„Finde die Arbeit, die dich beseelt und du wirst dich nicht dauernd anstrengen müssen.“
Konfuzius (Chin. Philosoph, 551-479 v. Chr.)

Wo waren wir stehen geblieben? Ja, genau, Arbeitszeit ist Lebenszeit.
In einer der wichtigsten geistig-spirituellen Blütezeiten der Menschheit, in der die drei grossen Philosophen und Lehrer Asiens lebten, Laotse, Buddha und Konfuzius, wurden Gedanken formuliert, die heute noch ihre Gültigkeit haben. Bereits vor 2500 Jahren hatte Konfuzius die Einsicht, dass die Lebensaufgabe einer der wichtigsten Garanten für Glück und innere Zufriedenheit im Leben eines jeden Menschen ist. Im heutigen primären Streben nach Statussymbolen innerhalb von Hektik, Stress und Lärm sind sie allerdings untergegangen. (Nirgends ist dieses Phänomen besser ersichtlich als auf unseren Strassen….).
Wie sieht’s bei uns aus? Wenn wir inneren Frieden und Zufriedenheit finden wollen, könnten folgende Fragen an sich selbst hilfreich sein:

Was ist meine Lebensaufgabe?
Habe ich eine Berufung?
Wofür kann ich mich begeistern?

Was will ich unbedingt mal (noch) tun?

Selbst die alten Griechen (also die noch ohne Finanzprobleme…) stellten sich die Frage nach dem Sinn des Lebens. Delphi galt zu dieser Zeit als Mittelpunkt der Welt. Über dem Eingang des Tempels stand zu lesen: „Erkenne dich selbst!“
Kucken wir uns mal das Wort Beruf an. Berufung ist ja nun wirklich nicht weit davon entfernt. Die nächsten Fragen:

Was sind meine Talente?
Was sind meine Gaben und Stärken?

Manchmal lohnt es sich sogar in die Kindheit zurück zu blicken. Die Begabungen, die damals an die Oberfläche kamen, sind oft die wahren Talente, leider später oft zugeschüttet aus diversesten Gründen.

Erinnern Sie sich mal an Momente voller Tatendrang und Begeisterung. Dann kann neue Inspiration entstehen. Das Wort leitet sich von „in“ und „spirare“ ab: Hineinhauchen, mit Geist erfüllen. Was inspiriert Sie überhaupt noch? Bei Ihrer jetzigen Tätigkeit? Autsch, sorry, schwierige Frage. Da kommt mir sofort der häufige Ausspruch in den Sinn: „Ich kann doch nicht nur arbeiten!“ Hmm…

Bob Dylan hat mal gesagt: “Ein Mensch ist erfolgreich, wenn er zwischen Aufstehen und Schlafen gehen das tut, was er gut kann und ihm gefällt.“

Pablo Picasso schuf viele seiner wichtigen Werke nach seinem 60. Lebensjahr, einem Alter, in dem sich viele nur noch mit 1.,2. und 3. Säulen beschäftigen, leider nicht die Säulen der Tempel ihrer Lebenssehnsüchte…

Wie kommt man aber zu Erkenntnissen? Zu Beantwortung von z.B. obenstehenden Fragen? Man muss dazu nicht gleich nach Goa auswandern und nur noch meditieren. Auch der Feuer- oder Scherbenlauf wird nur einen kurzfristigen Kick bringen, aber keine tiefgehende Reflexion. Psychodelische Pilze vielleicht, erst recht konsumiert auf der „Dunkeln Seite des Mondes“ (Martin Suter)? Da besteht immer die Gefahr einer Intoxikation.

Gönnen Sie sich genügend Zeit mit sich selbst. Regelmässig. Auf einer schönen Bank sitzend. Am Waldrand joggend. Nicht nur der Blick schweift dann, auch der Geist. Allein. Jawohl: allein. Halten wir das überhaupt noch aus?

Die deutsche Sprache ist sehr präzise: All-ein-sein. Die drei Worte haben viel Kraft. In der Stille, mit Ihnen „All-ein-sein“, das sind die Momente, in denen Sie Dingen auf den Grund gehen, Ihre innere Stimme hören können. Es lohnt sich. Gerade nach den Ferien.
Noch besser, wenn Sie über diese innere Stimme sprechen können, mit einem Freund, einem Coach oder warum nicht bei uns? Vielleicht die schönste ärztliche Aufgabe, jemandem zu helfen, zu neuen Ufern aufzubrechen…

Mit meinem Freund und ehemaligen Geschäftspartner bei ÄQUILIBRIS TRAINING, Patrik Meier, sassen wir in einer Schreibpause zum Buch „Löwen tragen keine Uhren“ in einem Restaurant an der Waterfront in Kapstadt. Alle Bediensteten trugen schwarze T-Shirts mit orangen Buchstaben. Die formten sich zu den Worten:
„Work is love made visible.“ (Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe.) Die Bedienung war entsprechend, das Essen hervorragend. Noch motivierter kehrten wir danach nach Stellenbosch zum Schreiben zurück.

Schön wäre es, wenn wir an dem Tag, an dem wir die Bühne des Lebens verlassen werden, auch so empfinden wir der französische Schriftsteller Jules Renard, der sagte: 
„Wenn ich mein Leben noch einmal von vorn beginnen könnte, würde ich es mir genauso wünschen, wie es war, nur würde ich die Augen etwas weiter aufmachen.“

@ Marco Caimi; maennerpraxis.ch

Empfohlene weiterführende Literatur:
„Das Café am Rande der Welt“; John Strelecky; dtv
„Der Mönch, der seinen Ferrari verkaufte“; Robin S. Sharma; Knaur