frau in einem zehntel Ausmass wie beim Mann produziert wird, ist es ein wichtiges Hormon auch für die weibliche Sexualität und Gesundheit generell. Frauen mit Testosteronmangel haben nach Substitutionstherapie (Ersatztherapie) von Testosteron nachweislich häufiger Geschlechtsverkehr, eine positive Bejahung des Sexuallebens und eine normale(re) Orgasmusfähigkeit. Insbesondere nach Unterleibsoperationen wie Gebärmutter- und Eierstockentfernung entwickeln ca. 50% der betroffenen Frauen ein sog. HSDD (Hypoactive Sexual Desire Disorder). Nach Normalisierung des Testosteronwertes kam es zu einer Steigerung der sexuellen Aktivität um 74% (Prof. Susan David, Melbourne).

Diagnose eines Testosteronmangels

Bevor Sie nun irgendwo auf dem Schwarzmarkt des Internets als exquisites Weihnachtsgeschenk Testosteron für Ihre(n) PartnerIn kaufen nach dem Motto „lieber starke TigerInnen statt schlaffe KriegerInnen“ bedenken Sie eins:

„Vor die Therapie haben die Götter die Diagnose gesetzt,“sagte Demokrit schon im alten Griechenland. Dem ist beizupflichten. Längst nicht alle Menschen haben nach Meno- oder Andropause einen Testosteronmangel. Für Frauen und Männer empfiehlt sich als Top-Diagnostikum die Blutbestimmung.

Für Männer gibt es zudem noch einen spezifischen Testfragebogen, den AMS-Test (Aging Males’ Symptoms rating scale), den wir in der Männerpraxis natürlich griffbereit haben.

In den 80 und 90ern war es hip, im Rahmen des Anti-Aging-Hypes einfach allen Männern ab 45 Testosteron zu verabreichen. Das kann unter Umständen zu einem massiven Eingriff in den hormonalen Haushalt eines Menschen führen. Ist zu viel Testosteron an Bord, kann es zu Leber-, Nieren-, Prostata oder Herzschäden kommen, ebenso verkümmern die Testosteron produzierenden Organe, insbesondere die Hoden .

Also: Im Prinzip wie beim Auto: Voller Tank – fahren, leerer Tank oder Reserveanzeige – zur Tanke.

Behandlung des Testosteron-Mangels

Auffüllen! Es gibt mittlerweile Gels, die man bequem und schmerzlos auf der Haut aufträgt. Nach 2-3 Monaten nachmessen. Befolgen die Patienten die Therapie diszipliniert, sehen wir immer, dass sich das auch im Blut niederschlägt. (Sollte das ausnahmsweise nicht der Fall sein, kann man die Therapie auch mit Injektionen ca. alle 6-8 Wochen durchführen). Ist sehr selten.

Die Therapiefortsetzung definiert man je nach neu erreichtem Spiegel: Weiterführen für 1-2 Monate, Reduktion auf minimale Erhaltungstherapie oder bei starkem Anschlagen gar ein halbes Jahr Therapiepause und dann Nachkontrolle.

(Achtung:Die Dosierung bei der Frau ist ungleich tiefer als beim Mann und darf auf keinen Fall miteinander verglichen werden. Es gilt ja eine Virilisierung (Vermännlichung) der Frau zu vermeiden!)

Schluss-Motto: Stimmige Hormone, damit die besten Jahre von Frau und Mann auch die besten werden und bleiben!

© Dr. med. Marco Caimi; maennerpraxis.ch

WINTERZEIT – KRANKHEITSZEIT?

„Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.“

Arthur Schopenhauer

Liebe Freunde

Ich hoffe, Ihr habt alle den goldigen Herbst geniessen können? Die Temperaturen fallen allmählich, die Tage werden kürzer, das Sonnenlicht wird rarer, nasskaltes Wetter wird auch diesen Spätherbst und Winter nicht ausbleiben.

Der November-Blues hält da und dort Einzug und wird durch die „besinnliche“ Weihnachtszeit manchmal gemildert, manchmal verstärkt. Müdigkeit, Lust- und Antriebslosigkeit machen sich breit, ohne dass es gleich immer ein Burnout oder eine klassische Depression sein muss.

Aber die angebrochene und bevorstehende Jahreszeit ist auch ein idealer Tummelplatz für Erkältungs- und Grippeviren, alleine oder in Folgebegleitung von Bakterien. Wir sind dem aber nicht schutzlos ausgeliefert.

Die Grippeimpfung ist allseits bekannt, wird aber höchst unterschiedlich vertragen. Ich möchte daher mehr auf unsere natürlich im Körper vorhandenen Abwehrkräfte eingehen. Eiweiss-Mangel, Zinkmangel, Eisenmangel sind leistungshemmende Faktoren. Das ist noch einigermassen bekannt. Bei Hormonen, zum Beispiel dem Testosteron, tappen viele im Dunkel, da es von Hausärzten sehr selten bestimmt wird. 

Eklatanter Vitamin D-Mangel

Zappenduster sieht es hingegen beim Vit. D aus, das übrigens auch ein Hormon ist und in der Haut in Zusammenspiel mit Sonnenlicht gebildet wird. Somit wird die Haut zu einer Drüse, einem endokrinen Organ. Entzieht man ihr die Sonne komplett, wird sie krank. Was eine kranke Drüse bedeutet, wissen Sie. Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse, Brustdrüse, Vorsteherdrüse, Keimzellen. Der Vitamin D-Mangel ist vor allem in den Wintermonaten, auch in der Schweiz, eklatant. Bereits 2012 ergab eine Studie an 776 Luzerner Hausarztpatienten einen Vitamin-D-Mangel von 45,1%. Und jetzt kommt es: Im September! Spezialisten sagen, gestützt auf weitere Studien, dass Ende Sommer die Häufigkeit von Vitamin-D-Mangel 50% erreicht, im März/April aber 80%!!

Hauptsymptome von Vitamin-D-Mangel:

Erhöhte Infektanfälligkeit

Müdigkeit

Leistungsabfall

Stimmungsabfall

Schlafstörungen

Erhöhte Gefahr von Knochenschwund

Warum aber ist das so?

Die Sonne ermöglichte erst das Leben auf der Erde. Die alten Ägypter, eine der am höchsten entwickelten Kulturen, haben die Sonne verehrt.

Nun aber wird sie verteufelt, von der WHO gar als toxisch eingestuft. Natürlich ist das Sonnenlicht ein Januskopf: Viel zu viel kann zum Melanom, dem Hautkrebs, führen. Zu wenig macht aber auch krank. Was kommt Ihnen dabei in den Sinn? Genau – Paracelsus. 

„Alles ist Gift, nichts ist Gift, die Dosis macht’s!“ Leider haben wir oft jegliches Mass verloren: Die einen rösten stundenlang an der Sonne, die anderen schmieren sich neurotisch für 5 Minuten Exposition mit Sonnenschutzfaktor 50 oder mehr zentimeterdick ein.

Kennen Sie Ihren Vitamin D-Vorrat?

Oder der anderer Leistungs- und Krankheitsschutzfaktoren? Keine Hexerei, das zu objektivieren. Dafür gibt es phantastische Labordiagnostik, wir nehmen Ihnen nur das Blut ab und besprechen ausführlich die Resultate und Konsequenzen daraus mit Ihnen und geben Ihnen sämtliche Befunde im Original mit, den diese gehören Ihnen. Wir behalten die Kopie.

Die Resultate liefert uns ein topprofessionelles Labor, das wir vor zwei Wochen vor Ort besichtigen durften. Wir waren beeindruckt. Modernste Apparate und Abläufe, am eindrücklichsten aber: Überall das vier-Augen-Prinzip, das einzige Labor, welches das so handhabt. Grund: Viele wissen gar nicht, wie viele Blutproben verwechselt werden…Vielleicht auch besser so.

Und: Wir haben die Resultate am nächsten Tag. Was sollen wir also mit eigenem  Hexenküchen-Labor herumwursteln?

Wie machst du das eigentlich?

Du bist ja auch nicht mehr der Jüngste. Etwas, das ich oft höre: Eine Praxis führen, Seminare geben, schreiben (wie jetzt zum Beispiel), Kabarett-Stücke verfassen und spielen und noch 50km die Woche laufen. 

Die Antwort ist einfach. Das eine alimentiert das andere mit Freude, der beste Motivator um zu arbeiten. Andere denken dafür dauernd über Überstunden nach. Kann auch glücklich machen.

Und ich kenne meinen Körper, was er braucht und was ihm manchmal fehlt. Denn was ich Ihnen mit diesem Newsletter zumindest theoretisch zumute, mache ich bei mir selbst: Regelmässig messen. Diagnostik. Ich fahre übrigens auch nicht auf die Autobahn, wenn die Benzin-Anzeige auf Reserve steht. Das Armaturenbrett ist Dauerdiagnostik.

Denken Sie mal darüber nach.

Wir sind für Sie da – ohne Unterbruch bis Weihnachten.

Herzlichst und ein tolles Herbstwochenende!

Marco Caimi

WENN DER MANN EINEN HÄNGER HAT…

„Nichts ist so elend wie ein Mann, der alles will und nichts kann.“

Matthias Claudius

Wir dürfen dieses Jahr ein Jubiläum feiern: 20 Jahre Viagra. Hat das unser Leben bereichert? Eine Frage, die kontrovers diskutiert wird. Viele sprechen vom Sex-Doping, von Lifestyle-Quatsch, von Verlust von Körperbezug. Nicht selten sind die am meisten dagegen schreienden die grössten Anwender, so wie auch niemand den Blick liest oder DSDS schaut (und doch wissen alle Bescheid, wer Daniel Küblböck war – wie viele Jahre ist das schon her?)

Erstaunlich ist, und das sollte zu denken geben, dass die Anwender immer jünger werden (und mit jünger meine ich U 30!).

ED (erektile Dysfunktion) hat mannigfache Ursachen. Generell gilt: Je jünger ein Betroffener ist, umso unwahrscheinlicher sind organische Ursachen und umgekehrt:

Je älter, umso mehr können Gefässschädigungen im Vordergrund stehen, verursacht durch langjähriges Rauchen, Diabetes, Gefässerkrankungen anderer Ursache, denn bei der Erektion geht es auch um eine gute Durchblutung des männlichen Anhangorgans.

Ausbleibende Spontanerektionen oder unbefriedigende Erektionen können auch ein diskreter Hinweis auf Durchblutungsstörungen im ganzen Körper, zum Beispiel an den delikaten Herzkranz- und Gehirngefässen, sein oder wie ein Deutscher Kollege völlig zutreffend, wenn auch ziemlich direkt, formulierte: „Der Schwanz ist die Antenne des Herzens und des Gehirns!“

Darum im Zweifel auch die Abklärung des Herzens ins Auge fassen, aber bitte nicht mit simplem, wenig aussagendem Ruhe-EKG, sondern unter Belastung (Belastungs-EKG)

Nicht zu unterschätzen sind seelische Faktoren: Sehr belastende Situationen (beruflich, privat, gesundheitlich) wirken sich äusserst negativ auf die Erektionsfunktion aus. Vor dem Verschrieb von Viagra und artverwandten Produkten gilt es, insbesondere solche (Co)-Faktoren zu analysieren und möglichst einzudämmen oder zu eliminieren. Des weiteren gehört bei Männern, ich sage mal Ü40, auch die Analyse des männlichen Hormonstatus und anderer Blutwerte wie das PSA für die Prostata zur sorgfältigen Abklärung. Sind diesbezügliche Mangelzustände vorhanden, sind diese zu beheben. 

Die EVA…

Wie könnte es anders sein beim Mann: Wieder mal spielt die EVA eine wesentliche Rolle. In diesem Fall geht es aber nicht um die biblische Schlangenbeschwörerin und Apfel-Darreicherin, denn EVA bedeutet EarlyVascular Aging, vorzeitige Gefässalterung. Wir quantifizieren diese in der Männerpraxis einfach, unblutig und strahlenfrei mit einer etwas ausgedehnteren Blutdruckmessung (Arthrograph), bei der nicht nur der obere (systolische) und untere (diastolische) Blutdruck und die Herzfrequenz, sondern auch noch gleichzeitig die Pulswellengeschwindigkeit gemessen wird. Je höher diese ist, um so starrer sind die Gefässe und damit deren Zustand und die Durchblutung generell schlechter: Vom Gehirn, vom Herzen, vom ganzen Körper und beim Mann damit auch von seinem besten Freund. So können wir auch ganz einfach feststellen, ob das biologische Alter mit dem effektiven Jahrgang übereinstimmt oder die gemessene Person effektiv jünger oder älter ist, was den Zustand ihrer Gefässe betrifft.

Da nicht wenige auch eine Vergangenheit (hoffentlich hinter sich) haben (mit entsprechender Vorbelastung der Lungen) und Nikotin das stärkste, regelmässig konsumierte Gefässgift ist, bestimmen wir (ebenfalls unblutig) die Sauerstoffsättigung im arteriellen Blut.

Erektionsfördernde Mittel

Man unterscheidet relativ schnell ihre Wirkung entfaltende Mittel aus der „Viagra“-Gruppe (Wirkstoff: Sildenafil)  und eher langsam, dafür länger wirkende Mittel von der „Cialis“-Fraktion (Wirkstoff: Tadalafil). Die entsprechende Anwendung richtet sich gerade in festen Beziehungen nach der vornehmlich präferierten Sexualität einer Lebensgemeinschaft: Eher spontaner Sex oder eher mehr der Typ „romantisches Wochenende/Slow Sex“.

Eine Frage, die immer kontroverser diskutiert wird, ist: Darf man Alkohol dazu trinken? Ja, man darf, aber nicht zu viel, weil Alkohol ebenfalls wie die Mittel an sich gefässerweiternd ist und potentielle Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen verstärken kann. Und zu viel Alkohol macht müde Männer eh nicht munter, sondern nur noch müder….

Einnahme heimlich oder „deklariert“?

Liebe Herren, ich würde solche Mittel nicht heimlich einnehmen. Entdecken das die Frauen, kann es, sagen wir mal, „spezielle“ Reaktionen und Empfindungen auslösen. Einige Partnerinnen von Patienten, haben auch schon, völlig unabhängig von einander, den Begriff „chemisches Fremdgehen“ erwähnt. Ein durchaus interessanter Begriff, der an dieser Stelle nicht erschöpfend diskutiert werden kann.

Kosten von Erektionsförderern

Die Kosten, gerade in der Schweiz, sind erheblich, auch bei Generikas, und dadurch auch schon mal richtige Spassbremsen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht, was grundsätzlich auch in Ordnung ist.

Trotzdem empfiehlt es sich AUF KEINEN FALL im Internet bei unbekannten und ungeprüften Anbietern solche Substanzen zu bestellen. Nicht, weil sie besonders gefährlich wären, sondern vielmehr, weil, aus Kostengründen, vielleicht weniger Wirksubstanz drinnen ist als auf der Packung deklariert. Wenn dann Mann etwas einnimmt und es funktioniert wegen der beschriebenen Unterdosierung trotzdem nicht, kann es sich sehr unangenehm in dessen Kopf festsetzen und sogar mental chronifizieren, nach dem Motto: „Nicht mal das hilft noch…“

Die Männerpraxis hat den Überblick über möglichst erschwingliche, preiswerte und trotzdem qualitativ ganz sichere Lösungen. 

Fazit

Der Einsatz von erektionsstimmulierenden Substanzen ist nicht einfach ein Lifestyle-Quatsch, wie bösartige Zungen behaupten. Gerade die Sexualität in der zweiten Lebenshälfte oder gar im dritten Drittel wurde vor allem von uns Ärzten bis zum Ende des 20. Jahrhunderts tabuisiert oder zumindest negiert. Im gleichen Zug müssen wir aber auch von der starren Vorstellung loskommen, dass (männliche) Sexualität nur aus Erektion, Penetration und Ejakulation besteht. Auch sind wir alles Menschen und keine Maschinen, die auf Knopfdruck funktionieren. Das sind nur Rocco Siffredi und seine Kumpels J…!

Bei einer sorgfältigen Abklärung, diese in Kombination mit einer dosierten und verantwortungsvollen Anwendung des richtigen Präparates, können diese Mittel viel Freude in eine Paarsexualität (zurück)bringen.

@ Dr. med. Marco Caimi; maennerpraxis.ch

DAS FERIENENDE

Ferien (Teil I)

„Nirgends strapaziert sich der Mensch so sehr, wie bei der Jagd nach Erholung.“
Laurence Stern (1713-68), Pfarrer, Domherr und Schriftsteller

Ferien– für viele ein grosses Ziel, vor allem die Sommerferien.
Ferien– etwas Wunderbares, ein „Tapetenwechsel“ mit dem entsprechenden geopsychischen Effekt.
Ferien– anderes Klima, andere Menschen, anderes Licht, andere Geräusche, andere Speisen.
Ferien– Strände, Wasser, Berge, Panoramas.

Ferien können aber auch zur Belastung werden, zum Familienstress, zur partnerschaftlichen Zerreissprobe ausufern: Nie werden in Deutschland so viele Scheidungsbegehren eingereicht wie nach den Sommerferien.

Ferien bedeutet aber irgendwann mal auch: Ferienende. Rückreise. Die Post. Die Mails (für diejenigen, die sie in den Ferien nicht abrufen.) Wie sehen die Pflanzen aus, der Garten? Die Wohnung, vor allem wenn Teenies alleine zu Hause waren…? Und, fast vergessen, da wäre ja noch der Arbeitsbeginn. Kann es sein, dass er das Schlimmste an der Rückkehr ist? Einige werden jetzt still und leise nicken. Meine Zielgruppe für diesen Blog.

In der Tat ist die Arbeit für viele Menschen nur noch zu einem notwendigen Übel verkümmert. Wann ist Feierabend, wann ist Wochenende, oder sogar: Wie lange „muss ich noch“ bis zur Pensionierung? gehören zu den am häufigsten gestellten Fragen.
Radiomoderatoren zelebrieren den Feierabend- und vor allem Wochenendkult, als gäbe es nach dem nächsten Weekend keinen Montag mehr. Am Mittwoch werden Bergfeste gefeiert: „Mehr als die Hälfte geschafft!“ Und das Interessante daran: Es ist ein wahrscheinlich weltweites Phänomen, ob SRF 3, SWR 1, Ö3 oder 94.5 aus Kapstadt. Dieser Sender schoss schon mal den Vogel ab: Ich fahre vom Cape Town Airport auf der N2 Richtung Stellenbosch, vorbei am Township Khayelithsa (1,5 Mio leben in diesem Township, vielen hätten gerne irgendeinen Job…), es ist Montag (!) Mittag, als der Moderator, Koebus, hinaus posaunt: „It is twelve o’clock, folks, half Monday is done, the weekend is near!“

Für viele ist die Arbeitswoche nur noch eine Unterbrechung zwischen zwei Wochenenden. Aber zum Glück gibt es noch Ostern, Auffahrt, Pfingsten, 1. Mai, und den 1. August. Wie bitter, wenn einer dieser Tage auf ein Wochenende fällt. Wie kann man nur so rücksichtslos den Kalender planen? Die Deutschen haben den Tag der Einheit und ganz viele Heilige, die an ihrem Tag auf frei bestanden haben.

Die mediale Beeinflussung ist mittlerweile so gross, dass viele nicht merken, dass sie beinahe einen Drittel ihres Lebens vor dem Fernseher oder anderen Bildschirmen verbringen. Vielleicht haben die alle auch einen Lebenstraum, ihr real gelebter heisst aber Ablenkung.

Andere sind zukunftsorientiert: „Wenn ich dann nicht mehr arbeiten muss (als Rentner zum Beispiel) mache ich…“ Mein Vater funktionierte so: Mit 65 wollte er sein kleines Heizölgeschäft aufgeben, genug der Abhängigkeit vom Spottmarkt und das Feilschen mit Eigenheimbesitzer um 3 Rappen/Liter. Er tat es mit 65 ½, am dritten Tag seiner ersten Ferien als Rentner besuchte er das Kloster Einsiedeln, danach fühlte er sich in Engelberg in der Ferienwohnung nicht wohl, Stunden später war er tot, verblutet auf dem OP-Tisch des  Kantonspital Luzern. Ich, in den frühen Morgenstunden herbeigeeilt nach einem Anruf einer Assistenzärztin, durfte die lebenserhaltenden Maschinen abstellen, weil ich in den Augen des medizinischen Staffs Arzt und nicht in erster Linie meines Vaters Sohn war…

Diesen Moment, der auch nach mittlerweile 22 Jahren nicht einfach vorbei ist, hat mich geprägt und es reifte in mir der Entschluss, Dinge, die mich interessieren, die Spass machen, nicht erst nach der Berentung, sondern laufend zu tun: Schräge Vorträge und Seminare zu halten, eine Romantrilogie zu schreiben, Kabarett spielen, mit meinen erwachsenen Kindern (Sohn und Tochter) nächsten Monat für ein paar Tage nach Düsseldorf fahren, um uns am längsten Tresen der Welt das bisherige Leben nochmals zu erzählen. Bisher hat das alles ganz gut geklappt (und in Düsseldorf herrscht nicht tote Hose, auch wenn die gleichnamige Band von dort stammt. Und die Fortuna ist wieder erstklassig, im Gegensatz zu Köln – hihihi….)

So, so viel zum ersten After-Ferien-Teil. Im zweiten werde ich Euch ein paar Nachdenkfragen stellen. Nicht vergessen: Arbeitszeit ist auch Lebenszeit. Die kommt nicht wieder.

Stay tuned!

@ Marco Caimi, maennerpraxis.ch

WENN ES MICH ERWISCHT….

„Never, never, never, never give up!“

Winston Churchill

 Arbeitszeit ist Lebenszeit. Trotzdem verharren nicht wenige Menschen in einem Job, der sich insbesondere durch rhythmisch wiederkehrende Wochenenden und Ferien strukturiert: „Montag, halb zehn und die Woche will kein Ende nehmen.“ Hört man Radio SRF3, kommt man zu Glauben, dass Leben bestehe aus Freitag Abenden, Samstagen, Sonntagen und im Sommer aus Open-Air-Festivals – von Schlamm-Gallen bis Greenfield und Gampel.

Warum aber verharren Menschen in beruflichen unbefriedigenden oder gar belastenden Situationen? Im Vordergrund steht die Komfortzone („irgend etwas muss ich ja tun und überall stimmt was nicht…“), aber auch die verständliche Angst, nichts mehr zu finden, gerade wenn man nicht mehr young, free and independent ist, sondern Verantwortung für eine Familie hat. Gerade Menschen, die auf die fünfzig zugehen oder diese Marke gar überschritten haben, tun sich darin schwer. Verliert man eine Stelle wider Willen, kommt oft eine Negativspirale in Gang.

Nicht selten nagt eine Arbeitslosigkeit an der physischen und vor allem psychischen Substanz. Gemäss einer Studie der Universität Leipzig seien zwei Drittel der Langzeitarbeitslosen psychisch erkrankt.

Dass Arbeitslosigkeit die Menschen bis tief in ihre Seele hinein betrifft, weiss man spätestens seit der berühmten Studie über die „Arbeitslosen von Marienthal“ (in der Nähe Wiens) aus dem Jahre 1933 (!). Ihre damals hoffnungslose Situation mit den hinlänglich bekannten politischen Auswüchsen führte zur Resignation und einem veränderten, langsameren Zeiterleben.

Heute wird fast unbestritten davon ausgegangen, dass Arbeitslosigkeit zu einer Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes führt (Kausalitätshypothese) mit den Folgen:

Depressive Verstimmung, Verlust von Selbstvertrauen und –achtung, veränderte negative Selbstwahrnehmung, Hilf- und Hoffnungslosigkeit und sozialer Regression (Rückzug mit evtl. sogar Einsamkeit), diese teilweise auch finanziell bedingt („kann ich mir nicht mehr leisten“.)

Diesen Ansatz hat die deutsche Depressionshilfe aufgenommen. Nach ihr sind unbehandelte seelische Mangelzustände das grösste „Vermittlungshemmnis“ für längere Zeit Arbeitslose. Bei Bewerbungsgesprächen stimmt gar nichts mehr: Rhetorik, Körpersprache, Selbstsicherheit und damit Überzeugungskraft für den Interviewer.

Es gibt aber auch die andere Seite: Gemäss Prof. Ulrich Hegerl von der Universität Leipzig lägen die Verhältnisse oft andersrum: Seelische Erkrankungen mit Antriebsmangel oder chronischer Müdigkeit führen zur Arbeitslosigkeit und erschweren den Weg zurück ins Berufsleben (Selektionshypothese).

Gemäss Prof. Wolfgang Schneider (Universität Rostock) gelte für Langzeitarbeitslose sowohl die Kausalitäts- als auch die Selektionshypothese.

Wie komme ich dazu, mich mit diesem Thema so intensiv zu befassen? Ein nicht kleiner Teil der Arbeit in der Männerpraxis besteht darin, Menschen (Männer und Frauen) bei beruflicher Neuorientierung zu begleiten. Es herrscht immer noch der Irrglaube, dass ein gutes Bewerbungsdossier es schon richten würde. Dieses (Dossier) ist aber nur die unabdingbare Grundlage. Diagnostisches Erfassen von körperlichen oder psychischen defizitären Zuständen, Bewerbungstraining, Auffangen von Enttäuschungen, Neumotivation, Optimierung von körperlicher Leistungsfähigkeit („wirke ich schlaff oder mit Energie versehen?“), Aura-Verbesserung („wie wirke ich, was strahle ich aus, was sind meine nonverbalen Botschaften?“), manchmal wenn nötig auch der Einbezug von LebenspartnerInnen, aber auch Kreativitätsarbeit (Entwickeln und Begleiten von und bei alternativen Berufsideen – nicht selten sind aus schier hoffnungslosen Situationen schon erfolgreiche Selbständigkeiten entstanden!) gehören zur Therapie- und vor allem Coaching-Arbeit. Und darin der Glaube an ein gutes Ende, die Förderung der Beharrlichkeit und das Vermitteln der Botschaft, dass man nicht alleine mit seinem Schicksal ist. Gerade die staatliche Seite beschränkt sich nicht selten auf die Kontrolle der Anzahl Pflichtbewerbungen. Es klingt noch an meinem Schallgebälk, als mir Werner Kieser, mein alter Weg- und Streitgefährte einst sagte (Zitat): „Wenn Beamte(da gab es noch Beamte! Anmerk. d. Schreibenden) der Arbeitsvermittlungsstellen Arbeitslose wieder in einen Beruf bringen wollen, ist es das Gleiche, wie wenn man in Holland Bergführer ausbilden würde.“ (Zitatende)

Denn: Diese Arbeit erfordert ein hohes Coaching- oder manchmal auch therapeutisches Engagement, nicht selten auch am Wochenende, wenn die Zeit still zu stehen scheint. Der Preis dafür ist nicht nur oder primär die bezahlte Honorarnote, sondern der neue Arbeitsvertrag, die Beurkundung oder die anfängliche Begleitung unserer Gäste, Klienten und Patienten in eine Selbständigkeit, die sich erfolgsversprechend entwickelt.

© Dr. med. Marco Caimi, maennerpraxis.ch

 

 

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén