Monat: April 2020

Die Gedankenpolizei

In den USA diskutieren neokonservative Kreise bereits über das Ende der Redefreiheit im Internet.

Von Caitlin Johnstone

China gilt ja in den USA vielfach als der Erzfeind. An so gut wie allem ist das Riesenreich im Osten schuld, auch an Corona. Wenn es um „gelungene“ Repressionsmaßnahmen geht, wird der Feind jedoch schnell zum Vorbild. Um die Normen und Werte der Gesellschaft aufrechtzuerhalten, bedürfe es einer Zensur des Internets vonseiten der Regierung — so oder ähnlich argumentieren die Befürworter einer Internetüberwachung nach chinesischem Vorbild. Wenn es jenen nützt, die am Mainstream-Narrativ weben, geben sie sogar China recht. Sprachkontrolle jedoch ist auch Gedankenkontrolle. Der bekannte Liedtext „Die Gedanken sind frei“ könnte schon bald nur noch historisch Gültigkeit haben.

Die neokonservative Zeitschrift The Atlantic hat einen Artikelzweier Universitätsprofessoren unter dem Titel „Die Redefreiheit im Internet kommt nie mehr zurück“ veröffentlicht. Er trägt den Untertitel „In der Debatte über Redefreiheit versus Internetkontrolle hat China weitgehend recht behalten — und die USA haben sich geirrt“.

Es lohnt sich, den Artikel in voller Länge zu lesen — nicht nur, weil er empörend ist für jeden, der zwischenmenschliche Kommunikation frei sehen will von Zensur durch Oligarchen und Regierungsstellen. Er ist auch voller — ausführlich durch Quellen belegter — Informationen darüber, wie die Technologiegiganten des Silicon Valley mit den westlichen Regierungen bei der Internetzensur zusammenarbeiten. Der einzige Unterschied zwischen diesem Artikel und einem, den man auf einer libertären Webseite finden könnte: Hier werden all diese Zensurmaßnahmen positiv bewertet.

Hier ist eine archivierte Version des Artikels, wenn Sie nicht The Atlantic anklicken wollen, dessen Chefredakteur Jeffrey Goldberg einstmals der Welt versicherte

„Die kommende Invasion des Irak wird als eine hochmoralische Tat in die Geschichte eingehen.“

Unbedingt lesen, wenn Sie Interesse und Zeit haben.

Freiheit versus Kontrolle

„In der großen Debatte der letzten beiden Jahrzehnte über Freiheit versus Kontrolle im Internet hat China weitgehend recht behalten, die USA hatten weitgehend unrecht“ schreiben die Autoren, von denen einer in der Bush-Regierung als Anwalt tätig war. 

„Ein signifikantes Maß an Überwachung und an Kontrolle der Sprache sind unverzichtbare Komponenten für ein ausgereiftes und florierendes Internet. Regierungen müssen eine wichtige Rolle in diesen Praktiken spielen, damit das Internet mit den Normen und Werten einer Gesellschaft kompatibel bleibt.“

Der Artikel zeichnet ein genaues Bild davon, wie angeblich unabhängige Plattformen sozialer Medien mit den Regierungen und untereinander zusammengearbeitet haben, um Sprache zu regulieren — und wie dies während der Covid-19-Pandemie gesteigert wurde. So wird zum Beispiel angeführt, dass „Marc Zuckerberg im März 2019 die Regierung aufforderte, ‚schädliche Inhalte‘ auf Facebook zu zensieren“, oder dass „Facebook — wie auch in anderen Bereichen — auf Faktenchecks durch Organisationen und ‚Behörden‘ (von der WHO bis zu den Regierungen der US-Bundesstaaten) vertraut, um zu entscheiden, welche Inhalte zu löschen oder herunterzustufen sind.“

Strategische Zusammenarbeit

„Diese Plattformen haben ‚strategische Zusammenarbeit‘ mit der US-Regierung betrieben, inklusive der Weitergabe von Informationen, um ausländische Einmischung in Wahlen zu bekämpfen“, berichtet The Atlantic, nachdem dort im Detail dargelegt wurde wie FacebookTwitter und Youtube Zensur ausgeübt haben — in „aggressiven, aber noch verbesserungsfähigen Schritten, um ausländische Gegner abzuwehren“. 

„Die von digitaler Sprache ausgehenden Gefahren werden im gleichen Maße zunehmen wie die Sprachkontrolle in diesen Netzwerken“, versichern die Autoren. 

„Und die Regierungseinmischung wird sich unweigerlich verstärken. Im Augenblick trifft der private Sektor die meisten wichtigen Entscheidungen, wenngleich oft unter Druck seitens der Regierung. Wie Zuckerberg schon plädierte, werden die Firmen jedoch ohne deutlichere Leitlinien und direkte Beteiligung der Regierung Sprache nicht legitim regulieren können. Es ist auch nicht klar, ob die Unternehmen ohne mehr Regierungsüberwachung in der Lage sind, ausländische Falschinformationen einzudämmen sowie digitale Angriffe auf die Wahlverfahren zu verhindern.“

China imitieren, um es zu besiegen

Der Artikel erscheint nur Tage nach einem ähnlich lesenswerten Artikel von Whitney Webb: 

Technotyrannei. Wie die nationalen Sicherheitsbehörden Covid-19 benutzen, eine Orwell’sche Vision zu verwirklichen.“

Webb berichtet von einem im Rahmen des Freedom of Information Acts erhaltenen Dokument einer Regierungsorganisation namens NSCAI (National Security Commission on Artificial Intelligence). Dieses spricht sich für die Notwendigkeit aus, autoritäre Maßnahmen nach chinesischem Muster wie stärkere Überwachung zu implementieren, um zu verhindern, dass die Volksrepublik die USA technologisch überholt. 

Webb berichtet beispielsweise, wie das Dokument „die Massenüberwachung von Chinas ‚riesiger Bevölkerung‘ als Beispiel dafür anführt, wie China den Vorteil in der Größe seines Verbrauchermarktes nutzt, um auch bei verwandten Technologien wie der Gesichtserkennung einen Sprung nach vorne zu machen.“

Auch der Thinktank Tony Blair Institute for Global Change spricht sich in einem neuen Bericht für mehr Massenüberwachung aus. Seiner Meinung nach ist ein drastischer Anstieg der technischen Überwachung ein „angemessener Preis“ für den Kampf gegen Covid-19. Aber das ist schon komisch: Wenn der Thinktank eines Schoßhündchen-Premierministers von Bush sich für mehr Überwachung als angemessenen Preis für die Pandemiekontrolle ausspricht, ist das etwa vergleichbar damit, wenn eine Straßenräuberbande eine Abkürzung durch dunkle Alleen nähme, da der Zeitgewinn das erhöhte Risiko, ausgeraubt zu werden, rechtfertige.

Also, das ist großartig. Manager von Mainstream-Narrativen fordern lautstark dem Kalten Krieg ähnelnde Eskalationen gegen Chinas böse autoritäre Regierung, während sie gleichzeitig befürworten, dass westliche Regierungen Pekings schlimmste autoritäre Praktiken nachahmen. Das ist, wie wir bereits erörtert haben, Meinungsmache, um den Weg für drastische Schritte seitens des unipolaren US-Imperiums zu ebnen, damit China nicht auf die Überholspur gerät und eine multipolare Welt aufbaut. Je freier die Menschen darin sind zu denken, zu handeln und zu organisieren, desto schwerer werden sich solche Schritte noch durchsetzen lassen.

Oligarchen haben kein Recht zu kontrollieren, was wir einander sagen können und was nicht. Regierungen haben kein Recht, uns immer gläserner zu machen und sich selbst immer undurchschaubarer. Das ist grauenhaft, menschenverachtend und es muss aufhören.

Bei der Redefreiheit geht es im Kern um die Freiheit des Denkens. Die Sprache ist das Trägermedium der Gedanken: Wer sie kontrolliert, der kontrolliert die Verbreitung von Ideen. Zensur bedeutet, Kontrolle darüber auszuüben, was die Menschen denken. Sprachkontrolle ist Gedankenkontrolle.

SCHLUSS MIT DEM NOTSTANDS-REGIME

Rubikon-Herausgeber Jens Wernicke zieht gegen den Notstand vor Gericht und fordert: “Aufklärung jetzt!”

von Jens Wernicke 

Eine bessere Welt beginnt in unseren Gedanken. Doch gute Impulse sollten nicht in der Phase des Hoffens und Wünschens steckenbleiben. Der Rubikon hat in den ersten Wochen seiner Berichterstattung über die Corona-Hysterie recherchiert, analysiert und angeklagt. Mehr als 100 Autorinnen und Autoren haben sich im übertragenen Sinne die Finger wund geschrieben, um der Gleichschaltung fast der gesamten Politik- und Medienlandschaft etwas entgegenzusetzen. Unser Aufschrei blieb nicht unbemerkt, doch noch immer ist die Gesundheitsdiktatur auf dem Vormarsch — trotz überwältigender Beweise dafür, dass das Virus nicht außergewöhnlich gefährlich und die kollektive Entrechtung von Millionen Menschen ein Verbrechen ist. Jetzt ist es Zeit, in eine neue Phase überzugehen: die des konkreten Handelns. Der Rubikon unterstützt daher ein herausragendes Filmprojekt zu Corona und klagt vor Gericht gegen den „Notstand der Republik“.

Liebe Leserinnen und Leser,

jetzt ist das Maß voll.

Unter dem Schleier der Angst werden wir alle entmündigt, unserer Würde und Grundrechte beraubt und kollektiv traumatisiert.

Zudem besteht ob der aberwitzigen Fehlsteuerung des deutschen Gesundheitswesens inzwischen wohl allgemein „Lebensgefahr“: 

  • Mehr als 50 Prozent aller geplanten Operationen wurden abgesagt, der „OP-Stau“ geht in die Tausende. 
  • 30 bis 40 Prozent weniger Patienten mit Herzinfarkt und Schlaganfall werden behandelt, da diese sich nicht mehr in die Kliniken trauen. 
  • Bundesweit stehen 150.000 Krankenhaus- und 10.000 Intensivbetten leer. 
  • In Berlin sind nur 68 Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt, die Notklinik mit 1.000 Betten bleibt ungenutzt. 
  • Der Deutsche Rat für Wiederbelebung hat eine offizielle Empfehlung veröffentlicht, nach der Menschen nach Herzstillstand nicht mehr beatmet werden sollen.
  • In Großbritannien sterben bereits circa 3.000 Menschen pro Woche an den Effekten des Lockdowns, wegen der allgemeinen Panik und des teilweisen gesellschaftlichen Zusammenbruchs.

Millionen Existenzen werden vernichtet und wehr- und hilflose alte Menschen in Pflege- und Altenheimen sowie Krankenhäusern isoliert, zu Objekten gemacht und zu Tode geängstigt. 

Und selbst die für viele wohl gefährliche Corona-Zwangsimpfung wird immer wahrscheinlicher.

Politik und Medien nennen all das „Hilfe“, „Fürsorge“ und „Schutz“. Doch etwas Liebloseres, Entmündigenderes und Gesundheitsschädigenderes ist nur schwer vorstellbar. Ob jemand sich schützen und wie jemand leben und sterben möchte — das ist und bleibt ganz allein seine Entscheidung und Verantwortung

Dennoch werden im Namen der „Volksgesundheit“ nun multimorbide 80-Jährige gezwungen, statt noch einige gute Wochen im Kreise ihrer Lieben zu erleben, ihre letzten Tage isoliertängstlich und oftmals bis zum Tode „intensivmedizinisch gequält“ zu verbringen.

Die Menschenwürde ist, wie es scheint, keinen Pfifferling mehr wert. Asozialität und Unmenschlichkeit sollen die neue „Liebe“ sein. 

Vorgeblich geht es bei all dem um Corona. Doch die Regierung verweigert bis heute sowohl die Anerkennung der wissenschaftlichen Fakten zur vermeintlichen Pandemie als auch die Umsetzung all jener Maßnahmen, die laut Nationalem Pandemieplanzwingend erforderlich sind. 

In Kapitel 5.3 dieses Planes finden sich detaillierte Listen all derjenigen Zahlen, Untersuchungen und Studien, die umgehend erhoben und durchgeführt werden müssten, um auf wissenschaftlich solider Basis zu einer realistischen Risikoeinschätzung zu gelangen. 

Das gesamte Szenario erinnert an das des Irak-Kriegs, bei dem von Tag 1 an nur die Falschen in die Kameras riefen: 

„Massenvernichtungswaffen, Massenvernichtungswaffen, Gefahr, Gefahr, Krieg, Krieg, jetzt, sofort!“

Virologen wie Drosten, der nun unser Land regiert, sind Labormediziner, die Erreger untersuchen, jedoch über keinerlei Expertise zur Ausbreitung und möglichen Gefahr, die von Seuchen ausgeht, verfügen. 

Die haben Epidemiologen — und damit jene, die von Beginn dieser Krise an ausgegrenzt, verleumdet und mundtot gemacht worden sind. 

Einer der weltweit führenden Wissenschaftler auf diesem Gebiet ist der Stanford-Medizinprofessor John Ioannidis. Bereits vor einigen Tagen hatte er in einem einstündigen Interview bestätigt, was zuvor bereits durch weltweite Studien offensichtlich geworden war:

Die Letalität von Covid19 liegt „im Bereich der saisonalen Grippe“.

Für Personen unter 65 Jahren sei das Sterberisiko selbst in den weltweiten „Hotspots“ vergleichbar mit der täglichen Autofahrt zur Arbeit, für gesunde Personen unter 65 Jahren sogar „völlig vernachlässigbar“. Lediglich in New York liege das Sterberisiko für Personen unter 65 Jahren im Bereich eines professionellen LKW-Fahrers.

Ich werde nun am Montagmorgen Klage gegen die ab dann geltendeMaskenpflicht in Rheinland-Pfalz sowie das bundesweite „Abstandsgebot“ einreichen. Denn für beides gibt es keinerlei Grundlage. Ganz im Gegenteil: Die Einzigen, die derlei lauthals und prominent fordern, sind entweder Teil der Regierungen oder befinden sich in Abhängigkeit von diesen oder der Pharmaindustrie. 

Demokratie sieht anders aus! 

Demokratie bedeutet nicht: Die Regierung setzt die Verfassung außer Kraft und begründet das mit „Experten“, die ihr gegenüber weisungsgebunden oder seit Jahren für ihre Nähe zur Pharmaindustrie berühmt und berüchtigt sind. 

Empfehlen möchte ich Ihnen in diesem Zusammenhang die großartige Dokumentation „TrustWHO“, die beispielsweise hier in voller Länge zu sehen ist, anderweitig jedoch, obwohl jede Aussage belegt und bewiesen ist, gerade der Zensur zum Opfer fällt.

Schauen Sie sich diese Dokumentation gemeinsam mit Ihren Freunden und Ihrer Familie an. Sie werden feststellen: Viele, die heute wieder Angst und Panik verbreiten, waren beim Schweinegrippe-Fake schon mit von der Partie.

Zusätzlich zu meiner Klage wird der Rubikon den Filmmachern von „TrustWHO“, die gerade für eine investigative Corona-Dokumentation um Unterstützung bitten, 10.000 Euro spenden, damit diese ihr Projekt in die Tat umsetzen können. 

Sie, liebe Leserinnen und Leser, bitte ich, es mir und uns nachzutun: Leisten Sie friedlichen Widerstand gegen die Entrechtung in unserem Land — und unterstützen auch Sie das Crowdfunding für den geplanten Film.

Die Devise lautet: 

Aufklärung jetzt! Schluss mit dem Notstands-Regime!

Mit Dank und herzlichen Grüßen
Ihr 

DER LEISTUNGSAUSWEIS VON JENS SPAHN (deutscher Gesundheitsminister)

Obwohl es praktisch nichts gibt, was Jens Spahn in der aktuellen Corona-Krise richtig gemacht hat, präsentiert sich der Gesundheitsminister als Retter Deutschlands.

von Alexander Unzicker

Man konnte bereits vor der Corona-Krise ahnen, dass der gelernte Bankkaufmann nicht die Idealbesetzung für das Gesundheitsressort war. Anstatt wirkliche Probleme zu lösen wie den Mangel an Pflegekräften oder Krankenhauskeime, kaprizierte er sich auf Steckenpferde wie die Masern-Impfpflicht. Verletzte Eitelkeit kann man vermuten, wenn ein Experte wie Alexander Kekulé, der dies kritisiert hatte, in der Corona-Krise kein Gehör mehr fand und medial durch Christian Drosten ersetzt wurde, der die untätige Regierung stets bauchpinselte.

Denn die größte Krise der Bundesrepublik Deutschland, die in Spahns Fachzuständigkeit fiel, verschlief er komplett. Als Ende Januar die Medizinier besorgt über den Ausbruch waren, verkündete er, die die Angst vor dem Virus sei „gefährlicher als das Virus selbst“. Das Unterbrechen der Webasto-Infektionskette, das mit etwas Glück gelang, verbuchte er als seinen Erfolg, um gleichzeitig die Gefahr weiter zu verharmlosen, im Einklang mit den über Wochen vom Robert-Koch-Institut zu hörenden Beschwichtigungen, die Gefahr für die Bevölkerung sei „sehr gering“ bis „gering“.

Stoff für einen Untersuchungsausschuss

Wie viele Verantwortliche hatte Spahn versäumt, für die Bevorratung von Schutzkleidung und Masken zu sorgen. Einzigartig ist aber sein Versagen, die Warnungen eines Händlers in den Wind geschlagen zu haben, als der Markt im Februar leergekauft wurde. Spätestens Anfang März war klar, dass die Strategie des Kontaktnachverfolgens nicht mehr funktionierte. Spahn hatte offenbar keine Ahnung, wie damit umzugehen war und wirkte zunehmend desorientiert. Er verordnete wirkungslose Kosmetik wie Aussteigekarten aus Flugzeugen, begnügte sich mit der Feststellung, das Virus sei „in Europa angekommen“, und empfahl den Deutschen, nicht mehr nach Nordrhein-Westfalen zu reisen.

Um den 10.3. März wurde offensichtlich, dass sein Missmanagement in eine Katastrophe führen konnte. Schließlich erschien die Bundeskanzlerin auf der Bühne, bescheinigte Spahn noch einen „tollen Job“ gemacht zu haben und übernahm zaghaft das Ruder. Wie es zu bedienen ist, scheinen allerdings hauptsächlich die Ministerpräsidenten bestimmt zu haben, denn nach einer Konferenzschaltung am 12.3. verkündete Merkel erstmals mit angemessenem Ernst eine wirksame Maßnahme, das social distancing.

Legendär dann die Warnung vor den „Fake News“ aus Spahns Ministerium, eine Einschränkung des öffentlichen Lebens sei geplant. Nach dem Totalausfall im Gesundheitsressort hatte möglicherweise Horst Seehofer, früher selbst in dieser Position, Fachleute im Innenministerium mobilisiert, die endlich mit einer sinnvollen Strategie gegen die Pandemie aufwarteten. Spahns Beitrag dazu: Null.

Wider besseres Wissen

Hochgradig kontraproduktiv dagegen ist bis heute sein unsinniges Kleinreden der Wirksamkeit von Masken (Studien dazu hier erwähnt), um sein Versagen bei der Beschaffung zu kaschieren. Einziger Unterstützer ist jener Ministerpräsident, dessen Kandidatur zum CDU-Vorsitz zufälligerweise von Jens Spahn unterstützt wird. „Eine Hand wäscht die andere“ ist offenbar die Hauptstrategie der beiden gegen das Virus.

Ärgerlich ist, dass die Ministerpräsidenten in ihrer Kompromisssuche ausgerechnet die Maskenpflicht noch zurückgestellt haben. Nachdem man Asien ignoriert hatte, wird dies bei der erfolgreichen Maskenpflicht in Österreich, Polen und Tschechien schon schwieriger. Nachdem Jena damit spektakulären Erfolg zu haben scheint, wird es Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern schon zu dumm, obwohl man dies eher von Bayern erwartet hatte.

Spahns Strategie über den Atlantik

Als Deutschland bei der Epidemie mit Maßnahmen, zu denen Spahn weniger als nichts beigetragen hat, erste Erfolge erzielt, taucht nun Spahn in den Medien mit der Aussage auf, die Krise sei „beherrschbar“, so als ob dies irgendetwas aussagen würde, außer dass jemand den Eindruck von Handlungsfähigkeit erwecken will. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, gibt Spahn nun im US-Fernsehen Interviews über den erfolgreichen Weg Deutschlands.

Unzweifelhaft haben viele Länder des Westens noch mehr versagt, die Ansteckungen durch social distancing und Masken zu unterbinden, allen voran der martialische Aktionismus Amerikas. Originellerweise erklärt Spahn genau die Strategie, an der er gescheitert ist: das Unterbrechen der Infektionsketten. Und benennt dann Vorteile Deutschlands, zu denen er nichts beigetragen hat. Unerwähnt dagegen bleibt das Hauptverdienst der hiesigen Politik, nämlich einen unfähigen Minister für ein paar Wochen kaltgestellt zu haben.

Zweck der Übung wird ja ohnehin gewesen sein, sich als politisches Talent zu präsentieren, das die transatlantische Freundschaft weiterhin hochhält. Frau von der Leyen wurde nach ähnlichen Erfolgen im Ministeramt ja auch zu Höherem berufen. Im Idealfall kann Spahn ja nach der Gesundheit der Deutschen in Zukunft einmal retten, was ihm wahrscheinlich näher steht: Banken.

Die Depressions-Pandemie Die Verhinderung sozialer Kontakte infolge der Corona-Maßnahmen fügt unzähligen Menschen schweres

Von Rupert Bucher

Die durch die Politik verordnete soziale Isolation ist ein Grundbestandteil depressiver Erkrankungen. Diese Isolation bewusst über Millionen von Menschen zu verhängen, stellt ein beträchtliches gesundheitliches Risiko dar. Die Politik dürfte sich bei solch fundamentalen Entscheidungen nicht allein auf den Rat von Virologen und Epidemiologen beziehen. Die Psychotherapie hat zum Schutz der Menschen ein gewichtiges Wort mitzusprechen.

Die Situation ist so unvergleichlich wie unglaublich! Weltweit scheinen sich in den Schaltzentren der Macht, ob in Peking, Rom, Madrid, Paris, Berlin oder Washington ein und dieselben Abläufe abzuspielen. Das Virus führt zu Entscheidungen, welche die halbe Weltbevölkerung in Quarantäne setzt oder einschneidende Ausgangsbeschränkungen verordnet. Das ist einmalig in der Geschichte der Menschheit.

Der Corona-Pandemie begegnen die Staaten übereinstimmend mit Maßnahmen, die der Rationalität medizinischer Logik geschuldet sind. Daran erkennen wir, dass nicht nur die Wirtschaft globalisiert ist, sondern auch die Wissenschaft mit ihren verbindlichen Standards.

Die Ausbreitung des Virus ist nicht zu stoppen und es muss vom schlimmstmöglichen Fall ausgegangen werden. Dieser führt zum Zusammenbruch des Gesundheitssystems und in der Folge zu vielen Toten. Zu Beginn der Pandemie kursierten Zahlen von bis zu einer Million allein in den USA und 300.000 für das Vereinigte Königreich.

Da es sich um eine neue Variante des Coronavirus handelt, gibt es keinen Schutz des menschlichen Immunsystems und einen Impfstoff in absehbarer Zeit wohl auch nicht. Durch soziale Distanz und Isolierung soll die Infektionswelle verzögert und die medizinische Versorgung vor dem Kollaps gerettet werden. So entsteht die paradoxe Situation, dass durch die Kontrolle des Virus den Menschen gleichzeitig in der erzwungenen Isolation die Kontrolle über das eigene Erleben verloren geht und sehr vielen Verzweifelten die für ihre Existenz notwendige wirtschaftliche beziehungsweise finanzielle Basis wegbricht. Doch damit nicht genug! 

Die Generation der älteren Menschen ist nicht nur lebensbedroht durch das Virus — das Durchschnittsalter der am Virus Gestorbenen liegt bei circa 80 Jahren —, diese Generation ist zugleich durch die Isolation vom Durchbruch des Kriegstraumas bedroht. Die Folgen der Isolation sind verheerend, weil sie in der gesamten Bevölkerung zur Reinszenierung des Kriegstraumas führt, da dieses auch nach mehr als 70 Jahren längst nicht verarbeitet ist. Hamsterkäufe, Schlafstörungen, Angst und Panikzustände sind klare Hinweise darauf und diese betreffen alle Altersstufen.

Die Angst ist menschlich, sie gehört zum Leben. Der Umgang mit existentiellen Bedrohungen wie Krankheit als individuelles oder kollektives Geschehen, Hunger, Krieg und Naturkatastrophen ist in unserem kollektiven Gedächtnis fest verankert. All diese Bedrohungen waren und sind treue Begleiter der Menschheitsgeschichte. Wir sind geschichtliche Wesen! 

Das Trauma des Zweiten Weltkrieges ist in Europa für viele eine lästige, verstaubte Erzählung, die nicht mehr interessiert. Aber wie wir sehen ist dieses Trauma immer noch fest verankert in den europäischen Gesellschaften, Israel nicht zu vergessen. 

Das Angstmonster

Doch die medizinische Logik lässt keinen Zweifel an ihrer Rationalität zu und entspricht dem Verständnis einer unbezweifelbaren Tatsache, einem gegebenen Fakt. Die täglich veröffentlichten Zahlen sind ein Beleg der realen Bedrohung. So scheint es. Irrtum!

Die Annahme des schlimmstmöglichen Falles macht aus dem Fakt ein Angstmonster. Diese Angst sehen wir nicht nur jetzt, an dieser Stelle in der ungehemmten Ausbreitung, sie hat schon lange vom gesamten Gesundheitssystem Besitz ergriffen, einschließlich der behandelten Patienten. Bei jeder medizinischen Untersuchung schwebt sie wie ein Damoklesschwert über dem Patienten. Aber auch die Ärzte sind durch die tägliche Konfrontation mit schwerer Krankheit den Attacken der Angst ausgesetzt und oftmals durch die Delegation dieser an den Patienten erfolgreich in der Abwehr. Hinzu kommen die Ängste, wichtige Hinweise zu übersehen oder Fehler in der Behandlung zu begehen, um nur einige zu nennen. 

Der Mythos der Zahlen, der für Klarheit, Verlässlichkeit und Objektivität der Tatsachen und Fakten steht — keine Theorie ohne den Beleg, den Beweis durch Zahlen — wandelt sich in ein Schauermärchen. Die Schätzungen der Todeszahlen werden immer kleiner und was denn tatsächlich gemessen wird und was diese Zahlen bedeuten, ist freie Interpretation, die als Beweis der Gefahr angeboten wird. 

Und die Menschen? In der erzwungenen Isolation sozialer Distanz verlieren viele die Kontrolle über ihr Erleben. Angst, Trauer, Verzweiflung, Einsamkeit und Wut überschwemmen ihr Erleben im Wechsel mit der unendlichen Leere. Der Verlust der täglichen Abläufe und Aufgaben, der Arbeit und existentiellen Grundlage bildet den Nährboden der Depression. Durch die weltweit verordnete soziale Distanz und Isolierung wird diese zur globalen Pandemie der Depression. 

Der unsichtbare Feind

Das selbstbestimmte Individuum, das sein Leben eigenständig gestaltet und kontrolliert, weiß mit einem unsichtbaren Feind, wie dem überall und nirgendwo verborgenen „Winzling“ Virus nichts anzufangen und verliert durch die Maßnahmen der Politik weltweit den Nährstoff seiner Existenz: die Freiheit. Diese Freiheit der Entscheidung kennzeichnet das selbstbestimmte Individuum, ausgestattet mit der Fähigkeit exklusiver Rationalität. Der Winzling zeigt uns, dass es da noch eine sehr viel wichtigere Basis gibt, die durch ihre Selbstverständlichkeit in diesem Zusammenhang bedeutungslos schien: die Gesundheit durch ein starkes Immunsystem. Ohne dieses bricht alles zusammen.

Das bisherige Menschenbild der Vernunft konnte sich hinsichtlich der Bedrohung durch die Veränderungen des Klimas noch retten mit dem vollmundigen Anspruch, diese bedrohlichen Veränderungen durch allein technische Lösungen zu stoppen, ohne auch nur einen Hauch an der Logik des kapitalistischen Marktes mit der Ausbeutung von Natur und Arbeit verändern zu müssen. Nun wird der Winzling zum Totengräber des aufgeklärten Weltbildes des rationalen Menschen. Durch die Mutation des Coronavirus zum Angst- und Wutvirus hebelt dieses die Welt, wie wir sie bisher kannten, aus.

WILLKOMMEN IM CORONA-KLASSENKAMPF!

„Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.“ Warren Buffett, zeitweise reichster Mann der Welt (1)

Corona. Das ist die große Stunde der gefühlten Staatsmänner. Eben noch drohten unsere Spitzenpolitiker zu hoffnungslos überbezahlten Schießbudenfiguren heruntergestuft zu werden, deren Daseinszweck sich darin erschöpft, die virtuellen faulen Tomaten und Eier abzufangen, die eigentlich den immer unsichtbarer gewordenen tatsächlich Mächtigen gelten. Thüringens aus moralischen Ruinen wieder auferstandener Ministerpräsident Bodo Ramelow spricht als krisengehärteter Staatsmann zu uns. In amerikanischer Manier steht der Linkspolitiker vor Thüringens Landesflagge und erklärt, dass uns leider vorübergehend einige elementare Bürgerrechte aberkannt werden müssen. Der bayrische Landesvater Markus Söder tritt wenig später ebenfalls vor die Fernsehkameras. Kaskaden von barocken süßlichen rhetorischen Kipferln. Endlose Wiederholung von Verständnisinnigkeit, dass man ja nicht den Bürgern ihre Freiheit nehmen möchte. Doch leider gibt es ja einige halbwüchsige Lümmel, die alten Leuten das Wort „Corona“ ins Ohr rülpsen und obendrein Corona-Partys feiern. Wer hat uns eigentlich vermittelst einer verantwortungslosen Bildungs- und Medienpolitik diese intellektuell und moralisch niederstufige Proles beschert, Herr Söder? Aber egal. Jedenfalls ist nun Schluss damit. Ab sofort werden uns die Grundrechte der Versammlungsfreiheit und Freiheit der Mobilität abgenommen. Die Lage ist einfach zu ernst, meine Damen und Herren!

Das Volk, eben noch zerstritten, wer nun rechts oder links, oder vielleicht lechts oder rinks ist, eint sich hinter seinen Führern. Denn auch dem starken Mann der AfD, Jörg Meuthen, geht es nicht schnell genug, seine deutschen Landsleute in Totalquarantäne zu verbannen. Wer den Ernst der Lage nicht begreift, ist entweder irrational oder ein destruktiver Wüstling. Die Politiker und ihre medizinischen Quarantänemeister sind im Alleinbesitz der Rationalität und der absoluten medizinischen Wahrheit. Und darum müssen Querulanten wie der Arzt und langjährige Gesundheitspolitiker Wolfgang Wodarg, die Virologin Karin Mölling, der Stanford-Virologie-Professor Joannidis, Sucharit BhakdiProf. Dr. Stefan Hockertz, der Virologe Professor Dr. Carsten Scheller und unzählige weitere Stimmen zum Schweigen gebracht werden. Also fordert der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius, gegen Verbreiter von „Fake-News“ (2) zu Corona hart vorzugehen. . Das reinste Rationaltheater.

Aber sind die selbsterklärten Krieger gegen das durchtriebene Corona-Virus SARS-Cov2 wirklich so von Vernunft und Rationalität durchtränkt? Da sind Zweifel erlaubt. In Spanien zum Beispiel werden Spaziergänger, die solo unterwegs sind, von der Polizei eingefangen und müssen 600 Euro Bußgeld zahlen (3). Über die Gassen spanischer Städte surren Drohnen, um auch die letzten frei laufenden Passanten ausfindig zu machen. In Dänemark (4) haben die Abgeordneten des Folketing einstimmig beschlossen, dass während eines Jahres Polizei, Militärs, aber auch private Security-Leute in die Wohnungen von Corona-verdächtigen Personen eindringen dürfen, um die Virenträger zu einer Zwangsbehandlung und Zwangsimpfung in ein Krankenhaus zu verschleppen. Der Chef der NATO-eigenen Denkfabrik Atlantic Council, Fredrick Kempe, fordert in einem Artikel US-Präsident Trump auf, nach Paragraph 5 der Nordatlantikcharta den Bündnisfall einzufordern (5), um die geballte Macht der NATO-Waffen gegen die garstigen kleinen Corona-Viren zu konzentrieren. Das ist schon in hohem Maße irrational, oder?

Doch eine weitere Irrationalität ergibt sich durch die Selektivität, aus der Masse der aktuell die Menschheit plagenden Seuchen ausgerechnet SARS-Cov2 herauszupicken. Und während bei anderen Seuchen die Ursache der Erkrankung eindeutig auszumachen ist, gibt es bei SARS-Cov2 noch immer keine validierten Diagnosetools. Da zudem vornehmlich Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter mit gravierenden Vorerkrankungen in der Intensivstation verstorben sind, kann man schwer sagen, ob sie nun an SARS-Cov2 verstorben sind oder an den Vorerkrankungen. In China gilt die Corona-Seuche jetzt mit einer Gesamtzahl von 321.943 Infizierten und 3.144 Toten als ausgestanden – bei einer Gesamtbevölkerung von 1.4 Milliarden Chinesen. Und auch in Europa sind die Zahlen immer noch gering, verglichen mit dem Todeszoll, der bei anderen Seuchen entrichtet wurde. Allein bei der Influenza-Seuche im Winter 2017 auf 2018 fanden in Deutschland 25.100 Menschen den Tod. . Das ist für ein wohlhabendes Land mit noch einigermaßen funktionierender Hygienekultur eine erschreckend hohe Zahl. Der nationale Notstand wurde gleichwohl in Deutschland deshalb nicht verkündet. Aktuell tobt in Lateinamerika eine furchtbare Dengue-Seuche (6) mit einer Todesrate von 20 Prozent.

Doch das interessiert niemanden. Auch die Tuberkulose, in Europa eine Geißel der frühen Industrialisierung, schwingt in ärmeren Ländern die todbringende Sense. Im Jahre 2015 waren 10 Millionen Menschen mit Tuberkulose infiziert. Annähernd zwei Millionen Menschen starben in jenem Jahr an dieser Krankheit. Und sogar die Pest ist keineswegs ausgestorben und wartet auf ihr Comeback. Je mehr die Gesundheitsversorgung in der Dritten Welt aufgrund von neuen Auflagen des IWF heruntergefahren wird, umso mehr können Seuchen sich realistische Hoffnungen auf einen großen weltweiten Auftritt machen. Keine der genannten Seuchen hat auch nur annähernd zu derart gigantischen Einschnitten in das normale Leben geführt wie jetzt SARS-Cov2.

Angesichts dieser extrem irrationalen Krankheitspolitik stellt sich die Frage nach den Motiven.

Um das zu verstehen, müssen wir etwas ausholen. Bis in die frühen 1970er Jahre befanden sich die zentralen Funktionen unserer Zivilisation in öffentlicher Hand. Infrastruktur, Verkehr, Altersvorsorge und nicht zuletzt das Gesundheitswesen wurden vom Staat oder von genossenschaftlichen Einrichtungen betrieben und ausgebaut. Der Staat hatte genug Polster, um diese Aufgaben gewissenhaft zu erfüllen. Mit der Erfindung des weltweiten Kontoführungssystems SWIFT und den in der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt gebliebenen Clearingstellen CEDEL und Euroclear wurde es möglich, die Gewinne der großen Finanzinstitute und der Globalkonzerne vor dem nationalen Fiskus mit immer perfideren Tricks zu verbergen. Das Geld verschwand, anstatt in die Töpfe der Solidargemeinschaft zu fließen. Die schon leicht abgemagerten Nationalstaaten wurden sodann ab den 1980er Jahren von marktradikalen Politikern und Wissenschaftlern absichtlich in den Ruin getrieben.

Das Elend verfeinerten die so genannten „philanthropischen“ Stiftungen, in denen die Einkünfte der Superreichen ohne Steuerabgaben abgelegt werden können. Der Solidargemeinschaft fehlt zunehmend das Geld, um die nötigen Maßnahmen und Reformen durchzuführen. Die Aufgaben, die der Staat nicht mehr wahrnehmen kann, übernehmen ab jetzt die steuerbefreiten Stiftungen – allerdings ganz nach dem Gusto des jeweiligen großzügigen Milliardärs, der sein Geld in die Stiftung abgelaicht hat. Das bedeutet: die Solidargemeinschaft ist zunehmend entmündigt und enteignet. In dieser neofeudalen Weltordnung wird das gemacht, was superreichen Herrenmenschen gefällt.

Und damit sind wir schon bei der Bill and Melinda Gates-Stiftung. Es gibt zwei Männer, die um die Position des reichsten Menschen dieses Globus freundschaftlich wetteifern: nämlich der Microsoft-Gründer Bill Gates und dann jener schon im Eingang dieses Aufsatzes zitierte Klassenkämpfer Warren Buffett. Beide haben so unvorstellbar viel Geld auf dem Konto, dass sie ohne Bauchschmerzen Milliardenbeträge in Stiftungen ablegen können. Die Gates-Stiftung hat mehr Geld zur Verfügung als die meisten Staaten auf dieser Erde, nämlich ungefähr 42.9 Milliarden Dollar. Und dann hat Warren Buffett noch einmal aus seiner Portokasse einen ähnlich hohen Betrag für die Gates-Stiftung beigesteuert. Aus den Zinserträgen dieses Stiftungsvermögens kann Gates seiner Vision einer schönen neuen Welt immer näher kommen. Die Gates-Stiftung investiert unter anderem auch in die Forschung zum Geoengineering(7).

. Mit seinem Geld wird geforscht, wie man das Wetter und das Klima manipulieren kann. Sein bedeutendster Beitrag gilt allerdings dem Gesundheitswesen hier und in aller Welt. Und dabei noch ganz speziell den ehrgeizigen Impfprogrammen in der Dritten Welt. Es wurde oft genug kritisiert, dass Gates auf diesem Gebiet mit den größten Pharmakonzernen wie z.B. Merck, GlaxoSmithKline oder Bayer eng zusammenarbeitet. Allzu eng vielleicht.
Denn ein weiteres Opfer der Verarmung des öffentlichen Bereichs ist die Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen, die WHO (World Health Organisation). Eigentlich ist die WHO gedacht als supranationale Behörde, die Krankheitsursachen erkunden und Abhilfe organisieren soll. Jedoch ist die Zahlungsmoral der UNO-Staaten derart lausig, dass von den mittlerweile 4 Milliarden Dollar, die die WHO aktuell im Jahr ausgeben kann, gerade einmal eine Milliarde noch aus öffentlicher Hand kommt. Die restlichen drei Viertel muss die WHO als Spendengeld einwerben. Und die größten Spender sind die global operierenden Pharmakonzerne. Längst ist auf diese Weise die WHO zu einer Außenstelle bestimmter Pharmakonzerne herabgesunken (8).

Konkurrenten der großen Pharmakonzerne werden von der WHO aus dem Wettbewerb herausgehalten. Die Wettbewerbssituation ist auf diese Weise verzerrt. Mit der Folge, dass die de facto-Monopolisten mit Direktzugang zur WHO für ihre Produkte vollkommen überhöhte Preise verlangen können. Mit verheerenden, oder sollen wir besser sagen: mörderischen Folgen, für die armen Menschen auf der Welt. Zudem hat die WHO ihr Ansehen missbraucht, um bei den Regierungen einzelner Staaten bestimmte Pharmaprodukte wie z.B. Tamiflu an den Mann zu bringen. Die durch Angstszenarien unkontrollierbarer Seuchen verunsicherten Nationalstaaten horteten gigantische Mengen von Tamiflu und anderen angeblich unverzichtbaren Medikamenten. Als nun die angekündigten Seuchen ausblieben, wurden in einem beispiellosen Zusammenspiel von gekauften Politikern, Medien und Wissenschaftlern Panik-Kampagnen losgetreten, um die gehorteten Pharma-Gifte doch noch den Menschen quasi zwangsweise nahezubringen. Das war die uns allen noch erinnerliche Aufregung um die Schweine- und Vogelgrippe. Als auch das nicht klappte, mussten die gelinkten Staaten gigantische Mengen an Anti-Seuchenpräparaten vernichten – womit sie auch gigantische Steuerbeiträge ihrer betrogenen Bürger gleich mit verbrannten (9).

Nun, die Gates-Stiftung ist der größte Einzelspender der privatisierten WHO und kommt für elf Prozent ihrer Ausgaben auf. Ein englisches Sprichwort sagt: „He who pays the piper, calls the tune!“ Soll heißen: wer den Pfeifer bezahlt, bestimmt auch, welche Melodie der Pfeifer spielt. Und die WHO soll halt für Gates das Lied von der vollständig durchgeimpften Welt pfeifen. Gates hat geradezu eine Impf-Manie. Seit Jahr und Tag beschwört Gates landauf, landab in eindringlichen Vorträgen die Gefahr einer großen Mega-Seuche. Wenn man ihn da so reden hört und seine Mimik im Screenshot festhält, könnte man den Eindruck gewinnen, Gates sehne sich geradezu nach der großen Giga-Seuche (10).

Und Gates lässt alle möglichen und unmöglichen Pfeifer für sich aufspielen. Da ist, um nur ein Beispiel zu nennen, die ehrenwerte private Johns-Hopkins-Universität in Baltimore. Bill Gates hat mit seiner Segen und Geld spendenden Stiftung das Johns Hopkins Center for Health Security auserkoren. In jenen Laboren wird schon jetzt die Welt von morgen erdacht. Zusammen mit der chinesischen Tianjin-Universität wird ausgiebig spekuliert über „synthetische Biologie“ (11).

Unternehmer wie Craig Venter sind auf diesem Gebiet der synthetischen Biologie schon sehr weit gediehen. Zellen werden entkernt, um dann synthetisch zusammengebastelte Kerne stattdessen einzusetzen. Eine solche Homunculus-Forschung muss natürlich abgesichert werden.

Doch zurück zu Gates‘ Impfmanie. Auf sein Betreiben schlossen sich die WHO, UNICEF, Weltbank, Gates-Stiftung, eine Reihe von Nichtregierungsorganisationen und nicht zu vergessen die globalen Pharmakonzerne im Jahre 2000 zur Global Alliance for Vaccines and Immunisation zusammen (GAVI). Ständig wird die Welt noch durchgekämmt nach weiteren Venen und Mündern, in die sich Impfnadeln und Präparate einführen lassen – zum Nutzen der Menschheit, versteht sich. Aber das war Gates noch nicht wachsam genug. Also ließ er 2015 die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) gründen. In diesem Gremium für Produkte und Konzepte der Innovationen für die Epidemie-Bereitschaft finden wir als neuen Spieler das World Economic Forum, den Wellcome-Trust und dazu Staaten wie Deutschland, Norwegen und Japan. Kurz und schlecht: die Gesundheitspolitik auf diesem Globus wird nicht mehr von demokratisch legitimierten nationalen Regierungen bestimmt, sondern von einer Handvoll superreicher Oligarchen und ihrer Freunde aus den Chefetagen der Pharmariesen.

Das merkt man dieser Gesundheitspolitik deutlich an. Das gemeine Volk, besonders das Volk der Dritten Welt, kommt in jenen Überlegungen nur als Objekt vor. Und so veranstaltet die Johns Hopkins Universität strategische Planspiele, an der handverlesene Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien teilnehmen. Es geht, wen überrascht es jetzt noch, um global ausbrechende Seuchen und wie die verschiedenen „Player“ damit umgehen. Im Prinzip nicht sinnlos. Man darf große Katastrophen nicht unvorbereitet auf sich zukommen lassen. Allerdings ist der Pferdefuß hier, dass Fragestellung und Lösungsvorschläge nicht demokratisch ausgewählt, sondern von Oligarchen vorgegeben werden. Ein „tabletop exercise“, also ein strategisches Manöver im Kampf gegen Seuchen fand unter dem Namen Clade X im Mai 2018 (12) in den Räumen von Johns Hopkins statt.  Das war ein Vorbereitungsmanöver zum größeren Manöver „Event 201“ (13),  wieder organisiert von der Johns Hopkins Universität in Zusammenarbeit mit dem World Economic Forum und der Bill and Melinda Gates-Stiftung, diesmal in New York, am 18. Oktober 2019.

Das Manöver Event 201 nimmt in geradezu erschreckend präziser Weise das aktuelle SARS/Cov2-Drama voraus. Grundlage ist eine Seuche, die plötzlich in den brasilianischen Armutsghettos der Favelas ausbricht und sich dann rasend in der Welt ausbreitet. Im Lauf von anderthalb Jahren befindet sich die Welt in einer Lähmung durch die neuartige Mega-Seuche CAPS, der in dieser Zeit 65 Millionen Menschen zum Opfer fallen. Die Weltwirtschaft ist nach diesem Drama um elf Prozent geschrumpft. Das Tückische an CAPS: jede Woche verdoppelt sich die Zahl der Infizierten. Und CAPS ist viermal so tödlich wie die Spanische Grippe aus dem Jahre 1918. Die Infizierten verspüren zunächst nur leichte Symptome, sind aber in diesem Stadium bereits imstande, ihre Mitmenschen anzustecken. Und die akute Phase kann innerhalb von Stunden ausbrechen. Das Virus kann sich schon in der Luft ausbreiten: „alle Menschen sind ansteckbar!“ Es kommt zur Hortung von Waren. Die Regale sind leer. Es kommt zum Gerangel, wer noch was bekommen darf. All diese schaurigen Visionen werden den Manöver-Teilnehmern am Anfang jeder Diskussionsrunde in erschreckend realistisch gestalteten Nachrichten im Stil von CNN präsentiert.

Es ist bei Event 201 wie beim World Economic Forum in Davos: die Teilnehmer sind von den Superreichen handverlesen. Wir, das gemeine Volk, dürfen allerdings als Zaungäste den gelehrten Worten der hohen Herren und Damen zuschauen und zuhören, youtube sei’s gedankt. Es ist nicht immer die erste Garde der Entscheider, aber sie haben alle die ersten Adressen wie Rhodes-Stipendium oder Harvard durchlaufen. Da finden wir den Chef der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde neben Tim Evans von der Weltbank, Avril Haines, die unter Obama stellvertretende CIA-Chefin und dann stellvertretende Sicherheitsberaterin im Weißen Haus gewesen ist. Neben Ex-Ministern und Chefs von Stiftungen oder prominenten Wirtschaftsanwälten finden wir in dieser Runde kurioserweise auch George Fu Gao. Gao ist seit einigen Jahren der oberste Seuchenbeauftragte der Volksrepublik China. Gao hat lange in Oxford studiert und gelehrt, ist eigentlich schon lange im Westen assimiliert gewesen. Die Regierung der Volksrepublik China bot ihm jedoch traumhafte Arbeitsbedingungen in seinem Heimatland, und so wurde Gao so etwas wie ein Gesundheitsminister Chinas. Gao fühlt sich in dieser ultrakapitalistischen Runde pudelwohl und nimmt keinen Anstoß an den makabren Szenarien. Wie sieht Gao dieses Spektakel wohl jetzt, da nun nicht Brasilien der Ausgangspunkt der skizzierten Seuche geworden ist, sondern sein Heimatland China?

Für die Entscheider im Paneel ist die Allokation wichtig: wer soll wann was bekommen? Wichtig ist den Diskutanten auch, Paniken zu vermeiden und vor allem Fake-News abzuwehren. Also vermutlich Nachrichten zu unterdrücken, die den offiziellen Narrativen zu widersprechen wagen. Es kann davon ausgegangen werden, dass es in diskreterem Rahmen eine Spiegelung dieses öffentlichen Manövers Event 201 mit hochkarätigeren Mitspielern gegeben hat.

Ist es Zufall, dass dem jetzigen Corona-Katastrophenszenario im Stall von Bill Gates zwei Vorübungen vorausgingen, die die Ereignisse erschreckend präzise vorausdenken? Und welche Motive hatten die Event-201-Regisseure? Eric Toner, Internist und Mastermind von Event 201 (14). stellt klar, dass es bei der Übung am grünen Tisch um das Durchspielen wirtschaftlicher Folgen der Pandemie gegangen sei: „Es geht um die Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft.“

Die Epidemie war in Geheimdienstkreisen bereits bekannt, bevor ihre Virulenz in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wurde. Denn der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Washingtoner Senat, Senator Richard Burr, wusste von den verheerenden Wirkungen auf die Wirtschaft durch die Corona-Kampagne bereits Mitte Februar. Während er in der Öffentlichkeit noch erklärte, es gingen keine Gefahren von der Epidemie für die Wirtschaft aus, warnte er in geschlossener Runde seine Sponsoren für zukünftige Wahlkämpfe, sie sollten schleunigst ihre Aktien abstoßen. Senator Burr ging mit gutem Beispiel voran (15) und stieß mit seiner Frau zusammen seine eigenen Aktien im Wert von zwei Millionen Dollar an der Börse ab.

Während sich die Stimmen mehren, die die außerordentliche Gefährlichkeit von SARS/Cov2 energisch in Frage stellen, steigern die Regierungen auf der ganzen Welt das Tempo, in dem die Wirtschaft und das öffentliche Leben heruntergefahren werden. Schon wird laut darüber nachgedacht, die totale (Er-)Drosselung des gewerblichen Mittelstandes wegen Corona weit über die der Öffentlichkeit kommunizierten zwei bis vier Wochen hinaus auszudehnen. Fünf Monate sind im Gespräch, oder auch anderthalb Jahre. Es dürfte einleuchten, dass nicht nur mittelständische Betriebe auf eine solche Dauer hin in die Knie gehen werden. Und der französische Präsident Macron hat der geschädigten französischen Wirtschaft schon Kompensationen in Höhe von dreihundert Milliarden Euro versprochen, sollte die Drosselung der einheimischen Wirtschaft länger anhalten. Der Bund soll deutschen Unternehmern mit 600 Milliarden Euro unter die Arme greifen. . Nicht nur der Autor dieser Zeilen fragt sich vermutlich, woher die sowieso schon mehr als knietief im Schuldensumpf hockenden Nationalstaaten das Geld hernehmen wollen. Entweder drucken oder bei den Banken leihen. Ein Hamburger Nachrichtenmagazin spricht schon von einem Megakredit von einer Billion für die schwächeren EU-Partner, finanziert durch einen eventuellen „Corona-Bond“ (16).

Und der Bundestag beschloss im Eilverfahren Soforthilfen für die kollabierende Wirtschaft. Der Bund, also letztlich wir, die Steuerzahler, spendiert 156 Milliarden Euro für notleidende Mittelständler und Konzern. . Das war die Top-Nachricht. Kaum ein Presseorgan informierte uns, dass in derselben 154. Sitzung des Bundestags am 25. März. das Infektionsschutzgesetz (IfSG) verändert wurde. Wesentliche „Errungenschaft“: der Bundesgesundheitsminister kann jetzt den Seuchen-Notstand ausrufen. Damit hat sich der Bund gegenüber den Ländern weitere Vollmachten ertrotzt (17).

Das macht Sinn: wir können ohne weiteres jetzt von einer Art „Befehlskette“ sprechen. Bereits 1994 hatte der damalige Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer wegen einer tragischen Panne (18) das Bundesgesundheitsamt zerschlagen. Die Kompetenzen für Seuchenprävention und –bekämpfung gingen an das Robert-Koch-Institut über. Und aktuell, wie oben bereits beschrieben, können wir beobachten, dass die Corona-Seuchenpolitik von der Gates-Stiftung weitergegeben wird zur Johns-Hopkins-Universität und der WHO. Auf die Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation WHO wiederum beruft sich unablässig das Robert-Koch-Institut, das wiederum der Bundesregierung „Empfehlungen“ gibt, die allerdings schon so definitiv sind, dass sie sich wie Anweisungen an die Bundesregierung lesen. Von dort werden die Vorgaben an die Länder und schließlich an die Gesundheitsämter in den Gemeinden heruntergereicht. Diese Befehlskette bestimmt die Wahrnehmung und das Vorgehen gegen die SARS/Cov2-Infektion.

Ein Schelm, wer dabei Böses denkt …

Übrigens: die von der Bundesregierung und nachfolgend den Landesregierungen und Gemeinden erlassenen Ausgangsverbote sind illegal! Darauf wurde ich aufmerksam durch ein Video von Gerhard Wisnewski. Wisnewski unterzieht sich der relativ einfachen Mühe, die bayrische „Vorläufige Ausgangsbeschränkung anlässlich der Corona-Epidemie“  , die Söder, siehe oben, vorgestellt hatte, mit dem Infektionsschutzgesetz zu vergleichen. Denn die Ausgangssperren in Bayern, aber auch in Sachsen und dem Saarland, begründen die weitgehenden Ausgangsverbote für normale Bürger in ihrem Bundesland mit § 28 des IfSG .. Und der erstaunliche Befund: die Einsperrungen im IfSG beziehen sich auf in gravierendem Ausmaß infizierte Personen. Es geht um Personen mit akuten Masern, „Lungenpest“ oder „hämorrhagischen“ Symptomen. Nicht aber auf normal gesunde, nicht infizierte Personen. Der Wortlaut des gerade vom Bundestag überarbeiteten IfSG gibt auch keine derart weit gefasste Interpretation her. Die Gesellschaft für Freiheitsrechte formuliert (19) das illegale Vorgehen von Bund, Ländern und Gemeinden recht vornehm, aber dennoch klar genug: „Für eine allgemeine Ausgangssperre, die die gesamte Bevölkerung betrifft und es verbietet, aus dem Haus oder der Wohnung zu gehen, fehlt es bisher an einer expliziten gesetzlichen Ermächtigungsgrundlage.“

Die Corona-Geschichte kommt für uns alle wie ein Schock. Mit so einer verrückten Zumutung in der Folge einer Pandemie wie sie die Ausgangssperren und die Zwangsschließung von Geschäften darstellen, haben wir in unseren bizarrsten Träumen nicht gerechnet. Während mittlerweile selbst das angesehene Robert Koch-Institut die Sterblichkeitsrate bei SARS/Cov2 auf 0.3% heruntergestuft hat, und die Zahl der Menschen, die überhaupt das skandalisierte Virus in sich trägt, noch nicht einmal die Zahl von 17.000 Personen erreicht hat (bei 80 Millionen Bundesbürgern) , wird die Veranstaltung immer suspekter.

Es dauert ein bisschen, bis wir noch weitere Daten gesammelt haben, um uns ein klares Bild zu verschaffen, ob es sich bei SARS/Cov2 um eine gefährliche Seuche handelt oder um eine gigantische Inszenierung, um im Hintergrund einer solchen Bühne einen erneuten dreisten Übergriff auf das öffentliche Vermögen vorzunehmen, wie dies schon bei der so genannten Deutschen Wiedervereinigung geschehen ist, wo das Vermögen der deutschen Solidargemeinschaft von Finanzgaunern um insgesamt etwa eine Viertel Billion Euro eingesackt worden ist. Wieder einmal empfehle ich die Lektüre des epochalen Buches Die Schock-Strategie von Naomi Klein. Die Autorin hat viele Fallbeispiele aufgeboten, in denen interessierte Finanzkreise und Investoren Naturkatastrophen ausgenutzt haben, um öffentliches Vermögen in ihre privaten Hände umzuleiten.

Wir sind jetzt schon unzählige Male durch Schockmanöver massiv ausgeplündert worden. Es ist höchste Zeit, die Mechanismen dieser feindlichen Übernahmemanöver zu analysieren und dann entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. Dank der neu entstandenen alternativen Medien besteht die Gelegenheit, diesmal schneller zu kollektiven Lernprozessen zu gelangen als bei früheren Schock-Ereignissen wie der deutschen Einigung oder dem Nachhall von 9/11.

Die Superreichen haben uns den Krieg erklärt. Wir werden wohl oder übel darauf angemessen reagieren müssen.

Quellen:

  1. Zitiert nach New York Times, 26.11.2006: „There’s class warfare, all right, but it’s my class, the rich class, that’s making war, and we’re winning.“ Interview mit Ben Stein. “It’s Class Warfare, Guess Which Class is Winning.”
  2. https://www.heise.de/newsticker/meldung/SPD-Innenminister-fordert-hartes-Vorgehen-gegen-Fake-News-in-der-Corona-Krise-4684314.html
  3. https://www.mallorcazeitung.es/lokales/2020/03/15/alarmzustand-erste-strafe-mallorca-renitente/74900.html
  4. https://www.stern.de/gesundheit/coronavirus–daenemark-im–lockdown—-extreme-massnahmen-beschlossen-9179852.html
  5. https://www.atlanticcouncil.org/content-series/inflection-points/why-trump-should-trigger-natos-article-5-vs-covid-19/
  6. https://deutsch.rt.com/amerika/99385-historische-dengue-fieber-epidemie-fokus-auf-corona/
  7. https://www.sciencemag.org/news/2010/01/bill-gates-funding-geoengineering-research
  8. https://web.archive.org/web/20141026170051/http://zdf.vo.llnwd.net/e1/s/none/zdf/14/10/141021_who_f21_2256k_p14v11.mp4?rs=1024&ri=10000&ip=207.241.237.211&h=6a7c4d15c3f90512303b51af589d7980
  9. https://www.dw.com/de/who-in-der-kritik/a-15964294
  10. https://www.youtube.com/watch?v=6Af6b_wyiwI&t=327s
  11. http://www.centerforhealthsecurity.org/
  12. https://www.youtube.com/watch?v=rsha-Ui2Cww
  13. https://www.youtube.com/watch?v=AoLw-Q8X174
  14. http://www.centerforhealthsecurity.org/our-people/toner/
  15. http://www.informationclearinghouse.info/54043.htm

DAS MEDIEN-VERSAGEN

VON HERMANN PLOPPA

Es ist unverkennbar, dass die öffentlich-rechtlichen Medien, die kraft Verfassung der Öffentlichkeit gehören und ihr als Dienstleister verpflichtet sind, ihrem Auftrag einer ausgewogenen objektiven Berichterstattung immer weniger nachkommen. Dabei müssten die öffentlich-rechtlichen Medien allen Bevölkerungsgruppen und Meinungen gerecht werden. Denn das unterscheidet sie von privatrechtlich geführten Medien. Letztere sind nicht verpflichtet, ein breites Meinungsspektrum abzubilden, sondern dürfen einseitig die Meinung ihrer Inhaber in der Öffentlichkeit verbreiten.

So wären wir auch geradezu enttäuscht, wenn die berühmte Bild-Zeitung jetzt plötzlich einem faktenbasierten Journalismus huldigen würde. Bild-Chef Julian Röpcke ließ es sich nicht nehmen, wieder einmal frei von jeglichen Beweisen oder Indizien zu behaupten, das Online-Magazin Rubikon sei Teil einer Hetzkampagne der russischen Regierung, um die weisen Corona-Prophylaxe-Maßnahmen unserer deutschen Regierung zu unterlaufen. Die Rufe nach Aufrechterhaltung der Grundrechte auf einer Kundgebung in Berlin waren demnach direkt vom Kreml gesteuert

Dümmer geht’s nimmer, Herr Röpcke! Das ist nun wirklich die Niveauklasse eines fünfjährigen Buben, der sich eine besonders blöde Ausrede einfallen lässt, weil er was ausgefressen hat. 

Wie gesagt, Herr Röpcke darf das, denn er hat keinen öffentlich-rechtlichen Versorgungsauftrag auf Information. Was ihn, nebenbei bemerkt, natürlich nicht immun macht gegen zivilrechtliche und strafrechtliche Konsequenzen seines Tuns. 

Von öffentlich-rechtlichen Medien jedoch kann man Journalismus erwarten und nicht Propaganda. Journalismus bedeutet: man stellt die Position von Person A möglichst akkurat dar, und dann die anderslautende Position von Person B, um dann zu untersuchen, was ist richtig an A und an B, um dann in einem ganz persönlichen Statement die eigene Position darzulegen, deutlich erkennbar. In der Schule entsprach das früher dem dialektischen Besinnungsaufsatz. War dereinst auch bei Spiegel-Artikeln der immer wiederkehrende Dreischritt: These-Antithese-Synthese. 

Demgegenüber versucht Propaganda, mit manipulativen Mitteln den Adressaten zu überrumpeln durch Weckung von Ängsten und Hoffnungen unter Umgehung der kritisch-analytischen Fähigkeiten des Adressaten. Propaganda und Public Relations gehen aus der Werbung hervor, sind aber längst auch in die Sendeformate der öffentlich-rechtlichen Medien eingeflossen, tröpfchenweise, bis aus den Tröpfchen die heutige Flut politischer Propaganda geworden ist.

Bekannte machten mich darauf aufmerksam, dass in der Tagesschau ein Artikel-Titel von mir in die Kamera eingeblendet wurde. In einer Mischung aus Belustigung und einem mulmigen Gefühl der Bedrohung sah ich mir die Tagesschau-Aufzeichnung an, die bei YouTube auf den 2. April 2020 datiert ist. 

In der Tat war mein Artikel als eines von zwei Beispielen für verschwörungstheoretische Artikel beim Portal KenFM angeführt worden. Der Titel meines Textes: „Coronakrise: ein asymmetrischer Krieg der Superreichen gegen die restlichen 99 Prozent?“. Man beachte das Fragezeichen am Ende der Titelzeile. In der Tat vollziehe ich in meinem Essay den klassischen journalistischen Dreischritt. Ich stelle die offizielle Lesart und ihre Präsentation durch bekannte Politiker vor. Um sodann in der Antithese die Rationalität dieser Position in Frage zu stellen. Um schließlich in der Synthese Fakten herbeizuziehen, die helfen könnten, eine Erklärung für die von mir wahrgenommene Irrationalität der offiziellen Corona-Politik zu finden.

Selbstverständlich mache ich meine eigene Position von Anfang an schon deutlich. Es wird dadurch erkennbar, dass ich meine Wahrnehmung der Corona-Krise vortrage, also keinesfalls beanspruche, im Besitz der alleinseligmachenden Wahrheit zu sein.

Der Tagesschau-Beitrag kehrte in überarbeiteter Form als ARD-Sendung Monitor wieder. Dieser Beitrag hat es in sich. Er beginnt mit den Worten: „Dieser Mann hat es in den letzten Wochen zu großer Bekanntheit gebracht – Wolfgang Wodarg!“. Der Flensburger Lungenarzt und langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wodarg ist im Porträt zu sehen. Mit schaurigem synthetischen Ambient-Sound unterlegt. Das wirkt wie ein Steckbrief: „Fragwürdige Expertisen“. Das ist schon pure Stimmungsmache. Verschwiegen wird, dass sich mit jedem Tag mehr Ärzte, Humanbiologen oder auch Juristen der Position von Wodarg angeschlossen haben. Auch damals schon, Anfang April. 

Das ist eine Methode, die schon bei Julian Assange praktiziert wurde. Man pickt sich einen prominenten Vertreter einer missliebigen Richtung heraus und statuiert ein Exempel. Dazu gesellt sich, dass seit Kurzem die private Webseite von Wodarg ohne Angabe von Gründen gesperrt worden ist. Man muss sich Sorgen machen um die Sicherheit von Herrn Wodarg. Die Pharmaindustrie hat ihn auf dem Kieker, seitdem Wodarg die Rolle der Pharmaindustrie beim Rinderwahnsinn, bei der Schweine- und Vogelgrippe aufgedeckt hat. 

Damals hatten die Regierungen vieler Staaten Unmengen von Impfstoffen und Präparaten gekauft, weil die Weltgesundheitsorganisation vor Massenepidemien gewarnt hatte, die dann aber partout nicht eintreten wollten. Öffentlich-rechtliche Medien wie z.B. Frontal 21 hatten damals Wolfgang Wodarg als Kronzeugen gegen diese gigantische Verschwenum Beispiel öffentlicher Mittel aufgeboten. Anscheinend hat die Pharmalobby seitdem fleißig daran gearbeitet, diese medialen Schlupflöcher der unbequemen Wahrheiten zu schließen.

Jetzt brandmarken Monitor und Tagesschau Wodarg als einen verantwortungslosen Verharmloser einer gefährlichen Epidemie. Es gibt, so lernt man, die Vereinfacher und auf der anderen Seite die Experten. Als solchen stellen die Monitor-Reporter uns jetzt Herrn Doktor Gérard Krause vor. Am Schreibtisch im weißen Kittel belehrt uns Krause, dass es so harmlos ja wohl nicht sein kann, bei den vielen Toten. Herr Krause arbeitet am Helmholtz-Zentrum in Braunschweig, erfahren wir. Was wir nicht erfahren: Krause arbeitete in leitender Position von 2000 bis zum Jahre 2013 beim Robert Koch-Institut. Er ist also Teil jenes Personals, das von der Bill und Melinda Gates-Stiftung über Johns Hopkins University, World Health Organisation direkt zum Robert Koch-Institut im Sinne der Covid-19-Kampagne tätig ist. Das zu erwähnen wäre hilfreich gewesen.

Auftritt ein weiterer Experte, nämlich Jan Rathje von der Antonio Amadeu-Stiftung. Er spricht über einfache und griffige Verschwörungserzählungen, auf die verunsicherte Menschen in Krisenzeiten gerne zugreifen würden. Die Antonio Amadeu-Stiftung genießt den Rang einer halb-offiziellen Instanz der Wahrheitsfindung in Kooperation mit der Bundesregierung. Jährlich mit der stattlichen Summe von 900.000 Euro aus Steuermitteln bezuschusst, berät jene Stiftung die Regierung und Menschen im Bereich der politischen Bildung, was gut und was böse ist. 

Chefin der Amadeu-Stiftung ist Annetta Kahane. In der DDR arbeitete sie als IM Victoria der Stasi zu und horchte den dissidenten Schriftsteller Thomas Brasch aus. Als Beauftragte für Hate Speach amtierte bei der Amadeu-Stiftung die Politologin Julia Schramm. Selbige trat unter anderem bei Twitter mit seltsamen Botschaften auf: „Bomber-Harris Flächenbrand — Deutschland wieder Ackerland“; „Sauerkraut Kartoffelbrei — Harris Feuer frei!“ oder: „Deutschland ist eine Idee — Deutschland darf getötet werden!“ (1). Ob der Vertreter einer derart seltsamen öffentlich-privaten Instanz geeignet ist, uns über die Hintergründe von Verschwörungstheorien zu unterrichten, darf bezweifelt werden.

Als nächster Experte tritt auf: Professor Dr. Michael Butter. Ein Literaturwissenschaftler, der sich auf Verschwörungstheorien spezialisiert. Butter hat europaweit das Projekt COMPACT gegründet. In diesem Pool sollen Erkenntnisse über Verschwörungstheorien gesammelt und Strategien zu deren Bekämpfung entwickelt werden. Butter hat die Forschungsarbeit von Daniele Ganser als „Wissenschaftssimulation“ bezeichnet.

Doch die Krönung der Auslese stellt die noch relativ unbekannte Psychologin Pia Lamberty von der Universität Mainz dar: „Verschwörungstheorien zeichnen sich dadurch aus, dass Menschen glauben, dass es eine dunkle Macht gibt, die im Geheimen Böses tut!“ Aha. Glaubt Frau Lamberty im Ernst, dass alle Strategien und Pläne mächtiger Personen und Institutionen öffentlich verhandelt werden? In der Sprache von Frau Lamberty sind Leute, die Power Structure Research betreiben, offenkundig unmündige Kinder, die „Böses“ vermuten. 

Da ich Frau Lamberty noch gar nicht kannte, habe ich mir ihre wissenschaftlichen Aufsätze einmal angeschaut – und wurde rasch fündig. In einem Manuskript (2) kommt Lamberty mit ihrem Ko-Autor Roland Imhoff zu der Schlussfolgerung, dass es eine signifikante Korrelation gibt zwischen der Neigung zu Verschwörungstheorien und der Vorliebe für alternative Medizin. Das bedeute im Umkehrschluss nicht, dass Anhänger der alternativen Medizin automatisch Anhänger von Verschwörungstheorien seien, stellt sie zur eigenen Absicherung klar. 

Der Informationsdienst Wissenschaft stellt die Publikation von Frau Lamberty vor: „Westliche Industrieländer verfügen über ein hoch entwickeltes Gesundheitssystem und eine leistungsfähige Versorgung. Trotzdem wenden sich viele Menschen, gerade auch in Deutschland, komplementären und alternativen Methoden zu, selbst wenn davor ausdrücklich gewarnt wird.“ Und zitiert Lamberty mit den Worten: „Je stärker die Verschwörungsmentalität einer Person ausgeprägt ist, desto mehr befürwortet diese Person alternative Verfahren und umso mehr lehnt sie konventionelle Heilmethoden wie Impfungen oder Antibiotika ab.“ 

Wen wundert es, dass diese Publikation von Lamberty/Imhoff von den einschlägigen Internet-Portalen der Pharmaindustrie äußerst wohlwollend besprochen wird. Müssen wir damit rechnen, dass in naher Zukunft ein neues Krankheitsbild „Verschwörungsmentalität“ definiert wird, für das die einschlägige Zunft Heilmethoden anbietet? Wir dürfen gespannt sein…

Bleiben noch die alternativen Medien. Ein Soziogramm präsentiert uns eine Vielzahl von Medien unterschiedlichster Art. Zunächst jene Medien, die evidenzbasiert Artikel veröffentlichen wie KenFM, Rubikon, Eingeschenkt TV oder RT Deutsch. Als Beispiel einer völlig abgedrehten Weltsicht eben mein Artikel. 

Doch schnell richtet sich der Fokus auf andere Medien: Heiko Schrang sagt in einem grünen Garten mit Buddha im Hintergrund: Angst macht hart, und wer hart ist, kann gebrochen werden. Wer will dagegen eigentlich etwas einwenden? Dann Klartext TV und Antizensurkongress aus der Schweiz. Schließlich Jürgen Elsässers Zeitschrift COMPACT mit einem Horror erzeugenden Titelblatt. Eine Tour de Force in wenigen Minuten. Äpfel und Birnen in einem Korb. Es endet mit dem rauschenden Finale: einfache Wahrheiten sind gefährlich für die Gesellschaft. Denn wer das heimtückische Corona-Virus verharmlose, sei indirekt mit verantwortlich an dem Tod gefährdeter Personen. 

Starker Tobak. Mächtiger emotionaler Abgang. Aber: was hat das mit seriösem Journalismus zu tun? Wo bleibt die faire Erörterung unterschiedlicher Positionen? Stattdessen werden uns hier so genannte „Experten“ präsentiert, die selber Teil des Problems sind. Die selber mit der Corona-Maschinerie eng verbandelt sind.

Während täglich immer mehr Menschen aus der Schockstarre erwachen und gegen die vollkommen unverhältnismäßige Corona-Prophylaxe protestieren, umso verbissener bunkern sich die Protagonisten der Corona-Maschinerie um den mittlerweile meist gehassten Mann Deutschlands, den regierungsamtlichen Seuchenberater Christian Drosten ein. 

Sollte der Corona-Spuk noch einmal ein Ende finden, dann muss in großem Stil auch über die Wiederherstellung der Pluralität der Meinungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gesprochen werden. Doch zunächst gleichen wir von den alternativen Medien dieses Demokratie-Defizit mit bescheidensten Mitteln aus. So lange das noch möglich ist. 

Nachbemerkung: der in diesem Artikel erwähnte Arzt Dr. Gérard Krause hat sich inzwischen den Kritikern der regierungsamtlichen Corona-Prophylaxepolitik angeschlossen.


Quellen und Anmerkungen:

(1) Dokumentiert in Markus Fiedlers Dokumentation „Zensur“ auf 1:22.42: 
(2) Pia Lamberty/Roland Imhoff: Powerful Pharma and its Marginalized Alternatives? Effects of Individual Differences in Conspiracy Mentality on Attitudes Toward Medical Approaches, Mainz April 2018

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aktualisierte Pressemitteilung der

Fachanwaltskanzlei BAHNER vom 3. April 2020

Beate Bahner, Fachanwältin für Medizinrecht aus Heidelberg, kündigt Normenkontrollklage gegen die Corona-Verordnung Baden-Württemberg an: Die Maßnahmen der Bundes- und Landesregierung sind eklatant verfassungswidrig und verletzen in bisher nie gekanntem Ausmaß eine Vielzahl von Grundrechten der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. Dies gilt für alle Corona-Verordnungen der 16 Bundesländer. Insbesondere sind diese Maßnahmen nicht durch das Infektionsschutzgesetz gerechtfertigt, welches erst vor wenigen Tagen in Windeseile überarbeitet wurde. Wochenlange Ausgehbeschränkungen und Kontaktverbote auf Basis der düstersten Modellszenarien (ohne Berücksichtigung sachlich-kritischer Expertenmeinungen) sowie die vollständige Schließung von Unternehmen und Geschäften ohne jedweden Nachweis einer Infektionsgefahr durch diese Geschäfte und Unternehmen sind grob verfassungswidrig.

Denn die vorliegenden Zahlen und Statistiken zeigen, dass die Corona-Infektion bei mehr als 95 % der Bevölkerung harmlos verläuft (oder vermutlich sogar bereits verlaufen ist) und somit keine schwerwiegende Gefahr für die Allgemeinheit darstellt. Dringend in den Blick zu nehmen sind demgegenüber die Risikogruppen der alten Menschen und der Menschen mit Vorerkrankungen (ca. 4,5 % der Bevölkerung): Diese Menschen sind durch geeignete Maßnahmen sowohl der Regierung als auch der Risikogruppen selbst zu schützen: Etwa durch Schleusen vor den Altenheimen, durch Aufklärung der Übertragungswege(nur durch Tröpfcheninfektion), durch Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen sowie insbesondere durch eigenverantwortliche Schutzmaßnahmen dieser gefährdeten Menschen selbst in den Wochen der Epidemie. Das medizinische Personal in Kliniken, Arztpraxen, Altenheimen und Pflegediensten ist mit sämtlichem notwendigen Material zu versorgen, was der Bundesregierung bis heute nicht gelungen ist!

Beate Bahner erklärt, dass sie bis zum Bundesverfassungsgericht gehen werde:

Denn die von der Regierung getroffenen radikalen Maßnahmen der Ausgangs- und Kontaktverbote für 83 Millionen Menschen und die Lahmlegung nahezu der gesamten Wirtschaft über viele Wochen sind weder durch die Entwicklung der Zahlen, noch durch Studien, noch durch bisherige Erfahrungswerte gerechtfertigt. Die wirklich notwendigen Maßnahmen hingegen sind noch immer nicht umgesetzt, wie die vielfältigen Klagen ausKliniken, Altenheimen und Arztpraxen zeigen. Es braucht ferner mehr Tests bei denjenigenMenschen, die viel Kontakt mit der Risikogruppe haben: Dies sind die Pflegekräftesowie die Familienmitglieder einschließlich der Kinder, die ihre alten Angehörigen besuchenwollen. Dringend zu testen sind die Mitarbeiter der Supermärkte, die täglich mithunderten Menschen Kontakt haben.

Es braucht ferner Stichproben bei der Bevölkerung, um die tatsächliche (vermutlich umein vielfaches geringeren) Prozentsatz der schweren und schwersten Erkrankungen desCorona-Virus zu ermitteln. Der Anteil des tödlichen Verlaufs von Covid19 wurde von Expertenmit lediglich 0,1 % ermittelt (dies ist eine Person von 1000 Infizierten und damitvergleichbar mit einer schweren Grippe-Epidemie). Es braucht vorallem dringend dieObduktion der an/mit Corona verstorbenen Menschen, um festzustellen, woran diesemeist alten Menschen mit meist vielen Erkrankungen tatsächlich verstorben sind. Esbraucht ferner eine redliche Darstellung der Todeszahlen, weil nämlich täglich etwa 2500Menschen sterben, davon täglich etwa 900 Menschen in Pflegeheimen. In Deutschlandsterben jährlich 900.000 Menschen! Es braucht somit endlich ein korrektes wissenschaftlichesVorgehen und eine korrekte Information der Menschen!

Insbesondere muss der Bundesgesundheitsminister Spahn endlich diejenigen – bislangversäumten – Maßnahmen ergreifen, zu denen sein Ministerium ganz aktuell in der Neufassungdes Infektionsschutzgesetzes verpflichtet wurde: Die sofortige Sicherstellung derVersorgung mit notwendigen Medizinprodukten, Labordiagnostik, Hilfsmitteln sowie dieVersorgung mit Gegenständen der persönlichen Schutzausrichtung und Produkten zurDesinfektion!

Der seit 70 Jahren einmalige Shutdown, zu dem das Infektionsschutzgesetz ausdrücklichnicht berechtigt, verletzt in gravierender Weise das verfassungsrechtliche Prinzip derVerhältnismäßigkeit und die verfassungsrechtliche Pflicht des Staates zum Schutze derFreiheitsrechte und der Gesundheit der Bürger. Dieses Regierungshandeln zerstört sämtlichePrinzipien unserer Verfassung und unseres Rechtsstaats, den wir noch vor wenigenMonaten mit dem 70-jährigen Bestehen des Grundgesetzes so stolz gefeiert haben.

Beate Bahner: „Ich bin wirklich entsetzt und will mir nicht vorwerfen müssen, als Rechtsanwältinnicht gehandelt und den Rechtsstaat nicht mit allen mir zur Verfügung stehendenMitteln verteidigt zu haben! Denn die Folgen des Shutdown für die Gesellschaft, dieWirtschaft, die Demokratie und insbesondere für die Gesundheit der Menschen werdenverheerend sein! “

Die Anwältin fordert: Dieser Shutdown muss sofort beendet werden!

Zur Person:

Beate Bahner ist seit 25 Jahren als Rechtsanwältin zugelassen und Inhaberin der Fachanwaltskanzlei

BAHNER in Heidelberg. Sie war dreimal erfolgreich vor dem Bundesverfassungsgericht

mit ihren Verfassungsbeschwerden wegen Verletzung der Berufsfreiheit.

Beate Bahner ist Autorin von fünf medizinrechtlichen Fachbüchern und zahlreichen Aufsätzen

und Beiträgen. Ihr letztes Buch behandelt das Thema „Gesetz zur Bekämpfung

von Korruption im Gesundheitswesen“.

Auch eine Krise der mathematischen Bildung Wer rechnen kann und ein Zahlenverständnis hat, ist dem Schwindel der Statistik nicht wehrlos ausgesetzt Von Wolfgang Meyerhöfer*

FAZ, 2.4.2020

Wie wird man zu einem Corona-Toten? Das klingt zwar zynisch, ist aber eine interessante mathematische Frage. Mathematische Bildung zielt auf die Fähigkeit, sinnhaft mit Zahlen umzugehen. Sie ist natürlich auch die Fähigkeit, Integrale und quadratische Gleichungen zu lösen, aber der Umgang mit Corona ist zunächst einmal nur ein mehr oder weniger sinnhafter Umgang mit Zahlen. Es sind Zahlen, die Kontaktsperren und Geschäftsschließungen legitimieren.

In der statistischen Praxis wird ein Mensch, der mit Corona stirbt, als ein an Corona Gestorbener gezählt. Ob er an Corona gestorben ist, geht daraus nicht hervor. Der Unterschied ist mathematische Haarspalterei. Wenn die Anzahl der Corona-Toten in Italien über Existenzen von Tagelöhnern und Geschäftsleuten in Deutschland entscheidet, wird sie aber plötzlich existentiell. Und dann zeigt sich, ob Politiker und Administratoren über eine ausreichende mathematische Bildung verfügen, um die zentralen Fragen zu stellen. Das italienische Nationale Gesundheitsinstitut (Istituto Superiore di Sanità) ISS spricht von „Covid-19-Positiven“, also von Menschen, die mit Corona gestorben sind. Medien und Politik in Deutschland reden aber davon, dass diese Menschen an Corona gestorben seien.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) spricht für Deutschland von „Todesfällen in Zusammenhang mit Covid-19-Erkrankungen“. Das dürfte daran liegen, dass es in vielen Fällen gar nicht eindeutig möglich ist, anzugeben, woran ein Patient gestorben ist. Man behilft sich dann damit, alle Krankheiten anzugeben, die der Patient hatte – was aber in der Covid-19-Statistik unter dem Stichwort „Vorerkrankungen“ ein wenig verwischt wird. Das RKI sollte in seinen Veröffentlichungen auf diese Zählweise hinweisen.

Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens basieren ja nicht auf der Anzahl der „Corona-Toten“ in Deutschland, sondern auf der Anzahl der positiv Getesteten. Die Mathematiklehrer der Republik freuen sich, denn hier sieht man eine exponentielle Funktion. Da jeder Infizierte mehrere andere Menschen ansteckt, explodieren die Zahlen der Angesteckten in schönen Mustern, die man zeichnen und in Exponentialfunktionen abbilden kann.

Dies ist aber leider nur „mathematische Bildung erster Ordnung“. Wir sehen rasant steigende Infizierten-Zahlen, und diese Kurve ängstigt uns. Die Kurve ängstigt uns selbst dann, wenn wir wissen, dass diese Kurve ein Maximum erreichen und danach ebenso rasant wieder fallen wird – wir wissen ja nicht, ob wir das Maximum schon erreicht haben. Es lässt sich immerhin feststellen, dass das Maximum spätestens bei 83 Millionen erreicht ist, dann sind eben alle infiziert.

Mathematische Bildung zweiter Ordnung fängt aber erst nach dem Zeichnen der Kurve an. Die Kernfrage ist nämlich nicht, wie steil die Kurve verläuft oder wo das Maximum liegt. Die Kernfrage ist: Welches Problem beschreibt die Kurve? Es gibt viele Viren und Bakterien, bei denen die Durchseuchungsrate der Bevölkerung hundert Prozent beträgt. Die Infektionsrate ist also gar nicht die zentrale Frage. Zu fragen ist, ob es eigentlich schlimm ist, wenn viele Menschen mit Corona infiziert sind.

Eine hohe Anzahl von Infizierten ist genau dann schlimm, wenn damit eine hohe Anzahl an Arztbesuchen oder an durch Corona Gestorbenen einhergeht. Wenn viele Tote auch noch das Coronavirus in sich tragen, so ist dies noch kein Problem. Wenn immer mehr Menschen Corona-infiziert sind, so ist dies auch noch kein Problem – solange sie nicht zum Arzt gehen müssen und somit medizinische Infrastruktur in Anspruch nehmen. Noch wird öffentlich nicht die alles entscheidende Frage gestellt, wie hoch die Rate der Infizierten ist, die ernsthafte ärztliche Hilfe benötigen. Und wie hoch ist die Mortalitätsrate, also die Rate der Corona-Infizierten, die durch Corona sterben?

Da diese Art des Coronavirus relativ neu ist, können noch keine allzu verlässlichen Daten darüber vorliegen, wie viele Infizierte ärztliche Hilfe benötigen. Schließlich testen wir derzeit vorrangig diejenigen, bei denen bereits eine verschärfte Problemlage vorliegt. Das Problem der Datenerhebung kann in einem Mittelstufen-Klassenzimmer bildend diskutiert werden. Dabei ist erkennbar, dass die Gefährlichkeit eines neuen Virus verlässlich abgeschätzt werden kann, indem man eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung testet und dann den Krankheitsverlauf der dabei positiv Getesteten verfolgt.

Die Forderung nach mathematisch gebildetem Handeln heißt aber, dass diejenigen, die über unsere Lebens- und Wirtschaftspraxis entscheiden, so lange und so intensiv nachfragen, bis sie verstehen, inwieweit neuere Studien über Covid-19 unseren Blick auf die Gefahrenlage verändern – und dass sie dem interessierten Teil der Bevölkerung dann auch erklären, aufgrund welcher Argumente sie zu ihren Deutungen und politischen Entscheidungen gelangt sind.

Wir hören aus dem politisch-administrativen Raum derzeit eher, dass Fachleute Empfehlungen gegeben haben und dass diese Empfehlungen befolgt werden. Es gibt aber auf keinem wissenschaftlichen Gebiet einen Konsens der Fachleute – außer wenn Gremien einseitig besetzt wurden. Die Fachwissenschaften leben vom Streit, und die Politik hat die Pflicht, offenzulegen, wie sie innerhalb dieses Streites zu ihren Entscheidungen gekommen ist. Der Gesundheitsminister soll erklären, warum seine Fachleute bestimmte zentrale Studien für stimmig oder für wenig stimmig halten und warum er sich als Zuschauer des Expertenstreits für die eine oder für die andere Deutung entschieden hat, als er uns nahelegte, keinen Spielplatz zu betreten.

Politik ist insbesondere in Krisenzeiten die Kunst, trotz unvollständiger Informationslage Entscheidungen zu treffen. Sie ist aber eben auch die Kunst, Entscheidungen wieder rückgängig zu machen. Mathematisch gebildet zu sein heißt auch, zu wissen: Wenn Entscheidungen mit Zahlen begründet wurden, dann können sie mit Zahlen zurückgenommen werden, sie können aber auch ohne Zahlen zurückgenommen werden. Es sind eben nie die Zahlen, welche die Entscheidungen vorgeben. Die Zahlen strukturieren unsere Weltsicht nur ein wenig vor.

88 Prozent der mit Corona Gestorbenen sind über 70 Jahre alt. Das legt den Gedanken nahe, die Kontakt-Restriktionen auf diesen Personenkreis zu begrenzen oder diesem Personenkreis massive Hilfe zur Kontaktminimierung zur Verfügung zu stellen. Dieser Gedanke könnte womöglich als eine Art „Alten-Bashing“ gedeutet werden. Er legitimiert sich nicht aus den Zahlen, er spielt nur mit den Zahlen. Er legt aber ebenso den Weg frei für eine Option, die derzeit ein wenig in den Hintergrund tritt – die Option, dass den Gefährdeten die Zahlen vorgelegt werden, dass sie ihren Risikograd selbst einschätzen und selbst eine Entscheidung über ihre Kontaktdichte treffen. Es scheint so als hätten ältere Menschen sich auch schon vor der Kontaktsperre und ohne staatliche Repression ansteckungsmindernd verhalten.

Ebenso unklar ist, bei welchen Datenlagen welche Restriktionen wieder gelockert werden. Bei welcher Infektionsrate darf man bis 19 Uhr statt bis 18 Uhr ins Restaurant? Bei welcher Todesrate darf man wieder in ein wenig besuchtes Museum, in dem man ohnehin immer fast allein ist? Wann dürfen in Covid-19-freien Landkreisen die Geschäfte wieder öffnen? Momentan scheint das Ziel eine größtmögliche Sicherheit zu sein. Die gibt es aber nie. Offenbar sind Entscheidungsträger vorrangig von der Angst bestimmt, dass sie für Tote verantwortlich gemacht werden. Getrieben werden sie dabei vom Fluch der großen Zahlen. Egal wie viele Grippetote es in den letzten Jahren gab, jeder einzelne Grippetote dieses Jahres wird schwer auf den Schultern der Ministerpräsidenten lasten.

Das mag auch damit zu tun haben, dass wir es uns abgewöhnt haben, über Kosten und Nutzen offen zu sprechen. Der Mathematikunterricht nimmt hier seine staatsbürgerschaftliche Verantwortung nicht wahr. Dort wird nicht darüber informiert, dass auch in normalen Zeiten Tote administrativ immerfort monetarisiert werden. Bei jedem Straßenbauprojekt werden Verkehre in Tote und Verletzte umgerechnet, und die verrechnet man mit dem erwarteten Nutzen der Maßnahme. Das ist zynisch, aber sinnvoll – es verhindert nämlich allzu sinnlose Projekte. In Krisensituationen sollte man im Krisenstab ein paar Personen einbeziehen, die auch unter Druck in Kosten-Nutzen-Kategorien denken können: Wie viele (echte) Tote verhindert man, wenn die Friseure geschlossen bleiben – und was kostet das?

Ebenso wird nach Corona darüber zu sprechen sein, ob es langfristig nicht billiger ist, ein paar mehr Intensivbetten vorzuhalten, als aus Angst vor kollabierenden Krankenhäusern lahmzulegen, und ob es langfristig nicht doch preiswerter ist, Krankenhäuser staatlich zu betreiben. Es darf wieder gerechnet werden.

*Der Autor lehrt Mathematikdidaktik an der Universität Paderborn.

DER CORONA-VIRUS AUF DER DIAMOND PRINCESS

In den Statistiken der Länder weltweit ist von Zigtausenden vom Coronavirus Infizierten und Tausenden an der Lungenkrankheit COVID-19 Verstorbenen die Rede. Doch ist das Virus wirklich so gefährlich wie es auf Bildern und in Statistiken den Anschein hat? Ist die Sterblichkeit bei Infektionen tatsächlich so hoch? In einer vorab veröffentlichten Studie unter dem Titel »Early epidemiological assessment of the transmission potential and virulence of coronavirus disease 2019 (COVID-19) in Wuhan City: China, January-February, 20201« gehen diese Experten der Frage auf den Grund:

● Prof. Dr. Kenji Mizumoto, Epidemiologe für Infektionskrankheiten an der Universität Kyoto und Forscher an der Abteilung für Public Health an der Universität Atlanta in Georgia /USA;

● Katsushi Kagaya, Wissenschaftler am Seto Marine Biological Laboratory der Universität Kyoto sowie an der Abteilung für Public Health an der Universität Atlanta in Georgia /USA;

● Gerardo Chowell, Epidemiologe an den National Institutes of Health in Bethesda/ USA sowie Forscher an der Abteilung für Public Health an der Universität Atlanta in Georgia /USA.

Viele Infizierte zeigen keine Symptome

Die Forscher berechneten nach mathematischen Statistikmodellen die Letalität der mit dem Coronavirus infizierten Patienten im chinesischen Wuhan. Der Begriff »Letalität« bezeichnet die Häufigkeit von Todesfällen im Verhältnis zu einer bestimmten Anzahl von Erkrankten – also die Zahl der Sterbefälle bei einer Menge von Menschen, die alle unter der gleichen Krankheit leiden. Nicht zu verwechseln mit dem Begriff »Mortalität«. Dieser bezeichnet die Häufigkeit von Sterbefällen in einem definierten Zeitraum in Bezug auf eine dabei zugrundeliegende Bevölkerungsmenge, wobei hier Gesunde und Kranke ohne Unterscheidung in einer Einheit zusammengefasst sind.

Für ihre Studie gingen die Wissenschaftler davon aus, dass die Zahl der Infizierten im chinesischen Wuhan wesentlich größer war, als angegeben wurde. Sie führten diesen Umstand darauf zurück, dass nur bei Personen auf eine Infektion getestet wurde, wenn diese Anhaltspunkte für eine Ansteckung aufwiesen. Das heißt: Sie legten die Annahme zugrunde, dass es neben Infizierten, die Symptome aufwiesen (symptomatic confirmed cases), auch viele nicht getestete Infizierte gab, bei denen die Infektion symptomlos verlief (asymptomatic confirmed cases).

Rentner bringt Coronavirus an Bord

Ausgang für diese Überlegung war eine Studie2, welche zwei der drei Wissenschaftler (Kenji Mizumoto und Gerardo Chowell) kurz zuvor im Zusammenhang mit dem Kreuzfahrtschiff »Diamond Princess« anfertigten. Am 20. Januar 2020 stieg im japanischen Yokohama ein Rentner zu, der sich später als Ursprung der Coronavirus-Erkrankungen auf dem Schiff herausstellte. Von Yokohama legte die »Diamond Princess« mit 3.711 Personen an Bord zu einer Kreuzfahrt ab. Unterwegs machte sie in Kagoshima (Japan), Hongkong, Vietnam, Taiwan und Okinawa (Japan) Halt, bevor sie am 3. Februar wieder in Yokohama ankam. Am 25. Januar verließ der in Yokohama zugestiegene Rentner in Hongkong das Schiff, nachdem er die Tage bis dahin an Bord unter Husten gelitten hatte. 

Da dies den Gesundheitsbehörden gemeldet wurde, musste er sich einem Coronavirus-Test unterziehen, dessen Ergebnis eine Infektion mit dem Coronavirus bestätigte. Das National Institute of Infectional Deseases in Tokio/Japan3 verfügte daraufhin, dass die »Diamond Princess« mit allen Passagieren in Quarantäne kam. Das war für Kenji Mizumoto und Gerardo Chowell die ideale Ausgangssituation zur näheren Erforschung des Coronavirus.

Daten der Quarantänesituation der »Diamond Princess« dienen als Grundlage weiterer Berechnungen zur Infektionsgefahr

Ihre Auswertung der bis zum Ende der Quarantäne am 18. Februar 2020 durchgeführten Coronavirus-Tests ergab: Von allen 3.711 getesteten Personen an Bord wiesen 276 Personen eine Coronavirus-Infektion mit Symptomen auf. 6 verstarben.  Mehr, nämlich 436 Personen, hatten eine asymptomatische (symptomlose) Coronavirus-Infektion. Anhand der rekonstruierten Übertragungswege stellten sie außerdem fest, dass die Ansteckung so gut wie ausschließlich durch Kontakt unter den Personen stattfand – und nicht über andere Wege.

Hochrechnung der Infiziertenzahl in Wuhan

Dieses Ergebnis übertrugen die drei Wissenschaftler mit einem epidemiologisch-mathematischen Rechenmodell auf die Situation im Chinesischen Wuhan. Dabei berücksichtigten sie, dass es sich im Gegensatz zu dem Kreuzfahrtschiff »Diamond Princess« anfangs, bevor die Region abgeschottet wurde, noch nicht um einen abgeschlossenen Raum handelte. Aufgrund der Anzahl der in Wuhan festgestellten Infizierten mit Symptomen kamen sie zu dem Resultat, dass es noch eine wesentlich höhere Zahl von Infizierten ohne Symptome gegeben haben musste. Insgesamt ergab die statistische Modellrechnung 1.905.526 Infizierte (mit und ohne Symptome).

Tatsächliche Letalität niedriger als offizielle Zahlen

Um nun die tatsächliche Letalität festzustellen, setzten die Wissenschaftler die Gesamtzahl der Infizierten in Relation zur Zahl der Todesfälle. Während die Letalität von der Weltgesundheitsorganisation WHO mit 3,4 Prozent und von vielen anderen Organisationen in verschiedenen Ländern der Welt mit Werten zwischen 4 und 6 Prozent oder sogar noch höher angegeben wird, liegt sie bei der Berechnung in der nun vorab veröffentlichten Studie nur bei 0,06 Prozent.