Von Dr. med. Marco Caimi

Die Antwort lautet nein. Denn das Virus ist kein Aktivist, es nicht einmal ein ganzes Lebewesen und die Viren, die wir im PCR-Test «finden», sind RNA-Schnipsel. So was kann aber niemanden erpressen, schon gar nicht ganze Staaten, ja beinahe den ganzen blauen Planeten. Es sind die Herrschenden, die uns ans Gängelband nehmen, nacherziehen, belohnen und vor allem bestrafen und noch mehr ängstigen. Die sich Rechte aneignen, mit denen sie Mühe haben, sie wieder loszulassen. Dass sie unsere elementaren Grundrechte wie mit Panzern überrollen und dadurch Existenzen an den Abgrund bringen, sowohl in der ersten und noch vielmehr in der zweiten und dritten Welt oder gar vernichten, stört sie längst nicht mehr.

Der Publizist und Bestsellerautor René Zeyer schreibt in «Der Ostschweiz» vom 11. September 2020:

Wenn man die Gefährlichkeit der aktuellen Gesundheitslage einigermassen rational einschätzen will, dann hilft zum Beispiel die Statistik der wöchentlichen Todesfälle in der Schweiz. Genauer, der Vergleich pro Kalenderwoche zwischen 2020 und 2019. Um auch über viele Jahre hinweg diese Zahlen vergleichbar zu machen, greift der Statistiker zu Schläuchen. Zu Feldern, die zwischen dem oberen und unteren Rand der statistisch zu erwartenden Werte liegen.

Hört sich komplizierter an, als es ist. Liegen die aktuellen Todesfälle innerhalb dieser Bandbreite, dann kann man von einem völlig normalen Zustand sprechen. Ist das so? Nein, das ist nicht so. Es gibt im April 2020 einen deutlichen Ausreisser nach oben. Also überdurchschnittlich viele Todesfälle, signifikant mehr.

Au weia? Gemach, kein Anlass zur Panik. Diese Übersterblichkeit betrifft ausschliesslich die Altersgruppe 65 und älter. Und: bis Ende März bewegte sich die Wochensterblichkeit in der Schweiz bei den Ü-65-Jährigen am unteren Rand des Bandes. Genau wie seit Anfang Mai. Bis heute übrigens.

Und wie steht es denn mit den Unter-65-Jährigen? Das wäre ja die wirklich bedeutende Angabe. Denn, der Biologie sei’s geklagt, der Ü-65-Jährige neigt leider häufiger dazu, sein Leben zu beenden, als der Unter-65-Jährige. Sollte es hier also einen Ausreisser nach oben geben, eine signifikante Übersterblichkeit, dann wäre das ein klares Indiz, dass wir uns einem Killer-Virus gegenübersehen.

Aber hier kann völlige Entwarnung gegeben werden. Die wöchentliche Anzahl Todesfälle bewegt sich hier seit dem 1. Januar 2020 bis zum 1. September haargenau innerhalb der Bandbreite des statistisch zu Erwartenden. Immer. Vor dem Lockdown, während des Lockdowns, nach dem Lockdown. Bis heute. Zudem ist dieser Schlauch entschieden enger als derjenige für ältere Menschen. Denn bei denen führen zum Beispiel ganz normale Grippewellen immer wieder zu mehr Todesfällen als üblich.»

Warum also diese Panikkommunikation? Ist das noch umsichtige Politik, verantwortungsvolle Staats- und Staatenlenkung? 

Ich bin auf eine Rede von Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt gestossen, gehalten am 5. September 1977. Am gleichen Tag wurde in Köln Arbeitgeber Hans-Martin Schleyer von der RAF entführt. Sein Tross wurde mit Hilfe eines Kinderwagens (!) in Köln-Lindenthal zum Stehen gebracht. Danach wurden ein Fahrer und drei Leibwächter mit insgesamt hundertsieben (107!) Schüssen erschossen, Schleyer entführt. Schmidt sagte u.a. (…) diese blutige Provokation und Erpressung richtet sich gegen uns alle.(…)

Es war eine wohl einzigartige Fernsehansprache in der Nachkriegszeit. Schmidt rief ohne jeden Pathos, ohne den in späteren Jahrzehnten und bis heute üblichen Betroffenheitskitsch die Bürger zur gemeinsamen Verteidigung des Gemeinwesens und Grundgesetzes auf. So nüchtern, authentisch und glaubwürdig konnte das wohl nur ein deutscher Politiker tun, der als Oberleutnant der Wehrmacht den zweiten Weltkrieg mitgemacht hat.

30 Jahre später sagte Schmidt einmal in einem Interview zu dieser Zeit und Rede: »Wir hatten alle die Kriegsscheisse hinter uns. Wir hatten überhaupt genug Scheisse hinter uns und waren abgehärtet. Und wir hatten ein erhebliches Mass an Gelassenheit bei gleichzeitig äusserster Anstrengung der eigenen Nerven und des eigenen Verstandes. Ja, der Krieg war eine grosse Scheisse, aber in der Gefahr nicht den Verstand zu verlieren, das hat man damals gelernt.»

Im Gegensatz zu Merkel und KonsortenInnen, die fast alles, was sie einst zu vertreten behaupteten, in ihren Taten später verwarfen und verwerfen, hat Schmidt schon vor seine Fernsehansprache, aber erst recht danach Wort gehalten und die RAF unnachgiebig bekämpft. Und er musste eine schwere Entscheidung treffen: Den Entführern nicht nachzugeben. Das traurige Resultat ist bekannt (Schleyer wurde ermordet), aber die Erpressungen des deutschen Staates durch die RAF hörten bald auf.

Lassen wir uns von den Promotoren und Huldigern des Virus nicht länger erpressen. Pflegen und stärken wir unser eigenes Immunsystem und nicht das von Moderna oder AstraZeneca genetisch in uns implantierte. Halten wir im nächsten Grippewinter gebührend Abstand, v.a. wenn wir Vorerkrankungen haben und waschen wir gut unsere Hände. Traurig genug, dass man das auch erwachsenen Menschen gebetsmühlenartig sagen muss. Besprechen wir Vor- und Nachteile bewährter Impfungen mit dem Arzt oder der Ärztin unseres Vertrauens und nicht telemedizinisch am Telefon. Wechseln wir nicht in den Panikmodus der Medien und Regierenden, sondern informieren wir uns vielseitig. Und geniessen wir auch das Leben, soziale Kontakte und unsere Liebsten!

Dauernd hört man in den letzten Tagen und Wochen vom BAG, von Berset und von «Experten» im pseudowissenschaftlichen Elfenbeinturm Sätze wie folgender: «Die epidemiologische Lage ist stabil, aber fragil.» Stabil, aber fragil? Zumindest das mit dem Verstand, wie ihn Helmut Schmidt verstanden hat, wäre dringendst zu hinterfragen. Tut fast niemand, denn es grenzt bereits trotz Methode, nein, nicht an Wahnsinn, aber an Verschwörung.

©Marco Caimi